Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1848-03-18 · 12 (18.3.1848) · p. Spalte 181-182

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
12 (18.3.1848)
Date
1848-03-18
Page
Spalte 181-182 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/8555529-9897534-9897542--5364-3533985
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

181 beständig mit dem Gesetze befassen.^ 'Amram b. Schischna (872—890) hat, wie Abudirahim* ansührt, in seinem Ritualwerke fm) ilb) bereits angemerkt, daß es Brauch sei, am Psingstfeste die Asharot nach dem Musafgebete zu recitiren und wahrscheinlich waren damals die Asharot bereits gereimt. Der Gaon Nachschon b« Za d d i k (890—898) betrachtete den Dekalog als Komplex der 813 Gebote, zählte in demselben 613 Buchstaben, und verstand unter dem talmudischen tyrrta iTMVtaiDD den Dekalog als Summaxium der Tora.6 Der Gaon Sa*adj ä Fajj u m i (927 n. Chr.) hat Asharot in hebräischen Reimen verfaßt, die nach den Zehngeboten in zehn Abschnitten getheilt waren, wo sämmtliche 613 Vorschriften auf die Zehngebote vertheilt und als aus ihnen sich ergebend angesehen waren. Diese Asharot führen bereits Raschi7 und Abraham Jbn Esra^ an, die Eigenthümlichkeit der Anordnung gedenkend, und der berühmte M?i r Rothenburg.citirt sogar einen Vers daraus. Zn Sa^adja's Ritualwerk “IHD) ftanD bereits der Brauch angemerkt, wie bei Amram, am Psingstfeste die Asharat zu recitiren.10 Eine Partie dieser Asharot hat sich noch handschriftlich in der Bibliothek des de Rosst (Nv. 563) unter dem Namen j-jHyD ü'm ])pn erhalten, und wir erfahren aus dieser erhaltenen Partie, daß außer der ganzen Anordnung nach dem Dekalog noch die Spaltung in nnyty (Pforten) mit eigenen Überschriften gemacht war. In der erwähnten de Nossi'schen Handschrift haben sich die zwei Kapitel niJDDD \JH und erhalten. Es wäre zu wünschen, daß irgend einer es aus dieser Handschrift veröffentliche. Der Gaon Häja b. Scherira (st. 1038), Schwiegersohn des Samuel Jbn 4) Die Stelle findet sich in den decisiven Halacha's der Gfonim D'pIDD nDS"), eä. Kftpl. 1516, 4), wo das GA. Natronai's, die Ashaort betreffend, lautet: iTobn ibiav -nasai . Dan 1'vbn ’jsb pntnw nnn»Ni ppiDj? pc' ira , cj)U hd; DnniN |’n oran pain minn hihd baa ppiDjj naa nn na pbvn» mina mina pb’n |'Nty ]vo'» bNitc" -iNty ba« , nniN syb^inuND m> 'yoww na crwab nnntN amb, pa-pao nan 'J'D an bj? jnj’rü nra no by |ba mso rwy .cjwbai oaba nnnD nnn paiN 5) Abudirahim hil. Schabu^ot. 6) /Aruch ». v. a* 7) Zu Ex. 24,'2. 8) Zu Ex. 20, 1. 9) In seinen kl. GA. (§♦ 76) sagt derselbe: ya^'b pPLV O'^'an jo, twyw D'inna ana 2?''Ni ibo Nb in aai? ’jn innn jd nspi ■'o nwnb Ntsab njrottfa nMy, mjha prus. R»pap«rrmT°ldot R. Sa^adja Anm. 43 hat bereits diese Stellen über Sa'adja's Asharot zusammengestcllt. Aus dem citirten Verse bei" Me'ir Rothenburg sieht man, daß die Asharot, womit doch wohl sein Ausdruck D'JHn.p, WyBr D'inn gemein ist, hebräisch geschrieben war<n und mithin mit dem arabischen mro deffelben nicht identisch sein kann. 10) s. Abudirahim I. e. L88 C H 0 fn i (st. 1034) und Schwager unseres El ijj a h a - Sn k en, hat ebenfalls düAsharot in Reimen dargestellt und das noch vorhandene Fragment D't'DttfDm 1^1.7 1^, welches Zak. Reifmann handschriftlich besitzt, ist aus demselben. Kurz aus den zerstreueten Notizen jenes großen talmudischen und geonäischen Zeitraumes (2]9—1038) sehen wir, wie unb>Wo^ die, Entwickelung der Asharot zu suchen und daß Babylonien das Heimatland dieser eigen thümlichen Halachaform geworden.; (Fortsetzung folgt). Geschichte der jüdischen Literat«« in Babylonien. Eine Skizze von Dr. Julius Fürst. Zehntes Kapitel. (Fortsetzung.) // 3. Bevor jedoch die Reihenfolge der Schulhäupter an den zwei'Stätten .jüdischer Gelehrsamkeit, in Sora und Pum- Badita, weiter bis zum Abschluß des talmudischen Zeitkaufes verfolgt werden kann, müssen wir einen prüfenden Rückblick auf Neharde'a richten, das, früher mit Sora.wetteifernd und seit 258 gewaltsam in diesem Miteifer-gehemmt, gerade in letzter Zeit aus seinem Schoße eine Anzahl Lehrer für Pum-Badita geliefert, wie auch in seiner Mitte eine Lehrstatte gehabt. Im Zahre 258 n. Chr. wurde Neharde'a, das zum Gebiete Schübürs 1. gehörte und als solches bald von Römern bald von den nachbarlichen kleinen Reichen öfters bedrohet war, von dem syrischen Häuptling Papa Bar Nezer geplündert und theilweise zerstört, so daß die älteste Hochschule daselbst' bei dieser Gelegenheit sich auflösen mußte?'' Da aber Papa Bar Nezer, der syrische Räuberhäuptling und Anführer einer syrischen Freibeuter-Rotte, blos als Bundesgenosse des Sarazenenfürsten Odenat, des Gemahls der Zenobia, gehandelt und feindliche Ausfälle gegen die persische Macht ausgeführt, wie auch schon Samuel (st. 250 n. Chr.) ihn als Bundesgenossen der Zenobia kennt, 772 so läßt sich denken, daß mit dem Aufhören des palmyrenischen Reiches der Zenobia (275 n. Ehr.) auch die Anlässe zu den Einfällen syrischer Häuptlinge verschwinden mußten, und daß die jüdische Kolonie von da ab sich bald erholt haben muß.7" 771) Siehe oben S. 106 ff. mit den dazugehörigen Anmerkungen. — 772) j. Terumot fol. 46 b. Aus...den jüdischen Quellen ersieht man übrigens, daß das Ankämpfen Odenats und der Zenobia (jsroJT) gegen die Macht Schübürs nicht 260 oder 261 , sondern früher begonnen haben muß, da 258 das dem Schübür gehörende Neha-rde'a weggenommen und schon zu Samuels Zeit (240 — 50) die Stellung keine freundliche war. 773) Die Juden hatten von dem palmyrenischen Reiche 12 * Studien. Geschichte der jüd. Literatur in Babylonien.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.