Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 7 (12.2.1848)
- Date
- 1848-02-12
- Page
- Spalte 99-100 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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99 Studien. Geschichte der jüd. Literatur in Babylonien. GeWrchte der jüdiWen Literatur in Babylonien. Eine Skizze von Dr. Julius Fürst. «Zehntes (Fortsetzung.) 2» Während der 52jährigen rühmlichen Wirksamkeit Asche's als soranisches Schulhaupt, wodurch auf lange Zeiten hinaus dieser Hochschule in jeder Beziehung das Uebergewkcht gegeben wurde, erstarb keincsweges die Lehr - und Lernthärigkeit zu Pum-Badita.692 Es traten noch immer gelehrte. Schulhäupter an der Spitze dieser alten Leyrstätte auf, wenn auch durch den Glanz Sora's verdunkelt, und es wurde da' noch immer bedeutend für den Auf- und Ausbau des Talmud's gearbeitet, wie auch der eigentliche Ruhm nach Sora gewandert war. Cham a abgerechnet, wahrend dessen Rektorate As che als Schulhaupt Sora's ausgetreten (374) und der noch zwei Jahre über A sch e' S Antritt hinaus gelebt, waren es sechs Lehrer, die innerhalb der 52 Verwaltungsjahre Asche's das Rektorat Pum-Badita's nacheinander innegehabt, die hier, um den Faden der Rektorensolge festzuhatten, in - chronologischer Ordnung aufgezählt werden sollen: 1) Nach Cham a' s Hinscheiden um 376 übernahm das erledigte Rektorat Sebid^^b. Oschaja8'^ b. Sebida aus Nehar- ■V 69.2) Scherira 1. c. — 693) ErZhleß auch Sebida, unter welchem Namen er als Schüler Abbaji's aufgezählt ^wird, so daß oben (S. 169) N.58 u. 59 zusammenfallen. Ebenso nennt ihn Asche (*Aboda Sara' 16 a) und unter diesem Namen kommt er in j. Baba Kamma <?. 10 vor. — 694) So wird der Vatersname unseres Sebid angegeben (Jebamot 96 a; ^Aboda Sara 33 b; Schebu^ot 47 a), und man schrieb seinen Namen vollständig: Rabbi Sebid Birabbi Oschaja. Man schwankte jedoch zuweilen bei Anführungen desselben, ob nicht das "»I Su lesen sei (Scheb. 1. e.), d. h, man hatte nicht die Gewißheit, daß der Vater Oschaja geheißen, und dieser Schwankung wegen wurde in vier Stellen (*Aboda Sara 6 b; Id. 56 a; Baba Mezi'a 92 b; Baba Batra 95 a) anstatt vrp;} fehlerhaft geschrieben, was Raschi zu einer sonderbaren Erklärung veranlaßte. Es muß jedoch Birabbi heißen, und sehr richtig hat Juchasin schon so gelesen, wie auch Alfasi und Ascher: zu Baba Batra 1. c. es so corrigirt. Dieser Oschaja war aus Neharde^a, woher er, wenn er nach Pum-Badita zu Josef und Abbaji kam, Mischna's mitbrachte (Sabbat 19 b; 1b. 145 b.Bechorot 17 a), die den großen Lehrern daselbst unbektnnt waren. Er lehrte unter Raba (Berachot 15b), und Chilkijja L Tobijja, der Bruder des Chama b. Tobijja, Chama b. Josef, Lehrer zu Nehard^a und Abba b. Mamel waren seine Schüler. Der Vater des Oschaja hieß Sabda oder Sebida (Ta^anit 26 b), so daß der Enkel des Großvaters Namen führte. — 100 'bc'd.6?5, wie auch sein Vorgänger und sein Nachfolger aus dieser . Stadt waren, wo bereits schon viele Lehrer blüheten. Sein erster Lehrer, dessen Vorträge cr in zartem Alter besuchte (c. 330—37), war Abbaji (st. 337), in dessen Namen er Lehren mittheilte oder mit dem er redend angeführt wird 096 und nach dem Tode dieses ersten Lehrers setzte er seine'Studien unter R a ba (337—351) fort, in dessen Namen er ebenfalls später Lehren vortrug und als dessen Schüler er aufgezählt wird.097 Unter Naba's Nachfolgern, nämlich während des Rektorats Nach man b. Isaak's (351—355), wo er c. 40 Jahre alt gewesen sein mag;698 leiste ct: bereits, theilte auch von diesem Lehrer Traditionen mit,899 und Papa, der Vorgänger Asche's im Rektorate zu Sora (355—374), richtete an . ihn Fragen, wie an einen Kollegen.700 Und daß er die Aussprüche seines unmittelbaren Vorgängers Chama b. Tobijja gewußt und sie -jüngern Genossen erläutert, 701'läßt sich natürlich im Voraus denken. Als er im hohen Alter von e. 66 Jahren das verlassene Rektorat zu Pum-Badita angetreten, stand er natürlich bei seinem Kollegen Asche, der damals erst 25 Jahre alt war, bei seinen jüngern Genossen Am6:nar, beiden Exilarchen Hüna b. Na tan und Mar S utra, in großer Achtung, 702 vorzüglich da er noch alte Lehrer gesehen und gehört. 2tts einst, ein Lehrer- Kollegium , nämlich A m s m a r, Sutra. und Asche, sich niedersetzte, um in einem Eheprocesse der Schwiegertochter Sebid's zu entscheiden, rief daher einer der Beisitzenden aus: das Kollegium stünde in Gefahr, weil Sebid ein so bedeutender Mann sei, das Recht zu seinen Gunsten zu verdrehen.703 Nab Kah a na, der später an derselben Hochschule Rektor wurde, war ein Schüler unseres Sebid. 704 Nach achtjähriger Verwaltung des Rektorats starb Sebid zu Pum- Badita um 384,705 in einem Alter von e. 74 Jahren, und 695) Me sein Vater Oschaja war auch er aus Neharde'a und dem Beisatze „aus Neharde^a" bei demselben begegnen wir oft (Kidduschin 72 b; Jebamot 18 b; ib. 48 b; Baba Kamma 17 a; ib. 171 b; "Arachin 7 a; (Sant). 29 b; Mo^ed Karan 27 b) , ohne daß man deshalb annehmen darf, daß wo dieser Beisatz weggelaffen, ein anderer Sebid gemeint sei. — 696) Berachot 46 b; Sota 52 d; 'Aboda Sara 38 b. - 697) Baba Kamma 5 a; ib. 14b; ib. 84a; ib. 85 a; ib. 118 b; Baba Batra 99 b; Sabbat 93 a; Rosch ha- Schana 6a; Sukka 44a. In Baba Kamma 85a ist Raba für Rab zu lesen. — , 698) Er mag e. 310 geboren sein, und als Schüler Abbaji's vielleicht 15—20 Jahre alt gewesen sein. — ' 699) Baba Mezsa 17 a. — 700) ©ittin 89 b. — 701) Baba Mezsa 73b. — 702) Amemar betrachtete sich fast als sein Schüler (Baba Mezi'a 73 a) und ebenso der Exilarch Hüna b. Natan (Kidduschin 72 b). — 703) Ketubot 63 b. — 704) Jebamot 18b; ib. 48b; Baba Kamma 16a; ib. 71b; 'Arachin 6a; Sanh. 69 b; Me'ila 19; Sota 45a. — 705) Scherira 1. e. —