Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1848-02-12 · 7 (12.2.1848) · p. Spalte 105-106

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
7 (12.2.1848)
Date
1848-02-12
Page
Spalte 105-106 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/8555529-9897534-9897537--5321-3533895
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

105 P u m - Na ha r a7" das erledigte Rektorat zu Pum-Badita um 397 n. Ehr. und verwaltete dasselbe volle sechszehn Jahre bis 4 1 3. 735 Seine ersten Studien im frühesten Alter machte er unter Rab a (337—51), welcher überhaupt für ihn stets tzie größte Autorität geblieben.7" Bei Gelegenheit einer Anfrage von Seiten seines Zeitgenossen Ra me b. Chama erfahren wir, daß er bei diesem Lehrer den Traktat Sanhedrin mit diskussiven Besprechungen seines Inhalts, gelernt, "' und Asche, sein jüngerer Kollege zu Sora, der oft vor ihm die gehörte Tradition entwickelte und überhaupt ihn als Lehrer betrachtete, 738 erfuhr die Lehren grLßtentheils nur durch seine Vermittelung. 739 Nur wenn es nicht die Lehren Rabats betraf, folgte Asche in seiner Energie der eigenen Ansicht, ohne sich an Kahana's Ansehen zu kehren. 740 Nach Raba's Lode (35!) kehrte er nach seiner Vaterstadt Pum-Nahara zurück, dort in einer eigenen Schule, bis 397 lehrend, und von Zeit zu Zeit finden wir ihn mit Papa, dem Rektor zu Sora (355—374), Zusammenkommen, aber doch im Ganzen so selten, daß er darüber Vorwürfe Horen mußte.7" Auch mit Sebid, seinem Vorgänger in Pum-Badita, kam er zusammen (376—384), da er ihn gleichsam als Lehrer betrachtet,7" ohne daß er jedoch deshalb seinen Wohnsitz in Pum-Badita aufgeschlagen. Als Sebid um 384 gestorben und Kahana mit dem Unterscheidenden in Vatersnamen anführt (-Erubin 8 b). — 734) Sota 46 b; Berachot 31 a; 9D?o'eb Katan 27 b. Simai b. Asche, der Vater des soranischen berühmten Schulhauptes, kam zuweilen nach Pum-Nahara, wo sein Genosse Kahana b. Tachlifa wohnte und lehrte, und beim Scheiden Simclli's begleitete ihn Kahana bis zu den drei Ferseng entferntem Be-Zinita, gleichsam als wäre er sein echter Lehrer gewesen (Berach.!. <\ Sota 1. e.). Eben so besuchte ihn daselbst Chan an aus Neharde'a (Kidd 8! b). Als S e b id, das Schulhaupt zu Pum-Badita um 364 starb, war Kahana noch daselbst und veranstaltet eine Todtenfrier (Mo'ed Kacan l. c ). Die Stadt Hum nia (jsjvjDVl), deren Bewohner schon Jehuda Ha-Nasi als 'ammonitische Kolonie bezeichnet (Kidduschin 72 a), fag in der Nähe Pum- Nahara's und die jüdische Kolonie daselbst hatte von den urfeindlichen 'ammonitischen Bewohnern Humnia's viel zu leiden (Kidd. 72b; Jebamot 16 b), wie schon Ra b und^Jehuda b. Jecheskel bemerkt. Auch die Stadt Harpania oder Hardafni woher Hamnuna stammte, war in der Nähe Pum-Nahara's (Jebamot 17 a), indem die Bewohner Harpunia's dorthin ihren Charag' entrichteten. — - / 735) Scherira!. e. Er war um c. 330 geboren, da er bei Raba (337—51) gelernt, und er starb demnach in hobem Alter.-— 736) Megilla 7 b 5 Berachot- 24 a. . 737) Sanhedrin 41 b.