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Der Orient · 1848-03-25 · 13 (25.3.1848) · p. Spalte 197-198

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
13 (25.3.1848)
Date
1848-03-25
Page
Spalte 197-198 (sequence 3)
Language
German
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487 Studien. - Parabeln und Sentenzen lim Talmud. I») nmDV) "DD^s-H's aM'Wraeli. Das Vorwort des hebräischru Uebersetzers, welches wir bereits int LB. des Orients 1843, S. 231 bekannt gemacht haben,. fehlt hier so.wie in der Handschrift bei De Rofsi Nr.,;207.'. .; V , i) jjpün inN, des Zehuda ben Schelorno, mit demselben Epigraph wie in der Leydner Handschrift, welches wir im LB. des Orients 1847, S. 404 in der Note mitgetheilt haben. .. .. . ..K "iOO. / k) ,'D’OiD)^Dn , welches in den Handschriften nicht, oft sich findet. Kritische Untersuchung über die OriginctlkLät der im Talmud rmd Midraschim vorkommenden Parabeln und Sentenzen. Mit Bezug aus die Parabeln und Sentenzen in den Evangelien. (Fortsetzung.) 7) Johann. 5, 17. „Mein Later wirket bisher und ich wirke auch." Diese auf den Vorwurf, warum er am Sabbat heile, gegebene Antwort, so dunkel und unklar sie uns auch erscheine, ist nicht desto weniger sehr charakrerisirend und gibt uns Licht und Aufschluß über alle vorhergehende Gründe. Wir haben aber schon bemerkt, daß die Evangelisten Allem das individuelle Gepräge ihres Meisters gern gegeben. „Nichts ohne ihn, alles mit ihm" war ihr Waylspruch. Dieses findet auch hier bei dem vorgeblichen Streit über die Sabbathn'lung stakt; während der Talmud die Heilung am Sabbat nicht als eine willkürliche Handlung, sondern als eine im Gesetze begründete Thatsache darzuftcllen sich bemühet, soll dieses nach dem Evangelisten eine Begünstigung sein, die man nur ihrem Meister zu verdanken hat. Nicht das Gesetz, sondern der Erlöser, der über das Gesetz stehet, kann diese Erlaubnis; errheilen. So heißt cs in Ansehung des zweiten Grundes Matth. 12, 8. Marc. 2, 28. Luk. 5, 6. „Des Menschensohn ist ein Herr auch über den Sabbat". Zum dritten Grunde wird wieder Matth. 6, 12. hinzugesügt: Ich sage euch aber, daß hier der ist , der auch größer ist als der Tempel". Als man einen Blindgeborenen Jesus vorgefühct und an ihn die Frage stellte: Wer ha: gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er blind geboren: antwortete er : Es hat weder VO 13 rmD rny k njn nra“HDD pniD pmn pN rm.rp : ->nyn n7nn non nnn mwy ymNV 198 dieser" gesündiget, noch seine Eltern; sondern- -daß die Werke Gottes-offenbar werden an ihm. Ich muß wirken die Werke des, der michgesandt hat". Er mußte also den Evangelisten zufolge, blindgeboren-werden, um durch dessen Heilung die Verherrlichung - ihres - Meisters an - den Tag zu legen. Ganz natürlich, daß eine solche Handlungwenn sie gerade am Sabbat vorsiel, gesetzt, daß sie auch sonst verboten sei, dennoch - nicht verschoben werden durfte; - weil alsdann die Sabbatweihe einer höhern Pflicht, der- Verherrlichung des Erlösers, weichen mußte und kommt dieses dem talmudischen n^ :nNin nahe. Aus allem dem ist' ersichtlich, daß die pharisäische Schule, ohne Ausnahme ihrer Lehrer, das Heilen am Sabbat erlaubt und als Pflicht sogar vorschreibt. Was war also denn der Streit in Betreff des Heilens am Sabbat , da es doch die eine wie die andere Partei ausdrücklich erlaubt? Wir müßten also annehmen , daß die mit Jesus so oft in Streit gekommenen Personen , bloß Leute aus dem' unwissenden Pöbel gewesen, denen die Evangelisten, um der Sache mehr Wichtigkeit beizulegen den Namen Pharisäer/'Schriftgelehrte beilegten; eine Meinung, der schon der jüdische Geschichtsforscher Jost beigetreten (AUgerm Gesch. des isr. Volkes von M. Jost ii. Band, Seite 68). Obwohl keiner der im Judenthume berühmt gewordenen Lehrer mit ihm in Wortstreit gerieth. Jndtß auch über diese Frage finden wir Aufschluß im Talmud. Es ist auffallend, daß im ganzen Evangelium nicht ein einziger Streitpunkt vorkommt, den Jesus mit den Effäern gehabt hätte, obwohl diese Sekte nicht minder zu seiner Zeit flonrte. Es erhellt daraus, daß Jesus vielleicht, nachdem er mit der pharisäischen Schule zerfallen ist, Mitglied dieser Sekte geworden, mit ihr, vielleicht blos geheim, im Einverständniffe gelebt und wahrscheinlich auch viele Anhänger aus ihrer Mitte erhalten. Nun ist es aus Josesus bekannt, daß die Mitglieder derselben sich häufig mit der Heilkunde befaßten und nach Weise des Alterthums ihre Kunst wohl zum Frommen der Menschheit ausübend, sie jedoch im größten Geheimniß bewahrten und nicht so leicht einem Ungeweihten einen Einblick gestatteten. Dieses Geheimhalten und Vertuschen ist ein besonderer Charakterzug der Alten, -weshalb auch keine Kunst bei ihnen eine höhere Entwickelung erlangen konnte; mit dem Absterben des ersten Erfinders starb auch die Erfindung. Die Heilkuren, die Jesus nun ausgeübt, worin er vielleicht seine effäischen Kollegen übertroffen haben mochte, müßten ihm leicht den Ruf eines Wundertäters erwerben und von Seiten des Volkes göttliche Verehrung verschaffen. Daß dieses aber bald zur Proselytenmacherci beitragen mußte, ja daß sehr oft Heilungen zu diesem-Zwecke und unter dieser Bedingung allein unternommen wurden, ist aus mehreren Stellen des Evangeliums ersichtlich. 'Wenn daher die Pharisäer nach dem von ihnen ausgesprochenen Grundsätze 'm pH j'HDinü '^33 einem solchen Treiben sich widersctzten, so waren'sie ganz im Rechte. Nicht gegen daS Heilen am Sabbat, sondern gegen das Heilen an und für 13*

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