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Der Orient · 1848-01-22 · 4 (22.1.1848) · p. Spalte 55-56

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
4 (22.1.1848)
Date
1848-01-22
Page
Spalte 55-56 (sequence 4)
Language
German
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55 Studien. - Maimunps Schrift über Apostasie. 56 man die schönen Worte Göthes hinzu: Wenn der Mensch daran denken soll von Ereignissen, die ihn zunächst betreffen, künftigen Geschlechtern Nachricht zu /hinterlassen, so gehört dazu ein gewisses Behagen' an dev Gegenwart, ein Gefühl von dem hohen Werlhe derselben; so ergänzen sie sich gegenseitig und die so bedauernswerthe Lücke ist dadurch leicht erklärt und entschuldigt. -Es.ist darum, gar nicht zu verwundern, wenn eine solche krasse Dunkelheit über die Lebensumstände der größten Männer, die doch vom Volke hochverehrt und mir Stolz genannt wurden, herrscht. Keiner hat es aber so schwer empfunden als der alles umfassende Maimüni, dessen Leben den schnödesten Angriffen, von Seite seiner gesinnungslosen und unkritischen Biographen, die ihn gewaltsam zum Apostaten stempeln wollten , ausgesetzt war. Eine ausführliche und würdige Biographie dieses großen .Mannes, an dessen lichtem Geiste sich Spinoza, Mendelssohn, Sal. Maimon u« dgl. entzündeten und wodurch dessen Einfluß bis auf die heutige Zeit, ja auf die gefammte Wissenschaft sich erstrecket, gehört zu den frommen Wünschen, deren Realisinmg aber noch fern liegt, weil die Materialien noch nicht ordentlich gesammelt und gesondert sind. — Folgender kleiner Beitrag möge nun der Anfang zu ähnlichen Sammlungen sein, die als Vorarbeiten einer vollständigen Lebensschilderung vörausgehen müssen. — Es hat bereits in Iost's Israelit. Annalen Iahrg. 1839 Nr. 39. ff. Dr. Carmoly' einige Artikel zur Biographie des Moimüni geliefert, die besonders wegen dessen bisher unbekannten Vertheidigungsschrift, über den gezwungenen Uebertritt zum Islam, wovon die Vorrede in einer Übersetzung mitgetheilt wurde, wichtig ist. Allein diese Schrift wurde anfangs, da sie sich bloß als unieum bei Hr. Dr. Carmoly, befindet beargwöhnt und in Zweifel gezogen, bis sich in neuester Zeit die Hrn. Kirchheim und Dukes, die das Manuskript zur Einsicht bekamen, für deren Echtheit im Literaturblatt des Orients Iahrg. 1846 Nr. 42 aussprachen. Gewiß gehört es aber zu den unumstößlichsten Beweisen, die die Kritik für die Authentie einer in Frage gestellten Schrift führen, wenn sie-einzelne Citate bei alten glaubwürdigen Schriftstellern heranbringen kann. Wir glauben nun in demi^m rhjN, das von keinem Bibliographen erwähnt wird, die Vertheidigungsschrift, soweit es-sich aus den wenigen, Bruchstücken, urthe.ilm laßt, gefunden zu haben, und stellen nun die Stellen parallel zusammen. In den Rechtsgutachten des Jizchak b. Scheschet Nr. 11 t£/'nn) wird in einer Anfrage : ob ein von Scheinchristen (O'DvN) ausgestellter und gefertigter Scheidebrief rechrsgiltig sei, bas erwähnt und daraus die Giltigkeit des Scheidebriefes eruirt. Wir lassen daher die wenigen Auszüge, die über die Fähigkeit derScheinchristen (dD>Un) öu Zeugen handeln, folgen. HD D 'Q bbaa m.voün) tannn hm nmnmjuso b*\ am o^yg'.wsi ub) 'niyi Wo 'üih nhii.üW TiN^'uiD ' 'di nny ^ddn1?) nVonW' 'Dl nWHD 14W. Ferner heißt es in der Antwort des R. Jizchak: pW pbn |Dn NM :D^ WH □nriN w- * 'di t))iyb dWd dnp. pN! ]w n^n , p nsfsn d-w abad^v>w nDnion m\min dtd m* ,o. dtd nb pDDD ^1N1 r DDD) D.T5W1 DDyy HWyb Gh'p WW □od mx briuna p o’NT-.pn W DD*^y nrft üwü 'Wä1 W Drwyo nbb?i d?d Diyn^ ddVi P □nD-yn m ndh )yab au/ :D)/nr6' Dnnn am ’o^njDi 'pi dwh jo Drpby uanT ly minn ton Wb hddh ayu/a •»nbn njrnyn n^oipp' WnrpD unm jn m# b -flDN'il D)1? ON nW * HDO DpDDl DnD \ni Dirp my' -dn *]N Wb Do«n umy 'Wb mx rw mD tib dni , W nOTp irnini dot rorw ‘ nr ba Dy 'traw. mmn .tund b'r am mau/ iddi inpp1 #bu/ p PMM pD 7di npnb d^idddm nKi] by , bro mJNn nmsn d.i 'dv a"Dyn;d crrJü nw am .sb tW nnp Nim *n3ur n w-W nsiid nw ’D. aba nnyb boDM am mm) - -mi Tip . — .'di mi tid In der gedachten Schrift heißt es nun Nr. 42 nach der freien Uebersetzu.ngr „In der jetzt herrschenden Verfolgung stellen wir uns bloß, als nähmen wir ihre (der Moslemen) Behauptung an, obwohl sie alle wohl wissen, daß wir ihren Glauben nicht anerkennen. Wir thun was ganz Israel mit Ausnahme der drei M a n n er unter Nebukadnezar thaten, u. s. w. Obgleich selbst die Vornehmsten in. Israel, wenn sie damals in Babylon waren, sich vor dem Bilde beugten, so hat sie Niemand damals Bö se wichte oder zum Zeugniß Unfähige genannt, und der Ewige hat es ihnen nicht zur Sünde ungerechnet, weil sie gezwungen waren." An einer andern Stelle , Iahrg» 4840 Nr. 4, heißt es wiederum: „In diesem Sinne ist also Niemand gezwungen, die Gesetze zu übertreten, sondern nur um dem Tode zu entgehen und dem königlichen Willen Genüge zu leisten, einzuräumen, daß der Prophet ein guter, redlicher Mann war; und verlangt man bei Androhung des Todes ein volles Bekenntniß, so gebe der Gezwungene es ab, bleibe aber nicht im Lande des Königs, sondern warte ab, bis es ivm möglich ist auszuwandern, und wenn er zu seinem Unterhalte arbeiten muß, so arbeite er im Stillen, bis er auswandern kann." „Man hat nie von einem so seltsamen' R eligionszwang gehört, wie der 'gegenwärtige,'w o'm an nur ein Zugeständnis erz>vingt. — Die Aehnlichkeit in den Citaten ist klar und deutlich und es ist darum eine, desto dringendere Aufforderung, für Hrn. Dr. Carmoly, den gefeierten Manen Maimuni's zu Ehren," dessen Vertheidigungsschrift zu veröffentlichen, da M. darin schlagend jeden Tadel von sich zu weisen scheint. —' Besonders bezeichnend sind die Worte: Man hat nie u. st w., da dies überhaupt, was auch an vielen Stellen unverholen her-' vortritr, von der in dogmatischer Hinsicht günstigern Meinung des M. u. seiner Zeitgenossen, über den Muhamedanismus als über das Christenthüm, wo ihnen die Trinitätslehre dem

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