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Der Orient · 1848-02-26 · 9 (26.2.1848) · p. Spalte 131-132

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
9 (26.2.1848)
Date
1848-02-26
Page
Spalte 131-132 (sequence 2)
Language
German
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131 eine reiche Ernte nach einem Nothjahr. In dieser Meisterschaft im Herabsetzen, Beschimpfen, in diesen so schönen Proben des Hochmulhs und der Selbstvergötterung sollte Hr. G. sortfahcen; es ist gewiß eine der schönsten „religiösen Thaten der Gegenwart im Judenthume". Materialien zur Beurtheilmrg der Septuaginta, von Dr. F. Hildesheimer. Das Studium der Septuaginta hat für uns keinen konfessionellen, sondern nur einen wissenschaftlichen und historischen Werth. Konfessionell ist dieser Werth nur für das Christentum, das durch deren Authenticita't die Glaubwürdigkeit des (Zitate nn N. L. und in den Kirchenvätern rettet. Bei uns würde die nationale Geschichte der heiligen Schrift schon jeden Gedanken an eine Authenticität dieser Redaktion, dem masoretischen Texte gegenüber, verscheuchen, es würde das hierin gewiß untrügliche religiöse Gefühl über diese Frage von vorn herein entscheiden, wenn auch nicht die Wissenschaft in diesem Urtheile sie unterstütze. Wenn sie aber auch neben unserm Texte keine Bedeutung beanspruchen kann; so verdient sie an und für sich die größte Anerkennung, eben so sehr als bedeutende wissenschaftliche Bestrebung, als auch weil sie schon in der talmudischen Literatur an mehreren Stellen rühmlichst erwähnt ist.") *) Zm Talmud finden sich folgende Stetten über diese Version: 1) Megilla 9 ar^pi 2wp DJDW ntfJJD GDJD HD bp pnb N^l DTO 2 p CDOT DDm min dhd cr6 idni um bo bux nriN njnt> 'bv id^dhi inx bi nbi rrapn jni Diese Erzählung hat sich die Einleitung in's A. L. ganz besonders zum Vorwurfe ihrer Untersuchung und Kritik genommen, und ist hier der Ort nicht, darauf näher einzugehen. Nur sei mir die Bemerkung gestattet, daß man mit Unrecht gerade diese Quelle nicht herbeizog, da-sie auch in wissenschaftlicher , Beziehung den Charakter der Ursprünglichkeit hat, weil sie sich, obgleich erst im 5ten Jahrhundert uiedergeschrieben, doch aller Ausschminkung und Verbrämung enthält, welche sie schon bei Austin und Epiphanias, ja schon bei Philo erlangt hat. Es ist aber unsere Stelle um so wichtiger, als sie schon eine Kritik derselben, bestehend aus 15 Varianten, enthält. Es heißt nämlich, in dieser gleichlautenden Uebersetzung seien durch Inspiration folgende Abweichungen.vom Texte vorgenommen worden: 1) Gen. I. 1. fr\btt {*03 n^N“D o ftsög snoir]66v iv &QZy übersetzt. Diese Variante findet sich zwar Ln unsren Re- 132 , Zur Lichtung dieser unübersehbaren Arbeit ist es aber vor Allem nöthig, die einzelnsten Materialien für künftige übersichtliche Resultate zusammen zu stellen. Diesem Bedaktionen nicht, dies kann uns aber um so weniger wundern, als bei den zahllosen Misgeschicken , denen bekanntlich diese Version unterworfen war, wohl fast mehr Sekundäres als Ursprüngliches sich in unsren Ausgaben befindet; 2) eben so hat es nach unsrer Stelle Gen. I. 26. ttomJcco r. er. %ccv sfaovcc E^iov geheißen, womit ich keine einzige Variante unsrer Ausgaben übereinstimmend fand» 3) Gen. *11. 2. CVO ist durch iv zfj tfiiEQO' zij hzrj übersetzt ebenso in der Arabischen Version (Eichhorns Bibliothek 154.) 4) V.'2. hat in der ursprünglichen Redaktion inolriGEv avzov gestanden, wir lesen in unserm Texte analog . avzovg* 5) Gen. 11.7. hat nach unsrer Stelle nazaßag cvy%ko gestanden, von welchem Grossem sich jetzt nirgends eine Spur mehr findet. 6) 49, 6. heißt es in unsrer Ausgabe ivEVQomariGciv zavQQVf nach der Tradition unsrer Stelle müßte sie ivsogox. qjuzvTjv u. dgl. heißen, daß diese Worte aber nicht ganz sicher 'sind, geht aus einem Gloffem des Codex Coislinianus 'Qacav Tsixoe (iijy =“iuy)- hervor, cf. Eichhorn's Repertorium 2. 249. IV 14 (Jbid X 162 ist wohl nur durch 6 ö einen Druckfehler für da die Lesart sonst nicht variirt). Die arabische Bibelausgabe hat auch gelesen, wie dort hervorgeht. 7) 18, 12 hat für- Etzvzjj tceqi tcov avyysvcov gestanden, eine Leseart, welche jetzt auch nirgends zu finden ist. Ich habe hierzu nur ein unbedeutendes Glossem iynuzca avzijg gefunden, das vielleicht, aber sehr unwahrscheinlich, auf iyyrjvrjg führt sy[vMTOD av)[ysv]r]s i?) Düs Glossem ist aus dem Cod. Cois. t,Neptrt. 1. 104). 8) Exod. 4.20. lautet auch in unfern Ausgaben vno'gvyLa für ovo§, das zwar im Sprachgebrauche wenig Unterschied ausmacht, aber'vom Talmud sehr richtig als nicht wortgetreu bezeichnet wird. 9) Exod» 12. 40. wird die Bemerkung gemacht, daß hinter den Worten DW* “)t£M auch von andern Ländern die Rede sei; auch in unfern Ausgaben heißt es iv yfj Alyvitzoo loa ev yij Xcivccuv. Im einigen Ausgaben findet sich auch noch das Gloffem avzoi %cu oi nazEQtg ccvzcov. Beide Glosseme ftnb gewissermaßen in den Text gesetzte Interpretationen dieser schwierigen Stelle. (Vergl. unten Nr. 33 ) 10) 24. 5. wird in dem Worte vEavtcxog für das im Texte gebrauchte -jyi als eine absichtliche Veränderung des Originals bezeichnet'. Mit gutem Rechte: während nämlich die eigentliche Fundamentalbedeutung des Wortes das Kindische, Unselbstständige, Abhängige ist (Exod 2. 6., Gen. 37.2. 1 Sam. 1. 24.) bedeutet vEuvionog einen kräftigen gereiften Jüngling und geht diese Zeit nach Xen. Mem. 1. 2. Studien. Materialien zur Beurtheilung der Septuaginta.

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