Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 7 (12.2.1848)
- Date
- 1848-02-12
- Page
- Spalte 103-104 (sequence 4)
- Language
- German
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103 Studien. Geschichte der jüd. Literatur in Babylonien. 104 es Raba, sein Lehrer/ der aus Wißbegierde ihn, wie jung er auch damals gewesen sein mag, oft darum gebeten , wodurch er gleichsam der Kanal für jene Lehren geworden.^ Außer dieser Kunde soranischer Ueberlieferungen von Hüna und Chasda, wobei Raba ihn sogar mit dem Ehrentitel Mar (d. h. Herr) anredete, "^ verübelte dieser Lehrer es ihm sehr, wenn er bei divergirenden Ansichten früherer Lehrer eine eigenmächtige Entscheidung wagte,und er nannte ihn bei solcher Gelegenheit scheczweis „j u n g e Einsal t", einen Tadel darin j bergend. Nächst Raba finden "wir ihn neben seinem Vor-! ganger Dime,725 oder die talmudische Redaktion nimmt von ihm, ohne ihn in irgend eine Beziehung zu bringen, Entscheidungen auf.'^ Zuweilen jedoch weist diese Redaktion Raftem's Ansicht ganz' zurück, und zwar nicht blos in den Beweisen, sondern im Entscheid selbst, als der mischnäischen Tradition zuwiderlausend, wie es in seltenen Fällen auch mit Ansichten Abbuhu's, Hüna b. Josua's und Asche's geschehen.727 Aus Schonung bedient sich der Talmud für eine solche Zurückweisung des Ausdruckes: „das von Rafrem ist apokryphisch". Dem Kollegen Asche gegenüber konnte er sich natürlich theils seines Alters wegen,'-(Heils weil er alte Auto- 721) Berachot 8 a; ib. 59-a; Sabbat 81. a; Ta'anit 13a; 'Erubin 83a; Kidduschin 81a; Sanhedrin 48a; Nidda 61 d u. a.' St. Es findet sich nirgend eine Spur, daß er mit >Ehasda oder Hüna gesprochen oder daß er zu ihrer Zeit geblühet, was übrigens auch nicht sein konnte, wenn er 394 gestorben, und die einzige Stelle (Sabbat 82a), wo es heißt nVl NM, ist in nrn ilWD S« korrigiren. — 722) Berachot 8 a. — 723) Berachot 50 a. . Wir erfahren aus dieser Stelle, daß er damals, in den zwanziger Jahren wahrscheinlich stehend, Ausflüge nach Be-G u bar '2) von Pum-Badita aus machte, daß dort eine Gemeinde und eine Synagoge war und daß man ihn gerade nicht sonderlich achtete. — 724) Berachot 4. e. Der Ausdruck dieser Spottbezeichung lautet NöDNtf NTiD, die übrigens auch von andern Lehrern für Andere gebraucht wurde (Pesachim 88a; Megilla 14b; Aboda Sara 15 b). Was die Erklärung dieser Worte anlangt, so haben Ra sch i (zu Berachot 1. e. und zu 'AS. 1. e.) und 'Aruch (s. v.) zu den wunderlichsten Erklärungen gegriffen, die theils zuviel voraussetzen, theils sich etymologisch kaum rechtfertigen lassen. Die natürlichste Erklärung scheint mir die, welche im Texte gegeben ist; denn heißt „einfältiger Jüngling"; nnrw Zugend (Koh. 11, 10) wird durch übersetzt. Diese Formel wird immer gebraucht, um Jemanden in seinen Fragen oder Entscheidungen lächerlich zu machen oder abzuweisen. — 725) 'Erubin 83 a. — , 726) Baba Mezi'a 42 a; Pesachim 31b. — 727) Keritot!4a; Joma 16b Tos.; vergl. noch Schebu'ot 24 b; Megilla 7b-in der Mischna Siehe RGA. Teschüba me-Ahaba l. Nr. 20. — , 728) dri.iwofim Spätere zuweilen unrichtig gelesen. Sehr richtig erklärt schon 'Aruch diese Ausdrucksweise mit den Worten : 'nil Nbl 'CrDDnfi tyb&J/ DlpP3 NnnD' n^ 'iya'-\ryb\ ..oroaib m n1? .noVp NW nVji^n. npn (Landau's Ma'arche Laschon U. S. 67). — ritäten noch gekannt und von ihnen empfangen, so manches erlauben; er suchte zuweilen diesen jüngern Kollegen durch Beweise zu seiner Ansicht zu. dringen und einst zwang er ihn sogar die volle Summe eines Schuldscheines zu bezahlen, der, einem anderen gehörend, von Asche in seiner Jugend verbrannt wurde.In literarischer Beziehung wissen wir von unserem Ra frem, daß er den Traktat Ebel Rab bati, über die Observanzen bei Trauerfällen, handelnd und darauf bezügliche Haggada's mittheilend, als etwas Geschlossenes vor sich gehabt, 730 und daß-die Barajta's noch als Besonderes neben der Mischna vorhanden waren, ohne daß die Jünger darin so heimisch und bewandert als in dieser waren.7^ Er starb 397 n. Ehr. — 4) Nach dem Hmscheiden Rafrem b. Papa's übernahm Kahana7^ b. Tachlifa733 aus 729) Ketubot 86 a; Baba Kamma 98 b Raschi. — 730) ,Mo'ed Katan 24». Ebei^so hattePapa (355—374) eine solche Sammlung vor sich .gehabt (!d. 26 b). - - 731) Sabbat 81 a — 732) Dieses aramäische Wort, das „Priester" bezeichnet und gewöhnlich nur als Beiname zur Bezeichnung eines zur Priesterklasse Gehörigen gebraucht wird, erscheint in der talmudischen Periode (32 v. Ehr. — 498 u. Ehr.) bereits als Eigenname, ohne daß jedoch seine eigentliche Bedeutung vergessen wurde (vergl. Baba Batra 110» Tos., wo es heißt: Rab sagte zu Kühana: Nplt^n. NrfeüT WibJ N J H D Iß'D N^'unb in unserer -Ausgabe, das K ahana in' toi jsHDJl aufgelöst ift; 'Embin 105 a v),-p_ )TOD u. a. St ). Dieser Uebergang ist erst dann geschehen, nachdem man die biblische Nebenbedeutung N3n N*D.3 (das Targum giebt durch ^2^, Nm, Kimchi durch na); by'Z, u. s. w. wieder. S. Gest l'besaurus 8. v.) festgehalten. Die hebräische Form K oh e n erscheint ebenfalls in dieser Periode als Eigennamen, wie z. B. Rab Kohen b. Abba (j. Sabbat c 2. Ii. 2; j. Megilla 118c); R. Kohen b. Abün (Midr. Schoch. Tob 110) u. A. Aehnliches geschah mit andern Ehren-Beinamen, wie mit Abba, Ab (N^N, UN), Mar (->2), Märe (^nv), Rab (m), Rabbi (vn), Safra (nidd) u. A. — 733) So war der vollständige Name 'unseres Kahana, um ihn von zwei andern vor ihm gelebten Kahana's zu unterscheiden. Dererste jener zwei Krhana's war Kahana b. Malkijja, bei den Ehronisteir K. Kamma d. h. K. der erste, bezeichnet und im Talmud oft ohne Vatersname genannt. /Dieser Kahana war jüngerer Genosse Rab's, der nur seine Traditionen (NnM) und nicht seine rationelle Begründung derselben ({sTDD) beachtete (Sanh. 36d), bei ihm regelmäßig aus der Schrift abschnittweis vorgelesen (Sabbat l5^) und eigene Auslegungen über das Gelesene gemacht, .zuweilen zu seinen Vorträgen ging (BM. 64a), überhaupt mit ihm viel zu thun hätte, und er war es auch, der einige Mal nach Palästina gereist und dortige Lehrer besucht. Der zweite dieser Kahana's war Kahana b Manjome, als Genosse Josef b. Ehijja's habe er unter Jehuda b. Jecheskel seine Studien gemacht ('Erubin 67 b; Jeb. 17 a) und mit Josef daher zusammenkam, über Lehren Jehuda's konferirend (Ned. 22 b; Mo'ed Katan 8 a). Unser Kahana b. Ta chli f a theilt im Namen jener altern Kahana's Etwas mit, bei welcher Gelegenheit er sich und jene