Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 8 (19.2.1848)
- Date
- 1848-02-19
- Page
- Spalte 121-122 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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121 122 Studien. Mendelssohn's und Wefsely's Zeit. wirst ruhen, und du wirst aufcrsteheu zu deinem Loose am Ende der Tage. -- Bergt. Mat. 10, 22: „Ihr werdet angefeindet werden wegen meines Na mens; der da harret bis zum Ende wird geholfen — So wie mm 2, 24 die Scheltworte der Pharisäer: „Die tiefen Lehren des Satans" ironischsarkastisch, den Pharisäern zum Trotz, ebenso wiedcrgegcben werden, sich über diese Lästerungen hinwcgsetzend oder diese nicht achtend — vergl. i3)i(l. 20, 10. 19, 20 und mehrere Stellen — so nahm man gerade die 666 „weil dies die Zahl der Namen der Lästerung ist, „zum Zeichen" auf die Stirn und auf die rechte ,Hand, zur Erinnerung an. Vergl. 2 M. 13, 19: „zum Wahrzeichen an deiner Hand und zum Denkmal zwischen deinen Augen" und so wird er gerade Apok. 9, 4 „Gottes Stempel" genannt. Es soll gerade zeigen, daß die Pharisäer mit ihren Namen der L. „besiegt worden sind durch das Blut des Lammes und durch das Wort" u. s. w. — Vergl. 1 Sam. 2, 30 und Malachi 1, 6: ,,Verruchter meines Namens". Zwar ist 666 die Zahl des Namens der Lästerung; ucn ist aber dem wirklichen Namen ähnlich und bezeichnet ihn; nicht aber iDp jriJ. — V. 12. „Die zehn Hörner, die du gesehen (V. 3) sind auch zehn Könige, welche zwar noch kein Königreich in Empfang genommen haben; nehmen aber die Macht, als Könige in einer und derselben Zeit mit dem Thiere." Zehn bedeutet bekanntlich, als runde Zahl so viel als viele. Z. B. Hiob 19, 3: „Zehn Mal habt ihr mich geschmähet" d. h. viel Mal. Die Namen der Lästerung haben nur zehn Zacken. Gerade diese zehn Hörner — Hörner ist dasselbe Symbol als Berge: 1 Sam. 2, 1. ntrw Ps. 30, 8. : beides bedeutet Gluck, Erhabenheit — sagt Joh. ist Symbol auf die vielen sich bekehrenden Gläubige. Er nennt sie Könige, weil sie, nach ihrem Tode, ein Königreich , das Himmelreich, bekommen; auch mit Rücksicht auf die zehn Kronen Kap. 13, 1. Diese bekommen also die Macht als Könige zur selben Zeit wie sie das Thier, nämlich nach seinem Tode, bekommen hat. V. 13. „Diese — gewonnenen Bekehrten — haben alle einen und denselben Willen, daß sie vertrauensvoll ihre Kraft und Macht dem Thiere geben. Vergl. Ps. 31, 6: „In deine Hand befehle ich meinen Odem". V. 14. „Zwar streiten sie mit dem Lamme" — d. h. bevor sie sich bekehren — „das Lamm aber besiegt sie, denn es ist Herr der Herrn und König der Könige und die, welche mit ihm sind — d. h. die Apostel — sind angestellte, auserlesene und treue Männer" d. h. sie werden überzeugen „durch das Blut des Lammes". V. 16. „Die Hörner, die du an dem Thiere gesehen" — das sind wie oben erwähnt: die Gläubigen „die hassen die Buhlerin" — Jerusalem — ob der Namen der Lästerung „und zernichten sie und verbrennen sie in Feuer" iu s. w. V. 18. „Und die Frau, die du gesehen, ist die große Stadt" — Babel d. i. Jerusalem. — Bei diesem Kap. dachte Joh. wahrscheinlich auch an den Ge- / /////// sang Jcsajci's Kap. 26 besonders V. 1. — (Fortsetzung folgt.) Mendelssohns und Wessely's Zeit, mit Hinblick auf die Gegenwart. Von Mos.- Mendelson in Hamburg. (Fortsetzung.) Auch über nDN *>D^L3 hat er an hundert Regeln angegeben, und ferner sehr viele Abhandlungen über Astronomie, Algebra und Trigonometrie geschrieben. Sein ausgebreitetes Wissen, und eine Mannichfalkigkeit der Kenntnisse im Gebiete der hebr. Literatur, sein merkwürdig starkes Gedächtnis und endlich sein frommes heiliges Gemüth, das von keinem Eigendünkel getrübt war, haben ihm schon früh eine Berühmtheit erworben, die nie erlöschen wird. Wie in den meisten großen Geister.entwickelte sich auch in ihm schon früh der Sinn für alles Wissenswerthe, wenn es auch außer dem Gebiete der Religion lag, obschon seine Erziehung und seine Umgebung nur ganz für Letztre war. So hat er den Geomettr Baruch Sklow aufgefordert, den „Vater der Mathematik", den Euklides ins hebr. zu übersetzen, indem er ihm den Nutzen desselben auch für das Tatmud-Studium schilderte. „Ein Thor der profanen Wissenschaften, pflegt er oft zu sagen, schließt hundert Thore zur Gotteslehre auf." Er liebte diese Wissenschaft ganz besonders, und man sagt, die Akademie zu Berlin habe ihm mathematische Fragen zur Auflösung vorgelegt. Auch Anatomie war ihm nicht fremd, sogar über Musik schrieb er einzelne Aufsätze, obschon er niemals ein Instrument berührte. Das wird auch von Mendelssohn behauptet. Bei flinem Hellen, von aller Schwärmerei reinen Geist, mußte er ein großer Gegner der Chasidim sein, er suchte sie auch zu bekämpfen, obschon sie zu seiner Zeit über ihreBlüthe hinaus waren. — ' - . Wundert Ihr Euch, sagt einer feiner Söhne, in der Vorrede zu einem Werke, wundert Ihr Euch, wie es meinem Vater möglich war, so viel zu schreiben? So wisset, daß er von seiner Muße keinen Augenblick unbenutzt ließ. Außer daß er so viele Werke schrieb, ging er auch den ganzen jerusalemitischen und babylonischen Talmud durch und verbesserte die vielen Unrichtigkeiten, die durch den Druck entstanden,