Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 9 (26.2.1848)
- Date
- 1848-02-26
- Page
- Spalte 129-130 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Meratirrblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. AJ 9. Leipzig, den 26. Februar Inhalt. L iteratur-Ver ich te. Leipzig. Neue Erscheinungen. Cassel. Geiger. — Studien. Materialien zur Beurtheilung der Septuaginta. Von Dr. Hildesheimer. — Kritiken. Kurze Anzeigen. Sefat Chachamim und Nachträge. Beurtheilt von Leop. Dukes. — Mendelssohns und Wesselns Zeit. Von M. Mendelson. (Fortsetzung.) — Ankündigungen. Literatur § Berichte. Leipzig- 17. Febr. Von den neuen .Erscheinungen, welche für Wissenschaft so manches Interesse darbieten, habe ich diesmal folgende anzumerken : 1) Magyarische A lterthümer. Von Selig Cassel. Berlin, 1848, 8. (XU und 339) bei Veit u. Co. Der Leser wird sich im ersten Augenblick wundern, wie magyarische Altertümer mit der Wissenschaft des Judenthums Zusammenhängen mögen, allein die Sache ist doch so. Au den drei Kapiteln über die Magyaren (nämlich 1.' über die Abstammung der Magyaren von den Hunnen, 2. die linguistischen Untersuchungen über den Ursprung der Magyaren und 3. Betrachtungen über, den Ursitz der Magyaren) folgen von S. 182—339 als Anhang drei Beilagen, die Folgendes geben: Erste Beilage. Der Brief Josef's des Chasarenkönigs von S. 182—219' Übersetzung und Kommentirung des Briefes. Zweite Beilage. Gomer und Magog in Bibel und Josephus v. S. 220—262. Söhne des Noah. Gomer und Armenier. Phrygisch und Celtisch. Säulen des Seth. Josephus. Dritte Beilage. Gomer und Magog in Targum, Talmud, Midrasch und Josippon v. S.- 262— 346. In Targum, Talmud und Midrasch. Ueber den Geist der historischen Exegese. Jornandes und die Geten. In Josippon. Ueber seine Schicksale und Zeit. Die Franken- und Britensage. Die Söhne Thögarma's. Wir werden in einer Recensi'on auf den Inhalt dieser Bei-! lagen näher eingehen und denselben lheils den Lesern vorfüh- . ren, theils kritisch beleuchten; aber schon hier sind wir verpflichtet, den Lesern zu sagen, daß der hochmüthige, aufStelzen einherwackelnde Ton in der Vorrede wie allenthalben, wo der Verfasser nichts zu sagen harte, daß der Dünkel und die berlinische Selbstüberschätzung, die sich in unverdauten hochtönenden orakelhaften Phrasen ergeht, und die karrikirte Zunz'sche Manier, mit großer Verachtung auf die Leistungen misliebiger Persönlichkeiten herabzublicken, das Lesen dieser Schrift sehr unerquicklich macht — 2) Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie. In Verbindung mit.mehreren .jüdischen Gelehrten herausgegeben von Dr. Abr. Geiger, R. in Breslau. Sechsten Bandes 1—3. Heft. Grünberg, 1847—48, 8. Diese wiederaufgenommene jüdisch-theologische Zeitschrift hat einen sehr langsamen Fortgang; es sollte von nun an allmonatlich ein Heft erscheinen und seit gerade einem Jahre (der 1. Aufsatz ist vom 15. Febr. 1847) sind erst drei Hefte gekommen und wie es scheint ist der Herausgeber der schuldige Theil, da er alle Aufsätze allein zu arbeiten scheint, ungeachtet die „Verbindung mit mehren jüdischen Gelehrten" auf dem Titelblatte steht. Der Inhalt dieser drei Hefte ist ganz im Sinne der nun zu den Vätern gesammelten Reform- Zeitung) d. h. Phrasen und abermals Phrasen über Reformen, Vorschläge zur Versandung des Judenthums, Schlachten gegen Windmühlen und Kriegserklärungen gegen den Pentateuch , der sich nicht verteidigen kann. Aufsätze und oratorische Ergießungen in diesem Sinne sind : l) Die religiösen Thaten der Gegenwart im Judenthume. Erster Artikel, a) Der Gottesdienst. Dann wieder 1) Materialien zu einem Kommissionsbericht über Schweinebraten von Dr. Holdheim, dazu eine Nachschrift von Geiger.- Das ist das Hauptsächlichste der drei Hefte, und diejenigen, welche Lust bekom-! men, den Speisegesetzen eine Nase zu drehen, mögen es ja nicht versäumen, vorerst von der Geiger'schen Vorspeise zu. kosten. Nun kommt aber in diesen Heften noch etwas, nämlich etwas über Abot und die 49 Middot des R. Na tan, wobei der Verfasser viel ungegohrenes Zeug aussprudelt. Dann kommt im 3. Heft eine literarisch-kritische Uebersicht, wobei auf Jost, Zunz, Rapaport, Luzzatto, Goldenthal, Chajes, Frankel, Herzfeld, Bodenheimer u. s. w. geschimpft wird. Das nenne ich 9