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Der Orient · 1848-02-19 · 8 (19.2.1848) · p. Spalte 115-116

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
8 (19.2.1848)
Date
1848-02-19
Page
Spalte 115-116 (sequence 2)
Language
German
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115 Kritiken. dieselbe manifestirt; das jüdische Opfer war nur eine Manifestation der Gesinnung, die Verkörperung der innern Versöhnung mit Gott. 3) Der dr i tt e. Angriff auf das Judenthum ist ,- daß im Mosaismus die Furcht der Bestimmungsgrund für die Vorschriften, daß den Gottesdienst ein Sklavendienst sei.- . Hr. F. weist das Gegentheil aus zahlreichen Stetten der Schrift nach, indem gerade in Schriften des heidnischen Atterthums, welche die Religion der Heiden enthalten, die . Furcht als Bestimmungsgrund haben. Er entwickelt dann die von vielen Seiten ausgesprochenen Urtheile über das ethische, oder religiöse Element des Homer,' der Edda, des Zend A vesta, der Veda's und wenn man sie wirklich des Redeschmuckes entkleidet, den lügnerischen Strahlenglanz der Götter und Helden abzieht, so fällt Jedem das in die Rügen. Auch der Talmud predigt oft, den Dienst Gottes nicht als Sklavendienst anzusehen, was der Vers. schön entwickelt und zusammenstellt. 4) Der Vorwurf der Anthropomorphismen und Anthropopathien, welchen Vorwurf bereits /alle Religionsphilosophen zurückgewiesen. Und wirklich ist die Schrift nicht für Philosophen anit hochklingenden philosophischen Abstraktionen, sondern für gewöhnliche'Menschen geschrieben^ 5) Der Angriff, daß der pluralistische Ausdruck Elohim auf einen Polytheismus Hinweise, wird mit einer Widerlegung, die bereits der Talmud giebt und in der That schlagend ist, abgewiesen. Das sind nun die 5 apologetischen Punkte, worauf Hr. F. im 3. Abschnitte eingeht, und die ein Vertheidiger des Jüdenthums steth wird im Auge behalten z es sind die summarischen Angriffe, welche durch alle Jahrhunderte den Feinden des Judenthums haben herhalten muffen. — Der 4. Abschnitt, überschrieben Bemerkungen zur Vertheidigung einiger angefochtenen biblischen Stellen, bringt in der Einleitung eine Besprechung über die hebräische Sprache und ihre Vorzüge, woran der Vers.,'die Kürze der Sprache besprechend, .die Betrachtung knüpft, wie viele Vorschriften und Gesetze aus dem vieldeutigen Worte deducirt werden, und nach dieser Einleitung kommt er dann auf die Verthei- . digung gewisser Wibelstellen oder Bibelwörter, die ein Gegenstand beö. Angriffes waren. Diese sind:. a) der Name Jehova, in Vergleichung mit dem egyptischen J oh, dann über das Letragramm überhaupt; d) die Zweifel über die Schöpfung des Lichts am 4. Tage, gelöst durch eine sprachlich-philosophische Darstellung von D'Dttf und Dc) 3akob's Verhalten Esau gegenüber und das Erstgeburtsrecht; üj der Unglauben Abraham's (Gn. 15, 3) in Bezug auf Nachkommenschaft, bei welcher Apologie zwischen -jnj und "p'-NHW «in Unterschied gemacht wird; k)-dcr Voltaire'sche Angriff auf Kap. .11 und 12 der Genesis, weil in der Zahl (Gn. 12, 4 und 11, 32) ein Widerspruch liege, welchen Widerspruch der Verf. sehr scharfsinnig zu lösen, sucht; g) das Zinfennehmen (Wuchre) von Fremden, das die Feinde in Dt. 23, 20. 21 zu finden glaubten, Mendelssohns Ansicht darüber, der Unterschied zwischen und b) Laz. Bendavids erhobene Zweifel in Betreff der Bedeutung von Schaddaiz Fncdenthal. . 116 2) der Widerspruch zwischen Dt. 17, 15 und 1 Sam. 8, 6, die Einsetzung eines Königs betreffend; k) über einige Ausdrücke der Schrift, die-man als der Ethik widerstreitend ausgegeben. Den Schluß bildet eine kleine Abhandlung, überschrieben: Aphoristische Betrachtungen über einige biblische Gegenstände, worunter einige Berichtigungen über die Wörter Dv6ny 3GS>in;Al u. A. — 5) Der 5. Abschnitt endlich ist „die Männer Gottes" überschrieben. Dieser letzte Abschnitt ist der am Klarsten durchgcführteste, und kann er auch, wenn gleich ähnlichen Inhalts, nicht mit Niem ey er's „Biblischen Charakteren" wetteifern, 'so Herrscht hier doch ein durchdringender Gedanke, für die Dogmatik wie für Bibelkunde anregend. Die Männer Gottes sind die Vorbilder für religiöses und moralisches Leben geworden, und der Verf. entwickelt: wer waren die Männer Gottes, diese heiligen Individuen, welches sind die Kriterien ihrer Göttlichkeit, Frömmigkeit, Sittlichkeit re. wird hier entwickelt, und diese' Entwickelung ist wieder apologetisch, und dann erst wieder eine Vergleichung derselben mit den heidnischen. In 13 Kriterien entwickelt der Verf. diesen auch in der Uebersetzung sehr gelungenen Abschnitt. Nach diesem Abschnitt folgt unter der Ueberschritt: „Exegetische Blumenlese", so Manches, das in Bereich der Religionsforschung gehört, als über Dpyi und was sie symbolisiren, das Verbot der Spannader symbolisirt, und der Verf. spricht sich über die Symbole der Schrift aus. Dann erscheint eingeschoben,, aber am unrichtigen Orte (S. 105) Etwas „über die biblischen Feste", worin der Verf. von der richtigen Ansicht ausgehr, daß die jüdischen Feste eine doppelte Beziehung hatten, a) eine historische und b) eine ökonomische, und da letztere Bedeutung für uns keinen Werth mehr hat, so bleibt nur der historische von Bedeutung. Pesach hat also für uns praktisch blos die historische Bedeutung des Auszugs aus Egypten u. s. w. Beim Wochenfeste macht der Verf. darauf aufmerksam,^daß die sieben Septaden zwischen dem Oster- und Wochenfefle eine Zeit der Weihe symbolisiren sollte, 7mal 7 Tage mußte die Vorbereitung zum Gesetzempfang sein, daher das Wochensest, als Schlußtag jener Weihezeit, jy"iuy' in der Mischna genannt wird, wie der Schlußtag des Hüttenfestes. Auch hier in der Betrachtung über die Feste verläßt der Verf» seine apologetische Tendenz nicht und gleicht die Widersprüche aus, die theils-in Folge von angeregten Zweifeln, theils aus Unkenntniß des hebräischen Alterthums in der Schrift gefunden wurden. Andere exegetische 'oder richtiger sprachliche Bemerkungen sind über nDJ (Schlagen), mn, stob, iijTNBn, Ivn-NPIL, D^>p, any cany, nin'-nB, für ®n. 50, 19, jammtiidj theils zur gründlichern Erläuterung des dogmatischen Elements in der Schrift, theils im^.Dienste der Apologetik, und namentlich finnig ist. die von tlNN an erwähnter Stelle. Nach dieser vorzüglicheren Partie, die am ehesten dem Zwecke des Werkes entspricht, kommen nun zwei Abhandlungen. (Fortsetzung folgt).

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