Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 5 (29.1.1848)
- Date
- 1848-01-29
- Page
- Spalte 69-70 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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m Studien. Ueber aramäische Fabeln. maischen Fabeln seien ebenfalls von irgend einem im Orient lebenden Rabbiner, znr Zeit als das Aramäische die Volkssprache der dortigen Inden bildete, versaßt, oder vielleicht zur Belehrung des Volkes aus dem Griechischen ins Ararnäische übertragen worden. Goldberg äußert in seiner zu den Fabeln geschriebenen rpyn in Bezug auf ihren Verfasser: „mNttf non xb PN rorj *ms4 iuvd '21b ü'hyw nta^s dd bx HDD owipn D^iN.in1? DH’DD rni Wie falsch jedoch diese Vermuthung ist, zeigt schon der Umstand, daß die Rabbiner sowohl den R. Me'ir als den Bar Kappara blos als Verfasser von Fuchsfabeln kennen. Das Mskr. jener Fabeln ist auf Pergament in gut erhaltener Ouadratschrift, meines Erachtens ungefähr vor 4 — 5 Jahrhunderten geschrieben worden. Die Fehler, von denen es wimmelt, lassen schließen, daß der Abschreiber desselben des Aramäischen fast ganz unkundig war. Der Umstand, daß irr demselben Koder sich auch roW) von französischen Rabbinen befinden, wie z. B. „N\3'D.inn ‘"imD pyDt# m jnw pian d^d'in» NVjplJncy"l) führen uns auf die Vermuthung, es sei derselbe in Frankreich geschrieben worden. Ja, wir glauben sogar annehmcn zu dürfen, es hatte diese Fabeln unter anderen Manuskripten ein gewisser ‘pntpn' pi aus dem Orient nach Frankreich gebracht, da wir in demselben Codex lesen: „jiton NTifi? ./'"i rrwn V rown ri Nj*n n'dnw IDon p nvipnyrn pmp^v mn1? Goldberg legt nnö tu' feinem Chof. Matm. 71 Fabeln vor, von denen jedoch 7 doppelt, also im Ganzen blos 64 sind; in der Handschrift, in der die Fabeln ohne Ueberschriften und in fortlaufenden Linien verzeichnet stehen, habe ich jedoch noch 3 gefunden — die Gesammtzahl beträgt demnach 67. Ueber die Zeit der Abfassung gibt uns das Mskr. keinen Aufschluß»' Das Eigenthumliche der Sprache läßt jedoch auf ein ziemlich hohes Alter, auf eine Periode schließen, da, wie wir bereits oben bemerkt, das Aramäische noch Volkssprache der Inden war. Es ist nämlich diese Sprache nicht den Targumen nachgebiloel, sondern selbstständig, frisch und von Syriasmen dnrchwirkt, etwa dem syrochaldäischen Dialekte gleich, in dem das Original des Maithänsevangeliums und Josephns Werk über den jüdischen Krieg (de hello jucl. praef. § 1) geschrieben sein sollen. Auch die Wortformen tragen größten Theils syrisches Kolorit, waö sich vorzüglich bei dei? dritten Person Sing, heransstellt, die bei den Targumen mit Ausnahme des 'bti/D Dbnn, im Futurum die Präform \ {)ia aber hat. Dieser Umstand brachte uns auch auf den Gedanken, daß diese Fabeln vielleicht 1) Bischof zu Narbonne. 70 das Original der Fabeln des persischen Philosophen Syntipas sein mögen, die aus dem Syrischen ins Griechische übersetzt worden sein sollen?) Diese letzteren Fabeln, 62. an der Zahl, sind« nämlich von Christian-Friedrich Mathaei, damals Prof, iiller. ■human, an der Moskauer Universität, nebst „de Syntipa et Cyri filio narratio“ 2) Dies sind die „Mischte Skndebar", (eb. Konstantknopcl 1516 und Venedig 1544 tu 1608), von denen de Rosst in seinem Dizziunario storico degli autori ebrei bemerkt: „Gioele, ebreo d’ incerta eta. Tradusse dall* arabo in ebraico i provorbi di Sandabar, celebre filosofo indiano, i quali monstrano quäl sia la scaltrezza delle donne, e coine per opra di sette consiglieri del re d<!!' lndia un suo figiiounico f« librato da morle.“ Doch de Rosst ist hier mit vielen Andern in einem Jrrthume befangen, indem Rabbi Joel nicht die „Mischte Sindabar", sondern das Buch „Kalila we-Dimna" oder „die Fabeln des Bidbai", aus dem Arabischenins Hebräische übertragen/ welches dann von Johann von Kapua, einem getauften Juden, gegen das Ende des 15. Jahrhunderts in's Lateinische unter dem Titel: Üirectoriunv humane vite, alias Parabole.antiquorum sapientum, übersetzt worden. Der Jrrthum entstand durch Verwechslung von Namen. Ueberatl nämlich, wo -es im Arabischen (Name des Philosophen) u. (Name des in dem Buche voxkommenden Königs) heißt, bemerkt man in der hebräischen, und nach dieser in der lateinischen Uedcrsetzung, immer "CfpD tu D^DH. — Sylvester de Sacy < iSutires et extraits etc. Tenn. IX, p. 402) evftärt diese Verwechslung auf folgende überraschende Weise: „Ln supposant que, dans le manuscrit Aiabe, dont le traducteur se servait, ces nomes etaient ecrits saus aucun point diaeritique, ce qui est tres ordinaire, celui du roi pouvait se lire aussi bien rfpDH Dislem, que Dabselini, et les eopistes Mebreux ayant ensuite confondu le q avec le q auront e.hange D^DH Dislem en D^D'H Pisies. Quant au noin du Philosophe, on pouvait lire presque indiiferemment 'NDIO Bidbai, ou 'tOTJD Sendebai, et de Sendebai WITiJP), les eopistes auront fait d’autant plus facilem'ent Sendebar iJOUD, Par le ehangenieht du t, en que ce clernier noni leur etait deja connu par le roman ancien , in utile 13*130 paraboles de Sendebar.“ Diesen Roman, als dessen Uebersetzer de Rosst eben fälschlich Rabbi Joel betrachtet, erwähnt Masudi schon in rvo er in dem Kapitel über die alten indischen Könige erzählt, zur Zeit des Kurus habe in dessen Reiche Sendebad gelebt, Verfasser des Buches der 7 Vezire, des Pädagogen, des jungen Mannes, und der Frau des Königs, welches Werk den Namen „das Buch des Sendebad" führe. Dies Buch stimmt nach de Sacy, mit dem griechischen Nomone ganz überein, der folgenden Titel führt: „7x96^0705 tov Xsyofisvcov JZvvzItzcc zov cpiloßocpov, fiszcs^ ßle&sig in zrjg 6VQiei%ijg ßißlov, ojg el%sv avzctig Xe£e6iv stg zijv ElXdöa yl^coaQciv. dtr'iyrjaLg ipcprtooocpog övyyQu- (pslGcc tcclq t^lcov tieql zov zcov TtSQOcov ßccat?Jcog Kvgov v.cti zov yvt]Gtov zovzov TtcaSog w,al zov didcc6%dXov avzov SvvzItcoc , nai 7zeqc .zcov zov ßaöUscog etztdc cpilo- Gocpcov, xcä fjuäg avzov nowjquq %eä aveadovg yvvcctwoff, Kal Ttcog zr^v v.azd zov vlov zov ßaöiXicog diaßoX7]V, 5*