Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 8 (19.2.1848)
- Date
- 1848-02-19
- Page
- Seite 62 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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62 nach Galizien einwandern werden. — Heren einmal, wie cs wahrscheinlich bald geschehen wird, die drückenden Jttdenstenn-n auf, so l-ebt ja der polnische Jude unter der Aegidc des 'österreichischen Gesetzes so sicher , wie in AbrahamS Schroff, während in Ungarn fast keine persönliche Sicherheit ist. Wehe mir, wenn cs dem ersten besten Baeskaras-nemcs einfiele, mitten auf der Straffe par plaisir mich tüchtig durchprügctn zu wollen, wenn ich mich erkühnen wollte, tun mich zu v er t heidi gen, meine Hand gegen ihn zu , erheben oder ihn gar zu berühren k Rnr das Davonlaufen steht mir frei. — Und auf welche. Weise ist es dem Paroszt möglich den in seinem Haufe wohnenden Nemes, wenn derselbe auch jahrelang den Miethzins nicht zahlt, wenigstens los zu werden? Wehe denr Hausherrn, wenn er vondem ihm in seinem eigenem Hanse zustehcndem Rechte: sich von einem überflüssigen Gaste befreien zu wollen, Gebrauch zll machen sich erkühnte! Wir weisen nur hin auf die Brutalitäten der Juraten gleich bei ihre tu An kommen in Preßbnrg. Sich gleichsam zu legitiuriren und der Welt zu zeigen wer .sie sind und wa.s sie vermögen, hatten sie nichts Besseres Zn thnn, als die Inden ans ihren: Kasino zu werfen , sie.zu schlaget: , die Möbel zu zerbrechen, kurz auf acht? ungarische Weise darin zu. wirthschaften» Diese Menschen werden Ungarns Gesetzgeber, diese H euren Ungarns Nicht e r ü); „ Die Modifikation wurde angenommen." ,, S zen t kir ä tyi von Gömör. " (In diesen: Komitate wohnt trotz dem Gesetze von 1840, noch kein einziger Jude, und Schreiber dieses hat von einem dortigen Stuhlrichter selbst gehört : So lange die Inden nicht emanelpirt sind, wollen wir von ihnen nichts wissen l Also B.-teremtete l Schaffet Gesetze zur Befolgung Eurer Gesetze!!) „glaubt nicht, daß man sich der Inden wegen so zu verschanzet: brauche, man sollte wohl den armen Huden des Auslandes ausschließet:, aber nicht den begüterten ,, der den: Lande von Nutzen"' sein könnte." (Schwerlich wird es bei dem allmäligen aber sichern Verschwinden der mittelalterlichen Prineipieu, mithin auch der daraus entflossenen Bedrückungen und des sich immer mehr und mehr ausdehnendcn freien Wirkungskreises der jüdischen Betriebsamkeit ü: fast allen angrenzend er: Staaten, einem ehrlichenreichet: Juden einfallen nach einem Lande gehen zu wollet: , wo der Willkühr und d.er Bestechlichkeit so viel Spielraum/ wenn nicht geradest: gestaltet, doch gelassen ist.). „Kos füll) (vom Pester Komitat) glaubt man ist zu weit gegangen, beim man sprach schon von der Hereinlassttng der ausländischen Juden wahrerd nur von den: Jndigenate die Rede ist'; denn von der Niederlassung wird erst im dritten Ab schnitte die Rede sein. Redner unterstützt den Antrag Preßburgs. Jedoch inuß er Kendo widersprechen, er wünsche nämlich, daß die andern Nationalitäten nur-so viel für die ungarische Nationalität gethan hätten , als eben die Inden und doch haben sie (die. Inden) nicht so viel Vortheile. Pesth's Abgeordnete muffeer sagen, daß in der Stadt Pesrh in der letzten Zeit der Noth mehr christliche Kornwucherer waren als jüdische. Redn er ko t: ne cs beweisen." (Noch im Frühjahr waren die Magazine der hohen Geistlichkeit,, selbst die des Primas v. Ungarn mit Ungeheuern Vorratheugefüllt, während der Bauer schmachtete. ... In G y b n g y ö s mußten verflossenen Winter viele herrschaftliche Magazine, weil die Edelleute das Korn zu den von: Komitat bestimmten Preisen nicht hergeben wollten, damit der Bauer vondemjenigen Korn, das die Herrschaft —- wir wollet:, wie jener Abgesandte bei der Ständctafel, nicht sagen: „nur rechtmäßig" wir sind das zu untersuchen nicht berufen — von ihn: erpreßte, für fein theuereö Geld etwas zurück bekomme, um — horrendum diclu! — des schrecklichstet: aller Tode: des nagenden Hungertodes nicht sterben zu müssen. O herrliche nach einem gewissen John von ganz Europa beneidete (??) S.. Preßb. Zeit. 134 —135 — ungarische Freiheit! — ,,Einen solchen Sieg gönne ich meinen Feinden! — Hanibal E.). „Er unterstützt, wie bemerkt, Preßb. Antrag, eben weit er den Inden. Ungarns ihre Lage erleichtern will Neutra ev^lavt flc^ inSöeife'^ Wenn wir das Extrakt ans dieser Debatte herausziehen, so stellt sich uns das Resultat dar, daß itn Ganzen keine jndenfeindlichen Prinzipien, geschöpft aus Eisenmengcrischem Reservoir nunmehr als Basis untergelegt werdet:. Und wenn jener Herr äußert: dir Juden vermehren sich zu stark — was freilichein ganz eigener Gnu:d (oder vielmehr Ungrund) gegen die Emancipatio n anznkämpfen; — so scheint er nicht bedacht zu haben,, daß die Vermehrung, der. Juden in Unganr nicht von Innen heraus, sondern von Außen herein vor sich ging. Gleich den: Mineral, das durch Ansetzung von Außen, wächst, vermehrten sie sich durch Anströmung aus unfern Nachbarländern, was sich verlieren muß, wenn man einerseits den: Strome durch starke, haltbare Dämme Einhalt thun wird und andererseits, wem: den Anlässen, wodurch der fremde Jude gezwungen ist sein Geburtsland zu verlassen von den dortigen Regierungen. kein Impuls mehr gegeben wird, was sicherlich bald geschieht. — Auch hat ja schon der Strom ein anderes Bette, nach dem jenseitigen' atlantischen Meere,, sich gegraben. — Auch glauben wir keine Fchlmeinung zu äußert: , wenn wir die Behauptung hinstollcn, daß die Vermehrut:g der un emancipirten-Juden denr Lande wcuiger. nützlich, als die der emancipivten.. Und gewiß werden die Juden emaneipirt, sichnicht mehr 'als jetzt vermehren. — , Di e andere Ansicht: sic gefährden die Nationalität, ist reine Chimäre. Dieses konnte' geltenvon Nationalitäten, die ihren Hinblick nach an§-