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Der Orient · 1848-01-22 · Heft 4 (22.1.1848) · p. Seite 26

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Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 4 (22.1.1848)
Date
1848-01-22
Page
Seite 26 (sequence 3)
Language
German
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nißvollcr Name für sie zu sein, da es auch von einem solchen heißt vnN .mn TOI. Und haben sie sich nicht gegen die rechtmäßige Autorität, - gegen ihre väterliche Religion aufgetehnt? Von der Kiiddow, 1. Jan. Hier haben Sie ein Seitenstück zu dem, was Ihnen.-neulich (Nr. 50 v. I.) von Ihren Oberschlesischen Korrespondenten in. Betreff des neuen Gesetzes über die GebnrtS- und Todesanmeldungen mitgetheilt worden. — Einem Inden in dem 5 Meilen von Schneidemühl gelegenen, aber noch zu dessen Gerichtobezirk gehörenden Städtchen M. wurde unlängst ein Kind geboren. Der erfreute Vater meldet dies Ereigniß bei der OrtSbehorde, wird aher von dieser zurück- und an das Land- und Stadtgericht zu Schneidemüht gewiesen, mit.der Bedeutung, daß er vor letzterem persönlich erscheinen müsst. Der Mann ist unbemittelt, sogar arm; allein Armuth entschuldigt vor dem Gesetze nicht. Diesem muß Folge geleistet werden und pünktlich. So miethet denn unser armer Jude eine Fuhre, fährt nach Schn., erscheint vor Gericht, entrichtet die hohen Gebühren und läßt sein Kind in die Gcburtölisten eintragcn. Nach besorgten ,Gcschäften reist er wieder nach Hause zurück, und daselbst angekommen, stndet er sein Kind — t o d t. Was ist zu thun? Die Fuhre muß zum zweiten Mal bestellt, die Reise nach Schn, zum zweiten Ma'l unternommen werden. Der arme Vater muß wieder persönlich vor dem Gericht erscheinen und wieder hohe Gebühren entrichten, um still vorgestern erst als geboren angemeldetes Kind in die Listen der Verstorbenen emregistriren zu lassen. — Dies das Faktum. Die Reflexionen wollen wir uns aus ein anderes Mal ausbewahren.— Für heute nur noch die Bemerkung, daß der Vorschlag Ihres Oberschl. Korr, in unserer Provinz sehr lebhaften Anktang findet. W. Berlin, im Deebr. 1847. Auch das letzte Unternehmen, ein an der indischen Wissenschaft hier schon zu wiederholten Malen begangenes Unrecht, so weit cs eben noch geschehen konnte, wieder gut zu macheu, ist an dem in der Mitte der hiesigei: Gemeinde sich kund gebenden Jndifferentismus gescheitert. Welcher Verlust es für die jüdische Wissenschaft war, daß die Oppenheimersche Bibliothek aus .Mangel an Theilnahme bei den reichen Juden Deutschlands ins Ausland wandern mußte, ist au vielen Orten und namentlich auch in diesen Blättern oft genug dargethan worden. Nach dem Tode des seligen Hermann Michael in Hamburg fürchtete man auch für dessen ausgezeichnete Bibliothek dasselbe Schicksal, und es suchten einzelne Männer theils privatim theils öffentlich ihren Einfluß geltend zu machen , um jene werthvolld Sammlung nicht auch den Jüngern der jüdischen Wissenschaft Zu entfremden, aber umsonst, die Gleichgiltigkeit und Theilnahmtosigkeit verschloß ihr Ohr und die seltenen Druckwerke der genannten Bibliothek wurden von dein Buchhändler Herrn ' A sh er für das British Museum angetanst. Noch war aber die große Zahl hebräischer Manuskriptein den Händen des Hrn. A., die dieser für bcti billigen Preis von 7000 Thtr. ablassen wollte, falls die Gemeinde oder einzelne Gcmeindemitglieder sie zu einem gemeinnützigen Zwecke anzukaufen geneigt sein sollten. Wirklich unternahmen es einige Gemeindemitglieder, Zeichnungen zu Beiträgen zu veranstalten, um die Manuskripte dann der für jüdische Handschriften nicht hinreichend mit Geld versehenen, aber doch nach dem Besitze derselben trachtenden Königlichen Bibliothek zu schenken, aber das Unternehmen, zu dessen Unterstützung die alte Orthodoxie und die junge Reform sich hätten die Hände reichen sollen, mußte aufgegebcn werden, da die Summe der gezeichneten Beiträge weit hinter der zum Ankäufe nöthigen zurückblieb. So bleibt auch für diese, sicher nicht so bald wieder vorkommcnde Sammlung jüdischer Manuskripte die betrübende Aussicht, sie gleich den Druckwerken nach England wandern und für die Gelehrten des Kontinents verloren gehen zu sehen! Jastrow, 15. Deebr. 1847. In. llnserm Artikel (in Nr. 2 d. Bl.) erwähnten wir, in einer Note, daß die Eintragung der Gcbnrts-, Heiraths-und Sterbesälle ins Register jetzt eine bedeutende Summe kostet uud bemerkten (wie dies auch schon in Nr. 50 d. Bl. tu dem Artikel „Aus Oberschlesien" geschehen ist), daß es an der Zeit wäre, diesen Uebclstand höchsten Orts zur Sprache zu bringen. So eben erfahren wir aus sicherer Quelle, daß Herr Rabbiner Dr. Kckein in Stolp entschlossen sei, dagegen einzukommcn und zwar im Rainen aller Gemeinden, welche es wünschen. Indem wir uns erlauben den 'Gemeinden hiervon Anzeige zu machen, können wir ihnen nur ratheu, sich der Petition des Herrn Dr. Klein anzuschließen uud denselben recht bald davon in Kenntniß zu setzen. W—ll. Oppeln, im Deebr. 1847. Auch, unsere Gemeinde, geehrter Hr. Redakteur, hat durch die Aufnahme eines jungen,- wissenschaftlich gebildetemRabbiners bekundet, daß sie mit der Zeit fortgeschritten. Sie wundern sichAvielteicht, daß ich dies in der Gegenwart noch als Zeichen des Fortschrittes betrachte; doch mit Unrecht. Denn in unserem Oberschlesien gibt es noch immer Gemeinden, die unter dem Worte 'Rabbiner sich nicht einen Manu denken können, der in das feine Geäder unserer Zeit eingedrungen, seinen Geist gebildet, sein Aeußeres geschliffen und mit freundlichem Gesichte in daS Leben schaut. Nach ihrer Idee muß ein solcher Gottesgeleh'rter durch Bart, Schubetze, Spoddek, Stock und Schnell- Gabbi Ehrfurcht eiuftößcu, oder wenigstens den größten Theit seines Lebens aus das Studium von Schaß und PoSkim verwenden, wenn auch das meiste darin Enthaltene in der Gegenwart keine Anwendung mehr findet, und sich demüthig in sein Go ins fügen, sich wenig

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