Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1848-02-12 · 7 (12.2.1848) · p. Spalte 97-98

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
7 (12.2.1848)
Date
1848-02-12
Page
Spalte 97-98 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/8555529-9897534-9897537--5317-3533891
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Lrteratnrblatt -es Orients. Berichte, Studien und Kritiken ' . für jüdische Geschichte und Literatur. JVi *1* Leipzig, dm'12. Februar 1848» Inhalt. L ilera 1 ur;B er iclvte. Leipzig. Neue Erscheinungen. Eine Sagen-Sammlung, herausgegeben von L. Weisel." Angezeigt vom Red. — Studien. Geschichte der jüdischen Literatur in Babylonien. Eine Skizze von Dr. Julius Fürst. Zehntes Kapitel. Zweiter Paragraph. — Kritiken. Kurze. Anzeigen. Salvador und Sichler v. I. M. Jost. — Ankündigungen. Literatur - Berichte. Leipzig, 4. Febr. , Bon neuen Erscheinungen sind anzumerken: Sip purim (d. h. Erzählungen), eine Sammlung jüdischer Sagen, Mythen, Legenden und Geschichten, als ein Beitrag zur Völkerkunde. Redigirt von L. Weisel, unterstützt von mehreren Gelehrten. 1—4. Lieferung 1—128). Prag, 1848, 8. Wenn wir uns auch den „Beitrag zur Völkerkunde" für's Erste wegdenken müssen (— er wird gewiß auch später von dem Titel wegbleiben —), so Hätte Hr. Weisel, als Hauptleiter des Ganzen, uns Etwas über Umfang, Plan und Eigenthümlichkeit seiner jüdischen Sagen- . Sammlung, wie auch über die, Form und Darstellungsweise, in welcher sie vocgetragen werden sollten, in einer wenn auch kurzen Einlkitung geben sollen, und wenn dies vorläufig nicht anging, weil der Sagenstoff noch gar nicht vorlag, was wir uns bei einem solchen Unternehmen .sehr gut denken können, so hätte er wenigstens bei jeder Sage, die er uns vorführte, zuerst in einer Anmerkung die Quelle g enau angeben sollen, woraus er sic geschöpft, ob sie aus den jüdischen Chroniken/— wie Schalschelet Ha-Kabbala, Sedcr Ha-Dorot —), oder aus den Talmuden und Midraschim, oder aus sonstigen hebräischen oder jüdisch-deutschen Sagenbüchern (— wie etwa aus D'üJ HWyD Amst. 1696; 8. —), oder endlich ob sie aus mündlicher Ueberlieferung nacherzählt sind, und wo diese mündliche Ueberlieferung i benutzt wurde. Diese Forderung' ist nicht eine gelehrte von der Kritik hervorgesuchte, sondern eine natürliche, wenn das; Publikum sie als alle Sagen und nicht als Erfindungen seines schöngeistigen Kopfes aumehmen soll; denn sind sie neu! d. h. zum ersten Mal der mündlichen Ueberlieferung nacheri zählt, so haben sie ohne genaue Quellen-Angabe noch'gar j keine Berechtigung, und sind sie aus altern Quellen geschöpft, - so setzt ja schon das Unternehmen eine Unkenncniß der alten Sagen - Quellen voraus und müßten schon darum die Nachweise milbringen. Gewiß wird Hr. W. sich im Verlauf der Arbeit dessen klar werden und über das Gegebene ein ins Einzelne gehende Qucllcnnachweisung nachholen. In Bezug auf den Plan, so fordert es schon der natürliche Takt, die Sagen der biblischen und talmubischen 'Zeiten von einer Sagensammlung wie die gegenwärtige, ganz auszuschließen, und zwar theils darum, weil auf jenen Gebieten aus dogmatischen oder mystischen Vorurtheilen die Sage noch nicht eine selbstständige neben der Geschichte berechtigte Existenz erhalten, theils weil für Legenden und Märchen, Sagen und Geschichten jener Zeiten eine nicht unansehnliche und verbreitete Literatur vorhanden ist. Und dazu kommt noch, daß bei jenen Sagen Ton und Haltung ganz anders sein müssen, wie der Geist jener Zeiten, von der - des Mittelalters auch ganz verschieden ist. Es hätten demnach folgende Sagen irt den ersten 4 Heften : 1) Die Eishöhle; 2) Aschmodai (— beide zu dem Cyklus.der Salomo- * Sagen gehörend —>; 3) Bildad, der reisende Heilkünstler (— zur Josef-Sage gehörend —); 4) die Zwillings-Geschwister, .und zwar ganz ohne. Schaden und nur zum Vortheil des Unternehmens, wie auch die Bearbeitung jener Sagen auf anderem Gebiete nützlich sein möge, wegbleiben können. Möge Hr. W. künftig die Sagen biblischer und ralmudischer Zeiten/— als Rachel vor Gott; Og, der König von Basan, das Grab der Erzväter; Abraham und Nimrod, Mose's, Liebe und Abentheuer, Behemot und Liwjatan u. s. w. ), die er besonders ein andermal sammeln möge, beifeit taffen und sich auf die jüdischen Sagen des Mittelalters, die uns in jeder Beziehung näher liegen, beschränken. Daß es höchst verdienstlich ist, die Sagen des Mittelalters zu sammeln und in angemessener schlichter Form vorzutragen, versteht sich von selbst. Wir werden später diesen Gegenstand noch näher beleuchten. . 7

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.