Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1848-01-29 · Heft 5 (29.1.1848) · p. Seite 39

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 5 (29.1.1848)
Date
1848-01-29
Page
Seite 39 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2360092-2360526-2360532--6260-3533853
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

39 pfW dem leichten — wenn auch der npj/' nro nicht mag leuchten? — neben dem Fleischkreuzcrpächter? Was der Wundermann — der nicht helfen kann? Klopfet nur recht an —- wird euch aufgcthan; ehelich werden eure Kinder — der erst und der spat geboren— ihr nicht mehr arme Sünder — bleibt fürder ungeschoren. Ein Faunliant. Pesth, 1. Jan. Da das Streben nach Verallgemeinerung einer zweckmäßigen Volksbildung wohl aus einem selbstgefnhlten Bedürfnisse hervergegangen, zugleich aber auch als eine unerläßliche Bedingung zur Besserung unserer politischen Stellung beansprucht wurde, so ist auch unsere Beachtung nothwcndig zwischen dem ersprießlichen -Fortgänge cinschlagendcr Strebungen und dem sich bethätigcndcn Anklange gctheilt, wie wenig auch unserer SeiLS dieses der einzige Beweggrund eines bessern Wotlens ist. Das Horoskop ist unter günstigen Auspieieu gestellt; man spricht beim Landtage davon, wiederJude in seiner angeborenen Fügigkeit den Anforderungen befriedigend nachkommt, ja nicht selten die Erwartung übertrifft, da es erst eingewanderte.Fremdlinge bis zur schriftstellerischen Fertigkeit in der ungarischen Sprache gebracht — aber (wenn nur das leidige Aber nicht wäre) übrigens durfte es doch wieder beim Alten bleiben, weil unsere Liberalen radikal und unsere konservativen ultramontan, jene zu viel mit sich, diese gar nichts mit uns zu thun haben und darunr vorbereitend die verbrauchtesten Gravamina (mit ihnen zu reden) und das Gespenst mittelalterlichen Judenhasses wieder ins Leben rufen, das wir theilnahmlos für die Weltinteressen, unempfänglich für die Einflüsse unserer Umgebung, in einem Sondcrbuude leben, welchen Moment wir darum aus den übrigen heraushcben, weil cs im auffallendem Widerspruche mit der Erfahrung stehet. — Wem die intellektuelle Reife der Juden Spaniens unter den unchristlichen, aber doch hochgeistigen Mauren zu weit entfernt, den mochten wir erfuchen sichö bequem zu machen, im Laude zu bleiben, ja noch mehr feine Vornrtheile beiznbehalten, da wir nicht die Lichtseite hcrauSznheben suchen, es uns vielmehr bloö um die Erhärtung der Wahrheit nach mathematischer Weise zu thun ist. Der presburger Jude: presburger Christ — der pesth er Jude: pesther Christen oder Finsterniß: Finsterniß — Licht: Licht. Der pesther Jude petitionirt für Emaucipation und das pesther Komitat vertritt unb befürwortet sein Recht. Der preßburger Jude petitionirt dagegen und die presburger Deputieren sind unerschöpflich an Schmähung der Juden. Presburg will nur die recipirten Religionen indigenatöartig wissen und ein Verbot gegen Einwanderung fremder Juden ins Leben rufen, während Kossut von Pesth sic bürgerfähig nennt und auch in dieser Beziehung unbeschränkt sein will; so wie überhaupt, wo es sich um freisinnige Institutionen zum Heile des Landes handelt, Preßburg und Pesth, die Finsterniß mit dem Lichte, sich in den Haaren liegen. In der preßburger Stadt, so wie am Schloßberg — ist keine Spur von bcm sich in Pesth mächtig regenden und unter Christen und Juden 'sich' bekundenden magyarischen Freiheitsflnne, ist dieses nicht Beweises genug, daß hier wie dort Jude und Christ von gleichem Geiste durchdrungen ist? — In Ujhcly, wo nachgerade der finstere Chasidiömuö vom entbrechenden Tage verdrängt wurde, haben die christlichen Bürger, wie eines unserer vaterländischen Blätter meldet, Herrn S. Sch. einen gebildeten Juden als Magistratsrathkandidat und die Juden bei der Restauration mitvotirt, hingegen ist in dem apostolischen Weissenburg und dem bischöflichen Veßprim, wo dem Juden der Winterschlaf noch behagt, eine Verschlimmerung seiner Stellung nicht zu herkennen und hat in letzter Zeit das frornme Weißenbnrg eine neue Judcnstcuer kreirt, indem es ihr gefallen, den dreifachen Betrag der ehedem gezahlten sog. Portion dem Juden aufzubürden und was der Sache den rrchten Namen giebt, die Gemeinde in Solidmn dafür verantwortlich zu 'machen. Dieses alles glauben wir beweist genügend unsere vorausgeschickte Behauptung, lehrt uns aber auch, wie unser Heil zu fördern sei. — Das jüdische Schulwesen in der Stadt Posen.') Aus dem Posen'schen, 10. Jan. Seit anderthalb Dezennien und nochlanger bestehen in sehr vielen Gemeinden unserer Provinz, in großern wie in kleinern, öffentliche Elementarschulen, deren Lehrer von der Gemeinde ausgenommen und besoldet, von der Regierung aber bestätigt und gehörig FontroIXirt* 2 3) werden. Eine solche öffentliche Schule har Posen bis zu diesem Augenblicke noch nicht aufzuweisen. Außer einer weiter unten noch einmal zu erwählt In einer Note zu unseren Art. in Nr. 48. v. I. (datkrt „Aus dem Netzdistrikt 5. Nov.") haben wir zwar versprochen, so bald wie möglich einen Bericht „über das gesummte jüdische Schulwe sen im Groß h erzo g-4 th uin" folgen zu lassen; da sich aber das Schulwesen in der Gem. P von dem in den übrigen Provinzralgemeinden wesentlich unterscheidet, so wollen wir erst von P. allein sprechen und dann in einem andern Art. zu der „Provinz im Allgemeinen" übergehen. 2) Namentlich gilt dieses von dem Regierungs-Bezirk Posen. — 3) Die Regierung laßt nicht nur jede jüdische Schule durch einen gewöhnlich den protestantischen Geistlichen des betr. Ortes tnfpicirc n, sondern sie auch von ihren von Zelt zu Zeit herumreisenden Schulrevisoren besuchen und sich über die gefundenen Resultate gehörigen Bericht erstatten. In dieser Beziehung sind unsere jüdischen Schulen den christlichen ganz gleichgestellt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.