Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1848-01-29 · 5 (29.1.1848) · p. Spalte 71-72

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
5 (29.1.1848)
Date
1848-01-29
Page
Spalte 71-72 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
77% known words query
IRI
…/8555529-9897534-9897529--5302-3533858
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

71 Studien. Ueber aramäische Fabeln. 72 in einem Kodex der dortigen Bibliothek mit der Aufschrift: Evvxircu xov (piXoaoyov in xmv TtctQuSeiyiw- Tinnv avxov Xoyov gefunden, und unter dem Titel: „Syntipae Philosoph! Persae fahulae* LXII." Lips. 1781, von demselben edirt worden. Mathaei sagt hierüber Ln seiner Vorrede: „Utrumque librain (cIq Synlipa et Cyri filio etc. narratio und na^ddeiy^ xmen Xoyoi) syriace scriptam suadenle Gabriele ur- bis Melonymi duce, graecum fecit Michael Andreopulus, Grammaticus homo chrislianus, nl ex ejus epigrammate intelligitur. “ Aus diesem Epigramme geht allerdings hervor, daß Syntipas, ein persischer Weise, syrische Fabeln geschrieben und Michael Andreopulus sie ins Griechische übertragen, doch bezieht sich dies-vielleicht Llos auf „ de Syntipa et Cyri Mi narratio." Diese Behauptung stellt auch Sylvester de Saey auf. Er bemerkt hierüber: „Mais ce, qui paraitra sans doute bien etrange, c’est que ces inemes fables, qu’on noiis donnent sous le nom. de Syntipas ne sont que des fables d’Esope, qui se trouyent dans toules nos editions. Commenl Tediteur de ces fables ne s’est- 11 pas apercu de cette idenlite? C’est qui parait peu concevable. Mais comment ces fables portentelles dans le titre le nom de Syntipas? en voici, je crois, la raison. Le copist, qui aura rassemble les pieces du Manuscrit de Moscou aura tu dans le morceau qui precede ces fables, celle de Cyrus, HCixsGHSVccGEV iTjZQVici avxov. — Tavxrjv ovv dirjyrjCiv rtQOiöxoQrjGs Movöog o TIsqgtjs xcoog xcav dVdyivcoGxowoov cocpEludv,“ Durch die letzten Worte veranlaßt, vermuthet de Saey, es habe diesen Roman vielleicht ein Muselmann, genannt, ins Arabische oder Persische übertragen. Diesem Romane wurde dann der von Erastus, Sohn des Diokletian, seiner Stiefmutter Aphrodofta und den 7 Philosophen nachgebildet, welcher dann in viele Sprachen übergegangen (s. Fabricii Biblioth, Graec. Tom, 10, p. 359). Die Quelle der hebräischen Uebersetzung soll aber, wie de Saey bemerkt, nicht jener griechische, sondern ein ähnlicher persischrr Roman sein, bekannt unter dem Titel: acjoLj der ins Arabische übersetzt worden. Der Name des hebräischen Uebersetzers der "ODD ist unbekannt. Dem Manuskripte, worüber de Sacy berichtet, ist die von einem gelehrten Juden, Namens I. Rernard de Valabregue, der an der königl. Bibliothek zu Paris das Amt eines Interpreten versah, igest. 1773> Folgendes beigefügt: „Ce manuscrit a pour titre: c'est - a - dire, les paraboles de Sendabar. C’est un libre de fables dans le goüfc de celles d’Esope, traduites en hebreu par un anonyme. Cet ouvrage. a ete imprime a Venise, l’an 1544 etc. quant au manuscrit, le premier ouvrage parait avoir ete eerit dans le XV. si&cle ete. Doch diese sind nichts weniger als „dans le goüt de celles d’Esope,1* De Saey, der den Inhalt ziemlich genau angiebt, sagt duher in Bezug darauf: 11 rne parait surtout inconcevable, que de Valabregue, qui avait une gründe instruction, se soit exprime d’une mani.fere aussi inexacte. roi des Perses et de son fils etc. II aura ensuile trouve d’autres fables saus nom d’auleur et il les aura altribuees a Syntipas, qui prend le titre de (Av&oyQdyog dans une epigramme mise avant la fable de Cyrus. L’ignorance du copiste, qui se'Yait assez voir dans les faules de ce Manuscrit, aulorise encpre cette conjeclure"*). * %iud) Rödiger zieht den Namen Syntipas, als Verfasser jener Fabeln, in Zweifel. Er sagt hierüber: Ceterum Synlipae nomen yel ficticium esse, yel eerle ad has fabulas nil pertinere, jure mihi videor conlendere2). Da wir mm dem Zeugnisse dieser Männer zufolge die sogenannten Syntipas'schen Fabeln für Aesop'sche betrachten, gleichzeitig aber die große Aehnlichkeit sowohl in Bezug der Kürze und Schmucklosigkeit, als auch der Ausdrucke und Affabulationeu bemerken, die zwischen jenen griechischen und unseren aramäischen herrscht, so drängt sich uns die Ueberzengung auf, daß , obwohl die Zahl der Fabeln nicht ganz übereinstimmt und wir in der einen Sammlung zuweiten eine Fabel vermissen, die wir in der andern finden, doch die einen den anderen als Quelle gedient haben und den griechischen der Name Syntipas auf die von de' Sacy angegebene Weise ist vorgesetzl worden. Die Worte „ODiün MH ynn", die am Anfänge, und „vwlvn mbo inb die am Ende der Fabeln im Manuseripie zu lesen sind, bezeichnen nach meiner Meinung genügend Aesop als Verfasser derselben. Ich vermuthe nehmlich, daß durch Versetzung den relatiyi ctn n weggesallm und für gesetzt-worden sei. Das Wort für das griechische ,,ooq>o§" zu lesen, scheint mir darum schon nicht' statthast, weil dann unbedingt der Name des Weisen beigefügt worden wäre, wie im Arabischen Könnten wir Syntipas als ursprünglichen Verfasser dieser aramäischen Fabeln und Andreopulus als Uebersetzcr derselben betrachten, so dürste das Wort * das am Anfänge des Mskr., wie in Goldbcrg's Chofes Matmenim wenn ich nicht irre ohne ) nach dem 2, also „DDIDV' geschrieben ist, „DDJDT' also gleich .,02^21" oder „V2WO1" gelesen werden. Eine solche Korrumpirung des Wortes ist wohl leicht denkbar. Ja selbst, wenn das Mskr. „D1E31DT" darbete, dürsten wir nicht ohne Grund vermuthen, daß der Abschreiber, welchem vielleicht Aesop eher als Syntipas als Fabeldichter bekannt war, ,,Dl>JdY' in nmgewandelt habe. — Die folgenden Fabeln sind, wie die in meiner Broschüre edirten, mit geeigneten Ueberschriften von mir versehen und mit den Nummern bezeichnet worden, unter denen sie in Goldb. Chofeö Matmonim zu finden sind. 1) Votives et extra fcs T om. 11, pag. 610. 'S) Praefatio zu Lokmans Fabeln ed. Uoediger 1831.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.