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Der Orient · 1848-03-11 · 11 (11.3.1848) · p. Spalte 165-166

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
11 (11.3.1848)
Date
1848-03-11
Page
Spalte 165-166 (sequence 3)
Language
German
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M5 verschreien, so möge das folgende für alle diejenigen sein, welche das A. T. nur nach' dem Maaßstabe kritischer Wahrheit messen. . Zu diesem Ende will ich zunächst einige allgemein anerkannte Sähe kritischer Beurtheilung vorausschicken: 1) Von mehreren Lesarten ist die schwierige im'Allgemeinen die ursprünglichere; 2) von verschiedenen Varianten ist diejenige im Allgemeinen die trüglichere, bei welcher sich ein Streben nach Gleichmäßigkeit des Ausdrucks Nachweisen laßt. Gehen wir nun zu den einzelnen Gruppen über, 1) A. 1, l. In allen diesen Stellen divergirrn die Perioden der einzelnen Lebensjahre vor und nach der Kinderzewgung, von denen im masoretischen Texte und zwar so, daß der elfteren Periode immer 100 Jahre hinzugesügt, und damit das gleiche gesammte Lebensalter konstatirt werde, die andern um eben so viele vermindert werden. Hierbei sind nun folgende Kriterien entscheidend: 1) Da es unbezweifelt ist, daß wir die talmudische Redaktion des allen Testaments besitzen (dies stößt selbst bei den radikalsten Radikalen auf keinen Wiederspruch) , so liegt in der oben angeführten Talmudstelle ein entscheidender negativer Beweis (e silentio), daß in den derzeitigen Handschriften die Angaben der Sept. mit der unsrigen in allen diesen Stellen übereinstimmten, die Talmudisten würden dieses bei ihrer bekannten und auch in den angeführten Worten zu erkennenden Genauigkeit im andern Falle ohne Zweifel angemerkt haben. Man entgegne nicht, dieses sei, weit keine dogmatische Motive anzusühren, übergangen, denn dieses ist bei 8 und 13 der erwähnten Stellen im Grunde auch der Fall; auch das nicht, daß diese Verschiedenheit überhaupt sehr unwesentlich sei, da die Gesammtzahl mit der unsrigen fast immer kongruire, denn cs heißt ja in jener Stelle ausdrücklich nn.v njnP dPts idodw -in« b dPs rp"pn jru, wodurch j ed e andere Abänderung entschieden in Abrede gestellt wird. (Fortsetzung folgt). Mendelssohn's und Wessely's Zeit mit Hinblick auf die Gegenwart. Von Mos. Mendelson in Hamburg. (Schluß.) Salomon Maimon, dessen Charakter und Lebensweise, wie bekannt, nicht so streng moralisch war, müssen wir hier doch, wie Acher im Talmud, seiner Intelligenz wegen, in die Reihe der Gelehrten Israels aufnehmen. „Als ich einst (so-erzählte mein sel. Vater und Lehrer) vor Mendelssohn's Krankenbett saß, kam ein zerlumpter langhaariger Pole heremgestürzt, holte ein Konvolut Schriften aus seinem 168! Busen, warf sie auf's Bert und verschwand. Wissen Sie, sagte M. was diese Schriften enthalten? .Dieser wilde Pole sucht darin die 10 Sefirot durch die neueste Philosophie zu erklären. Und dieser Pole ward nachher der berühmte S» Maimon!" — Dieses große Genie, das .vom Talmud zur reinen Philosophie übersprang, ohne wie H. den Talmud zu verspotten, und dem der große. Kant schriftlich zugestand, daß er unter allen seinen Gegnern der einzige wäre, den er als solchen anerkenne, war einer von den vielen, der, wenn in einer bessern Zeit geboren, vielleicht ein besserer Mensch geworden wäre. Er genoß die Achtung und das Wohlwollen der Gelehrten und auch Mendelssohns, der ihm auch zu seinem Unterhalt verhalf. Jedoch war es M. recht, als Salomon von seinem unsta'ten wilden Leben müde, Berlin verließ und nach Hamburg ging, wo er, wegen seiner epikurischen Lehren vom dortigen Rabbiner in Bann gethan wurde, was Mendelssohn, der Feind aller Uebergriffe der Kirche (in seiner Vorrede zu Menasse Ben Israel) sehr misbilligte. Nach langem Herumtreiben starb M. 1800 auf einem Gute des Grafen Kalkreuth. M. verfaßte einen sehr gründlichen Kommentar auf den ersten Theil vom M ore Nebuchim in hebr. Sprache, welchen Isaak Satanow, ohne Namen des Vers., herausgab. Ferner eine Lebensgeschichte von ihm selbst. Berlin, 1792. „Versuche über die Transscendentalphilosophie". 1790. — „Versuch einer neuen Logik". 1794. „Ueber die Kategorien des Aristoteles"- 1794. „Kritische Untersuchung über den menschlichen Geist" 1797; in welchen Schriften er die Lehren der kritischen Philophie mit großem Scharfsinn entwickelte und bestimmte. 1)1 '*) “D^fn. R. David Friesenhairsen, Rabbiner in Ungarn, Vers, von jiDü'nn Wd, und nnDIO bun, war ein ausgezeichneter Talmudist und Mathematiker, auch Verfasser mehrerer Schriften. Kästner führte mit ihm einen Briefwechsel über die Parallelinien. * a * -DJ-imvP pns’ '-) ]iwn. R. Isaak Lamprvntc in Italien, hochberühmt als Talmudist, Arzt und Philosoph, Vers, von pmr> 1HD, einem Riesenwerk, worin er alle wichtigen halachischen und hagadischen Stellen im Talmud, nach alsa-, betischer Ordnung zusammengestellt. Die darin eingeschalteten Responsen gehören nicht in ein solches Werk. Man erstaunt, wie ein einzelner Mann ein solches Werk zu schaffen vermochte. Bei seinem Leben erschien nur ein Theil, bis jetzt geht es bis an den Buchstaben Mem. Jetzt hat die pariser Akademie das ganze Werk an sich gebracht, und steht im Begriff es vollständig herauszugeben. Dieses talmudische Lexikon oder diese Encyktopädie hat für die Jetztzeit noch einen größerer Werth als früher; denn da die neuen wissenschaftlich ausgebildeten Rabbiner, selbst wenn sie, wie sich's gehört, ihrem Talmud treu bleiben, doch ihm nicht ihre ganze Muse widmen, unddatzer in demselben nicht so 11 * Studien. Mendelssohn's und Wessely's Zeit.

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