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Der Orient · 1848-03-18 · 12 (18.3.1848) · p. Spalte 187-188

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
12 (18.3.1848)
Date
1848-03-18
Page
Spalte 187-188 (sequence 6)
Language
German
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187 rauf wir bei Übertragungen von einer Sprache in die andere, die uns ein richtiges Bild vom Originale geben sollen, zu achten haben; erstens eine tüchtige Vertrautheit mit den .beiden'Sprachen, damit uns die Kopie, wenn' auch nicht dasselbe, doch ein treues leicht zu erkennendes Bild gebe; zweitens ein gleichsam angeborener Instinkt in der Auswahl der Stellen. Jeder Leser chrestomathischer Auszüge setztvoraus, daß der Verfasser sich die Mühe gegeben, ihm das Beste und Vorzüglichste darzubieten und bei Täuschung dieses Wunsches gerathen wir leicht kn den Jrrthum, daß entweder der Verfasser keine bessere Auswahl zu treffen verstanden oder keine bessere vorgefunden "haben mag. Drittens ist man berechtigt, vorzüglich bei dem weitläufigen Gebiete des Talmuds, richtige Angaben der Stellen zu finden. Was die ersten Heiden Punkte betrifft, wußte zwar Hr. Rockenstein in Vielem doch nicht in Allem feiner Aufgabe zu entsprechen und müssen wir hierbei umsomehr Nachsicht gebrauchen, da cs-die ersten Versuche .dieser Art in der ungarischen Sprache sind. Wir wollen hier btos Folgendes bemerken: und NrTUN (zur Stelle Baba Kamma 60) ist fälschlich durch i8leni und vilägli gegeben, viel richtiger wären die Ausdrücke „dogmatisch und moralisch"; auch ist die Übertragung dieser Stelle durch die Weglassung pntP NfO-lN ■ .nD'öV TinD ID pDK/ *6) Nnnyw HOD 'dunkel und unklar. Sanhedrin 91 heißt es nicht Antonius sondern Antoninus, der Zeitgenosse von Rabbi. Ganz unrichtig ist es, wenn Hr. Rockenstein, der Stelle w i ab ü'ÖH )D CDH |D den Sinn unterschiebt, daß Gott die Welt aus Wasser, gleichsam . aus nichts erschaffen, und scheint er hier die Worte von Raschi TOD )ho ho fs', welche auf die zweite Erzählung im Namen des R. Jismael sehr richtig paffen, fälschlich auf diese erste/bezogen zu haben. Die Stelle Joma 72 ■rhy.ü'DS nnw'JBoyru tfhpjrro rain wm n"n ho ist nicht eine Mahnung, daß unsere äußern Handlungen mit unserer innern Geistesbildung in Uebereinstimmung stehen mögen, sondern eine Geißelung jener Hypokriten, die innerlich mit unheilvollen Ideen schwanger gehen und äußerlich sich zu den Frommen zählen, so wie wenn Jemand Wasser verschluckt und äußerlich gar keine Spuren davon zeigt, im Gegensätze von dem Weintrinker, der sich äußerlich so zeigt, wie es innerlich in ihm beschaffen ist. Noch mehr aber ließ sich Hr. Rockenstein in Betreff des dritten Punktes zu Schulden kommen. , Die ©teile 'pi minn ^3 a’y yvy unrichtig bei H. R. ist Sabbat 3l. - Die Stelle itsjtan TJ3 DHIDN1?. m'p.1 unrichtig bei H. N. ist Sab. 89. . ©teU« 'pvd^ D JW1 min D W'W DIN ho unrichtig bei H, R. ist Sab. 31, d. Die Stelle 1DN unrichtig bei H. R. ist Sab. 131, h. Auch giebt uns hier abermals Hr. N. eine Zusammcnziehung vpn zwei Stellen, was aber ein treuer und richtiger 188 Uebersetzer jedenfalls meiden muß. Die Stelle “fw KTDDJJ non 52 und die Stelle B. Mezia 58. — „Einige Worte über Erziehung im Allgemeinen und insbesondere in Beziehung auf unsere Glaubensgenossen, vorgelesen im Vereine zur Verbreitung der ungarischen Sprache , von Dr. Rosen selb". Unter andern vortrefflichen Bemerkungen, die Hr. Dr, Rosenfeld in Betreff der Jugenderziehung hier mittheilt, findet sich auch die nicht genug zu beherzigende Mahnung und Wahrung -an Lehrer.und Etzern, daß sie in der Erziehung der ihnen von Gott als theuercs Pfand'anverlrauten Jugend nicht blos auf die Bildung des Geistes, sondern yach dem Beispiele der Alten auch auf die Entwickelung und, Stärkung des Körpers sehen und daher alles was zur Verkrippelung der äußern menschlichen Theile und. zur Abstumpfung der innern Gefühle führen könnte, selbst auf Kosten der geistigen Bildung unterlassen mögen. Allgemeine Verdammung, sagt unser Verfasser, wie Bestrafung sogar werde jenen Eltern und Erziehern, die durch übermäßige körperliche Strafen ihre Kinder und Zöglinge verwildern und zu Grunde richten. Es ist die Stimme eines praktischen Arztes, der aus Erfahrung spricht und dem wir also umsomehr ein williges Ohr schenken mögen. „Die Todesstrafe bei den alten Hebräern, eine archäologische Abhandlung von Einhorn". Jüdische Angelegenheiten und die Presse in unserem Vaterlande von demselben. Rückblick von demselben". Herr Einhorn, bekannt als vortrefflicher Publizist in unfern jüdischen Zeitschriften, entwickelt hier einen tiefen Fond wissenschaftlicher'Bildung und Geistesklarheit in der Sichtung der geschichtlichen Daten» Benannte Aufsätze gehören, zu den gediegensten dieses Jahrbuches und verdienen in jeder Rücksicht eine allgemeinere Verbreitung unter das jüdische und christliche Publikum. Was den ersten Aussatz betrifft, "weiset der Verfasser darin nach, wie die Todesstrafe, deren Abschaffung obwohl fast in allen civilisirten Staaten mehrmals schon angeregt, doch noch nicht ein fait accompli geworden, bei den alten Hebräern wenn^ auch nicht de jure wohl aber de facto als nicht existlrend zu betrachten war; so sagt schon die Mischna Makkot 7, fljar nriN nril.T! j’YirUD bs jn , NM D’inipV tin NM di jont nyfom ntopj D^iyo mx J-VU üb PTVUD3 TWl* — Diese Beseitigung der Todesstrafe, wurde lheils durch jene Erschwerungen, die den schuldig sprechenden Richtern entgegen gesetzt worden, , theils durch die bis ins Kleinliche gehenden Ausforschungen der Zeugen ermittelt. Doch muß es uns sehr befremden, daß Hr. E. hier einen wichtigen Punkt weggelaffen, der vieles hätte beitragen müssen, um die Todesstrafe auf sehr seltene Fälle zu beschränken; es ist nämlich die Verwarnung, naonrj, der Zeugen, die dem Verbrecher die seinem Vergehen zukommende Strafe klar und bestimmt dartegen mußten und dieser hatte sich mit den Worten rjEny gleichsam dem Tode selbst zu weihen. Nicht minder zeichnet sich die jüdische Kritiken. Ungarisches Jahrbuch für Israeliten.

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