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Der Orient · 1848-03-18 · 12 (18.3.1848) · p. Spalte 189-190

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
12 (18.3.1848)
Date
1848-03-18
Page
Spalte 189-190 (sequence 7)
Language
German
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189 lStudien. Materialien zur Beurtheilung der Septuaginta Gesetzgebung in der Anwendung der Milde und Schonung selbst nach dem Anssprechen des Schuldig aus, so daß der Verurtheilte, um nicht lange durch die Vorstellungen der Todesfurcht gequält zu werden, noch am selben Tage hingerichtet werden mußte. Ferner suchte man ihn durch einen djd!? btV tnipil p' bw DD , was wohl nicht mit dem Schierlingsbecher der Griechen, als vielmehr etwa dem heutigen Schwefeläther zu vergleichen sein möchte, in Betäubung zu bringen. Auch da hätte Hr. E. die so' oft im Talmud vorkommende Stelle rüHNI HD' nn'O 6 *irD, die selbst in der Art und Weise derHinrichtung ein milderndes Verfahren anempsiehlt, nicht außer. Acht lassen. Die zwei andern obenbemeldeten Aufsätze sind politischem Inhaltes und zwar im ersten weiset der Verfasser nach, der eine große Gewandheit in der ungarischen Literatur hier bekundet, wie bis jetzt auf diesem Gebiete christlicher Sekts für Förderung unserer Angelegenheit gar nichts, dagegen aber sonst Vieles geschehen, fordert zu einem kraftigern Auftreten aus unserer Mitte auf und sieht gegenwärtiges Jahrbuch als den ersten Anfang unserer schriftstellerischen Vertretung in Ungarn an. In dem „Rückblicke" durchgeht der Verfasser mit klarer Uebersicht die ganze politische Stellung der ungarischen Juden seit dem denkwürdigen Landtag 1840; skizzirt vortrefflich die drei in Ansehung der jüdischen Angelegenheiten sich spaltenden politischen Fraktionen nebst ihren öffentlichen Organen, bespricht alle Leistungen, die aufgemuntert durch genannte Gcsetzesartikel, von Seiten der jüdischen Gemeinden geschehen, wie wieder die Rückschritte, die unsere nichtisraelitischen Mitbrüder in Betreff unserer Sache hin. und wieder gemacht, kurz wir erhalten einen klaren Einblick in die ungarische-jüdischen Verhältnisse, worin sich alle Licht- und Schattenseiten unserer^ politischen Stellung abspiegeln. . Wir haben hier blos die größer» und wichtiger» Aufsätze des Jahrbuches besprochen und. überlassen gern die Beurteilung. so mancher schönen Blüthen auf dem poetischen Gebiete, wie z. B. die zwei herrlichen Gedichte von Rosenzweig, die treffliche Mitteilung über das Wirken des pesther Vcc-. eins zur Verbreitung der schweren Handwerke unter den Israeliten von Dr. Schlesinger, dem eigenen Gefühle des geneigten Lesers. Was den Kalender betrifft, ist dieser zwar mit schönen Typen, wie überhaupt vortrefflich ausgestattet, nur wäre, da überhaupt in neuer Zeit „Verschmelzung" das Feldgeschrei ist, auchda eine bessere Amalgamirung der hebräischen mit den ungarischen Lettern wünschenswerth. Sehr befremdend aber erscheint uns der Titel: erster ung. jüdischer Kalender auf das Schaltjahr 1848". Jüdischer Kalender und 1846? was haben diese mit einander gemein? Beginnt etwa das jüdische Jahr vom ersten Januar und seit 1848 her? Ist doch das ganze Judentum ein öffentlicher Protest gegen diese Jahreszahl. Eine zweite zwar konsequente aber nichts destoweniger störende Einrichtung ist es, daß ein jedes Kalenderblatt mit dem christlichen Monat beginnt; wie wir 190 vermuten, ist diese Unordnung auf Rechnung der Censur zu setzen , die das Jahr rnn, ~■ zu dessen Anfang das Werk hätte eigentlich erscheinen sollen, so lange verschob, bis es sich mit dem christlichen Jahre 1848 hätte tcnifen lassen. Hoffen wir, daß unser ehrenwerrher Verein gegen eine solche missionarische Zumutung protestiren und der Regeneration unserer ungarischen Glaubensgenossen wenigstens mit einem Vierteljahre früher als die christliche Zeitrechnung kräftig das Wort reden wird. Ist es aber darum zu thun, daß auch das christliche Publikum einen vollständigen Kalender habe, möchten wir anrathen, daß der Kalender in der Folge mit Tischri D“)n beginne und mit December 1849 ende, also jeder Kalender 15 Monate enthalte. Zu den Beigaben wünschten wir, daß eine ungar. Landkarte mit einer kurzge faßten Landesbeschreibung, so wie Auszüge aus den wichtigsten Landtagsbeschlüssen hinzugefügt werden, ferner getreuere Angabe der Jahrmärkte. So findem wir Seite 62: F^jvrvar Jnvoe. Febr. 25. und doch ist dieser Markt wie auch der Jnvoc. erst am 12. März. Schließlich haben wir noch folgendes hinzuzufügen: als man Cäsar fragte, wie es ihm möglich geworden die vielen Mittel zu seinen großen Eroberungen zu erlangen, antwortete er, daß er sich durch Soldaten viel Geld, durch Geld viel Soldaten stets verschafft. Möge daher auch die Theilnahme unserer Glaubensgenossen an diesem Werke den Verein in den Stand setzen, es wo möglich für einen noch geringern Preis abzuliefern, aber auch andererseits der Verein durch Herabsetzung des Preises jeder Klaffe die Anschaffung dieses gemeinnützigen Werkes ermöglichen und sich dadurch recht biel Theil- und Abnehmer verschaffen.. M. Zipfer, Rabbiner. Materialien zur Beurtheilung des Septuaginta, von Dr. F. Hildesheimer. (Fortsetzung.) 2) Es zeigt sich in der Version offenbar ein Streben nach gleichmäßiger Einrichtung dieser Genealogie, so daß jeder erst ein volles Jahrhundert vor der Kinderzeugung durchlebt habe. Daher stimmen auch V. 18, L9, 20 mit dem masoretischen Texte überein. Solche Gleichmäßigkeit wird aber jedesmal kritische Bedenken erregen (5. 6. 7* 8. 9. 10). Welcher weiterer Grund den Gloffator bestimmt habe, kann natürlich nicht mit mathematischer Gewißheit ermittelt 'werden, vielleicht um den Gegensatz der spa'tern Lebensdauer (120 Jahre, nach Gen. 6, 3) gegen die frühem mehr hervortreten zu lassen, daß nämlich in spätern Generationen der Lebens-

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