— 738) Menachot 102 a; Scbachim 106; Berachot 39a; ib. 42 a; Sabbat 150 b. — 739) Megilla 7b; Berachot 24a. — 740) Ketubot 20 b. — -741) Sabbat 89 a. — 742) Jebamot 18b; ib. 48b. — 106 gerade an einem Festtage die Todeskunde vernommen, so veranstaltet er noch an demselben Tage eine.Trauerfeier.7" -Indem er, bereits in ansehnlichem Alter, um 397 das durch den Tod Rafrem's erledigte Rektorat übernommen, wirkte Asche zu Sora, und dieser besuchte ihn zuweilen, um über Gegenstände des mündlichen Gesetzes sich zu unterreden oder um irgend eine Lehre seiner Prüfung zu übergeben.7" Asche theilte Kahana's Lehren wie die eines Lehrers mit,7" und wenn er ihn auch gerade nicht Lehrer nannte, so redöle er ihn doch mit dem Titel Mar an,7" sie kamen auch zuweilen in Amtsangelegenheiten zusammen. Als einst eine Witwe das Grundstück ihrer Waisen schnell verkaufen mußte, um den Charag" zu bezahlen und die gesetzlich vorgeschriebene vierwöchentliche Licitationszeit (Achrasta) nicht ahgewartet werden konnte, so waren es Kahana und Asche, die gemeinschaftlich den Verkaufskontrakt Unterzeichneten "7 In dieser Weife neben Asche wirkend, verwaltete er volle 16 Jahre das Rektorat, und wenn man gleich nur Wenige seiner Schüler erwähnt findet,"8 so kennt man um so mehr seine zahlreichen Genossen,"9 unter welchen Simai, Asche's Vater,-der bedeutendste war, in dessen Namen cr sogar manche Lehren vorgetragen. Außer dem Lehramte zu Pum-Badita ist. unser Kahana b. Tachlifa noch als Redakteur und Ordner eines höchst-wichtigen und stark benutzten haggadistischen Werkes, in der Literatur unter dem Namen Pesikta des Rab Kahana angeführt, bekannt und berühmt.7" Dieses Haggada- Werk, welches in dem dem Abschluß des Talmuds nachfolgenden Jahrhundert in der Bestimmung der Haftara's u. s. w. bekannt war, wovon in den Arbeiten um die Mitte des achten Jahrhunderts (Scheeltot, Halachot Gedolot) eine Bekanntschaft zu sehen und das um die Mitte des neunten : Jahrhunderts eine Umarbeitung und Erweiterung erfahren \ (Pesikta SKabbati)"1, hat in Zunz,7^ obgleich jetzt nur in 743) Mo^ed Kat.-n 27 b. — 744) Cdullin 49a; Scbachim 106; Menachot 102a. — 745) Berachot 39 d; Sabbat 117 b; Baba Kamma 95 b. — 746) Su'ka 7 a; ib. 1.9 a; ib. 22 a; Sabbat 136a. — .747) Gittin 52 b. — 748) Man kennt blos: 1) Abba b. Josef, ein Enkel Raba's; 2) Acha b. Josef; 3) Adda aus Karchin >4) Bagai b. Josef, 5) J6mar; 6) Jirmijja aus Difta (dtNON) und einige Andere. — v , 749) z. B. Chanan aus Neharde'a, Asche selbst, Huna b. Josua, Sebid u. A.— 750) sJHD 2V7 iVnp'DD. Siche die Belegstellen für dergleichen Citate: Aunz GV. S. 103 Anm. f. — 751) Die Belegung des haggadistischen Werkes Lekach Tob aus dem 11. Jahrh. (von R. Tob'jja b. Ellleser ha- Gadol b. Isaak, einem Nachkommen Abua's) mit dem Namen „kleine Pesikta^', kann, wie schon Zunz (GV. S. 293—295) klar nachgewiesen, bei Besprechung der wahren Pesikra gar nicht in Betracht kommen. 752) GV. Kap. 11 (S. 185—226). Nur was er über Abfassungszeit, Vaterland u. s. w. gesagt, ist auszunehmen, indem dort dabei keine überzeugenden Gründe bestimmen.— Studien. Geschichte der jüd. Literatur in Babylonien.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.