Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 4 (22.1.1848)
- Date
- 1848-01-22
- Page
- Spalte 53-54 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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53 54 Studien. Ueber aramäische Fabeln. ■— Lit. Miscellen. m ora li sch T od L en neues Leben zu verleihen vermag. Sodann soll er das Buch in die altpersische Sprache übertragen haben und aus dieser wurde cs später in die arabische übersetzt. Das Original jenes Buches ist in Sänokrit geschrieben ltub führt den Namen Panlseliatantra (die 5 Abheilungen) oder Pantscha-pökliyana (die 5 Sammlungen von Erzählungen). Wie aus: Analytieal account of the Pancha-tantra etc. by Horace Hayman Wilson (Transaclions of the Royal asiatic Society of Great Britain arid Ireland. Yol. I. pari. II. London 1826) erhellt, ist dieses Werk von einem Brahmanen, Wischnu-Sarma genannt, zum Nutzen seiner Schüler Vasu Saeti, Bhadra Sacti und Ananta Saeti, Söhne des Amara Saeti, Königs von Mihiliropyam, einer Stadt im südlichen Indien, denen er in 6 Monaten eine genaue Kenntniß der Moral und Politik bcibriugen sollte , verfaßt worden. Das erste Kapitel dieses Buches handelt über den Bruch der Freundschaft. Die Hauptpersonen sind darin: DerKönigLöwe Pingalaka, sein Vertrauter ein Stier Sindjavaid und zwei Schakale, Hofteute des Königs, Carataea undDamanaca, deren Namen in der arabjschen Version inKalila und Dimna umgewandelt silld. Die Aehnlichkeit vieler in tiefem Buche verkommenden Fabeln mit äsvpschcn und lokman'schen veranlassen Loiseleur Destongchamps, die Vermuthung aufzustellen, viele der letztgenannten Fabeln wären der Pautscha-tantra entlehnt und Indien wäre demnach als Vaterland der Fabel zu betrachten. Da die Pantscha -tantra wahrscheinlich viel älter, als die äsop'sche und lokman'sche Fabelsammlung ist, so darf man allerdings mit Recht behaupten, daß viele von den äsop'schen und lokman'schen Fabeln jenem Werke entnommen sind, doch ist auch dies keinesweges genügender Grund, in Indien den Ursprung der Fabel zu suchen; es scheint vielmehr, daß blos frühzeitig viele indische Fabeln über Persien nach den übrigen Thcilen des Orients gekommen und - so in die dasigen Fabelsammlungen ausgenommen worden. Die aus der Pantscha-tantra in die äsop'schen und lokman'schen Fabeln ausgenommen sind, wie Loiseleur Deslongchamps schon anführt, folgende; Die Fabel von der Schildkröte und dem Adler, fast gleich einer Fabel von einer Schildkröte und zwei Gänsen in der Pantscha-tantra; ebenso erinnert die Aesop'sche vom Löwen und der Fliege au die indische.vom Elcphanten, getödtet von einem Sperling, einem Grünspecht, einer Fliege und einem Frosche. Die erste Fabel des zweiten Kapitels der Pantscha-tantra betrachtet Loiseleur Deslongchamps. als den Typus zu der bekannten Fabel: der Bauch und die Glieder. Hier wird nämlich von einem Vogel erzählt, der zwei Schnäbel hatte,, von denen der eine, als ihm der zweite nichts von dem Nektar mütheilen will, den er genießt, aus Rache Gift nimmt und so den Vogel, also sich selbst tobtet. Die letzte Fabel dieses Kapitels handelt von einem Etephanten, der durch eine Ratte von seinen Fesseln befreit wird, demnach ganz ähnlich der Aesop'schen von dem Löwen und der Maus. Eine der Aesop'schen vom Esel in der Löwenhaut ähnliche findet sich im vierten Kapitel jenes Buches. Diese erzählt: Ein Wäscher (a washerman) der einen Esel besaß, kleidete benfetGcn in ein Tigerfell, um Eindringlinge von seinem Felde zu verscheuchen (to frighlen away intruders of lusfield). Nach kurzer Zeit verräth sich jedoch der Esel durch sein Uauen und wird von den Dorfbewohnern durchgeprügelt (and gains a beaiing from the yillagers). Eine größere Aehnlichkeit findet noch statt zwischen derAesop'- schen und Lokman'schen vom ,.Hunde und seiner Beute" und einer Fabel, die der vom Esel in der Tigerhaut folgt. ,,Die Frau, eines Landmanns", wird hier erzählt, ,,läßt sich von ihrem Liebhaber bereden, ihrem Manne zu entfliehen und seine Habe mitzunehmen. Mit ihrem Entführer an das Ufer eines Flusses gekommen, vertrant sie diesem, durch sein Zureden bewogen, das geraubte Vermögen und ihre Kleider, damit er dies Alles auf das entgegengesetzte User trage und dann znrückkomme, um sie selbst hinüber zu bringen. Der Liebhaber entflieht jedoch sobald er an das andere Ufer gelangt. Hierauf sieht die Frau einen Schakal sich nahen, der im Munde ein Stück Fleisch trägt. Dieses wirft der Schakal weg, da er am Rande des Wassers einen- Fisch erblickt, den er zu fangen gedenkt. Der Fisch entschlüpft und in der Zwischenzeit wird auch das hingcwersene Fleisch von einem Geier ergriffen. Das verlassene Weib flacht über den Vorfall, worauf der Schakal zu ihr spricht: „Du bist nicht klüger gewesen als ich (your msdom is double thafc of mine); denn hier stehst du nackt am Wasser, und hast weder Gatten noch Liebhaber." (Fortsetzung folgt). SöliScdUit. Makrituni's Schrift über die Apostasie, oder Iggeret Ha-Schemad. Nichts kann den fühlbaren Mangel an historischen Nachrichten und Werken in der jüdischen Literatur besser zeichnen, als die demüthigende Resignation, die wir schon in den frühesten Zeiten ausgesprochen finden (Sabbat. 13. b.) re l'p'Dvv UN l'N ainb UN3 ONitf wyj* Und nimmt ') Stärker lautet dieser Ausspruch schon in Megilat Laanit 12: bl ll'OlblP, D'O-lNH bl 1'1 D’D’H b hu ba rniori nran mnb cu'N pW? din ua IW1 W. 4*