Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1848-02-12 · 7 (12.2.1848) · p. Spalte 101-102

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
7 (12.2.1848)
Date
1848-02-12
Page
Spalte 101-102 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/8555529-9897534-9897537--5319-3533893
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

101 Studien. Geschichte der jüd. Literatur in Babylonien. 102 als die Kunde seines. Todes zu seinem Schüler *K aha na nach Pum-Nahar a^« gekommen, so verantaßte er sofort eine Leichenfeier (Hesped), obgleich die Trauerkunde gerade an einem Festtageangelangr war.'o? — 2) Nach Scbid folgte im ReItorate um, 384 Dime b. (5 [) \ n e n a 708 aus Neh a rde7a/oo ebenfalls aus einem älteren Geschlechte stammend. Da er ein Schüler Rabats war und bei demselben mit seinem Bruder R ab in einen Rechtsstreit in Erbschaftssachen geführt,710 so muß er beim Antritte seines Rektorats um 384schon bedeutend in Jahren -vorgerückt gewesen sein, was auch dadurch sich bestätigt, daß er nur drei Jahre in diesem Amte war und schon 387 starb.712 ,Jrn Ganzen finden wir Dime in keinem Umgang mit andern Lehrern der Schulen, weder lernend noch lehrend, kaum daß Am 6mar und Mar Sutra, die Genossen Asche's, mit ihm in Berührung kommen;^" aber ungeachtet dieser Jsolirtyeit und -geringen Bedeutung, bewahrt dennoch der Talmud so manche Lehren von ihm, sei es auf dem Gebiete des ritualen Gesetzes oder auf dem Felde der talmudischen, Rechtsstudien, und sogar die Decision wurde zuweilen nach ihm fixirt. '" Er starb, wie gesagt, schon um 387 n. Ehr.715 — 3) Nach Dime'6 Hinscheiden um 387 übernahm Rasrem'^ h. Papaaus 706) P um- Nahara (NVÜ D1D) war der Name einer kleinen Stadt, wo Rab Kahana gelebt (Sota 46 V; Berachot 31 b). Drei Ferseng davon entfernt lag Be-Zinita (NiTO^ *0), wie man aus derselben Stelle ersieht. — 707) Mo'ed Katan 27 b. — 708) Unter den vielen Lehrern, welche den Namen Dime führten, läßt sich der unsere, kaum ermitteln, wenn man nicht diejenigen ausscheidet, die zu den Ahnen unsers Dime gehören, was aber erst durch Aufstellung seiner Stammtafel möglich ist. Die Stammtafel unsers Dime ist. folgende: 1) Dime b. Scheschna (e. 240), ein Schüler von Rab und Samuel. (Gitkin 62 a; Menachot 90a; Ketubot 60 s; Nidda 66a); 2) Jsaak b. Di m e (c. 260); 3) D i m e b. Isaak (e. 280), ein Schüler des Jehuda b. Jecheskel (Chullin .456); 4) Jo se f b. Dime (e. 310); 5) Na chm a n b. Josef (c. 330); 6) Dime b. Nachman (od. Nechemja), ein Genosse Abbaji's (Sabbat 145 a; Nasir 36 a; Jebamot 48 a); 7) C h i n e n a b. Dime he. 360); 8) D i m e b. CH ine na (384). — 709) Der Beisatz „aus Neharde^a^ kommt zuweilen ausdrücklich vor (Menachot 35 a; Chuttin 15 b; Pesachim 110 d), ohne daß man jedoch annehmen darf, daß wo der bloße Name steht, ein anderer Dime gemeint sei, wie. wir "bereits bei S e b i d bemerkt (Anm. 695). Uebrigens hieß Dime b. Nachman auch zuweilen schlechtweg Dime aus Neharde^a (Baba Batra 22 a) und dieser war es auch, der zuerst nach Palästina gewandert, um dort zu lernen, und dann von dort zurückkam. —- 710) Baba -Batra 13 b. — 711) Scherira 1. e. — 712) Scherira 1. e. — s 713) Chullin 51b. — 714) Pesachim 110 b; Jebamot 121 a; Baba Batra 138b; Chullin 15b; Menachot 35a. — 715) Scherira 1. c. — 716) Der Name Rasrem (QlOl) ist eigentlich als Sikkara'^ das erledigte -Rektorat zu Pnm-Badita.7^ Unter Raba (337—351) galt er als der Kundigste und Bewandertste in den traditiven Lehren und Ansichten, Meinungen und Sentenzen der alten Meister Chasda und Hü na, insofern sein Vater Papa, zu Sora unter jenen Lehrern blühend, ihm darüber Vieles mittheilen konnte;'^ und insofern jene Ansichten und Meinungen zu Pum-Badita weniger bekannt waren, ersuchte man ihn, dergleichen „vorzügliche Aussprüche" (Mille Me^alljata) mitzutheilen. Besonders wav§ Zusammenzühung aus R'Efrern CcnöN ^) , entstanden, und Efrem für Efrajim ist die im 3. Jahrhundert gewöhnliche syrische Form. Die Zusammenschmelzung mit R', d. h. Rab, ist bei talmudischen Namen ganz gewöhnlich,, als Rame aus R'Ame (Rame b. Abin wechselt ab mit R'Ame b. Abin, es wird daher auch ißN*, geschrieben, Menachot 29b), Nabin aus R'Abin, Raba aus R'Abba und daraus auch Rabba, Rabina aus R'Abina, Rachum a i aus R'A ch u m a i u. A. Dieser Einblick in die Eigennamen ist ebenfalls Hilfsmittel der Kritik (s. oben S. 71) und gewährt manche überraschende Berichtigungen. Gewaltsamer erscheint die Kontraktion in dem Namen Rach ba (*Orn, num); denn dieser ist für's erste aus R'A ch b a (jorkS/’“i) zusammengezogen und der Name Ach ba (NDruv) fclbft ist wieder eine Kontraktion aus ndr und mithin ganz identisch mit dem Eigennamen der aus PIN* 1 zusammengeschmolzen. Selten und ganz isolirt Ist diejenige Art Zusammenziehung, wo das R. ('-j) in Rab aufgelöst erscheint, als 102"! ^Midr. Chasit 20 e) aus 31, . Was übrigens den Namen Rasrem anlangt, so erscheint er bei den Juden erst im 3. Jahrh. — 717) Der Vacer unsers Rasrem war Papa, der Alte (Saba), der ungefähr zu Ende des 3. Jahrh.'s geblüht und im Namen Rab's viele Traditionen mitgetheilt (Kidd.71b; Sanh. 49; Menach. 33b). Dieser Papa hatte außer unserem Rasrem noch 10 Söhne, nämlich Däro, Surchab, Rachisch u. s. w., von welchen vier am Todestage Raba's im Jahre 351, also unter Schübur dul-Ektaf, hingerichtet worden sind (Juchasin 106 6). Ueber den spätern Brauch, die 11 Söhne Papa's, worunter natürlich auch unser Rasrem, siebenmal nach jedem Durchftudiren eines talmudischen Traktats zu recitiren, s. Juchasin 80 a und Jam schel Sch'lomo von Sal. Loria zu BK. (Prag, 1615, f.) im Vorworte. 718) Baba Mezi'a 42 a; Pesachim 31 v und dieser Ortsname wird geschrieben. Aus Sikkara war auch R. Scharnan, ein Lehrer in der letzten Zeit Asche's und Genosse R'Abina's und da dort eine ordentliche Gemeinde war, so reiste Mar Sutra zuweilen hin, um Vorträge zu halten (Chuttin 18b; Nidda 36a). — 719) Scherira 1. c. In der neuen GN. fehlt das Datum und ist überhaupt unrichtig, aber in der SN. steht schon richtig f&yn rtifcO yoWß welchem ich folgte. Rasrem hätte demnach 387 sein Rektorat angetreten, acht Jahre verwaltet und ist 394 gestorben. — 720) Sein Vater, genannt Papa, der alte, war Schüler des Huna und Chasda und blühete um diese Zeit (Megilla 26b), und von diesem hatte er-die Traditionen jener Lehrer erhalten. Ta'anit 20b ist in der Mittheilung von Rasrem etwas korrumpirt, insofern^ er dort Raba eigentlich im Namen seines Vaters mittheilt. —- 7 *

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.