Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 3 (15.1.1848)
- Date
- 1848-01-15
- Page
- Spalte 43-44 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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44 Studien. Geschichte der jüd. Literatur in Babylonien. 43 die Unangefochtenheitund Ruhe von Seiten der sassanidischen Herrscher begünstigt.^' Die auf Schabür U. nachfolgenden. Ardschir 11. (381-85), Schabür Ul. (385-89), Behr a m .I V. (389—<399) und Iesdeg'ird 1. (400—420) hatten theils in innera Successionskämpfen, theils in inner» und äußern Kriegen zu thun„ und die Erschöpfung des Fanatismus der Magierunb die schnellen Regierungswechsel verschafften den Juden eine ungehemmte Ruhe,, wozu vielleicht auch Mab A sche selbst in seiner Vertretung beigetragen haben mag, da er im Palaste der Herrscher hochgeachtet, war.üa3 Am Meisten verbreitete er den Glanz Sora's dadurch, daß er auf zw e i'Jahrhunderte hinaus das Exilarchat von seiner Hochschule abhängig machte.'^ Mit der Entstehung der Hochschulen wurden die Exilarchen'von den Rektoren derselben, in Uebercinstimmung mit sämmtlichen Lehrern, und diese als natürliche Repräsentanten der Gemeindehäupter betrachtet, mit religiöser Feierlichkeit und ceremoniösem Glanze gewählt.685 Der Orr dieser Feierlichkeiten, wie auch des alljährlichen Erilarchenfestes, 036 war früher zu Neharde^a, wo die Exilarchcn auch wohnten; nach der Katastrophe von 258, als dieseStadt sehr gelitten, wurde. dieser Glanz nach Pum-Badita verlegt, wo er bis aus Asche verblieben. Und Asche, der ohnehin schon das Geschäft der Exilarchen in der Ausschreibung der Fast- und Festtage übernommen, hatte es durch seine große Gelehrsamkeit und durch sein Ansehen dahin gebracht, daß die Feier der Einsetzung der Exilarchen, wie auch die alljährlichen Feste derselben nach Sora verlegt wurden, wo von nun an Ha ja und C hanan el u. A., suchten in ihrer Weise sich dies klar zu machen. Scherira sagt (38), daß die Lehrer von alter Zeit es .so angeordnet, daß alljährlich zwei Traktate 'durchgenommen wurden, und da es 60 talmudische Traktate giebt, so hätte Asche'demnach den ganzen Talmud in den ersten 30 Jahren durchgenommen (374—404) und von da ab die zweite Recension besorgt. Der Text nach vorgenommener Korrektur lautet: -NnW ton jm Uvpn pD.Tl N'bv N'iDbn nrn , in1 jm -on |n , ndd'dd r-mn oniin 3np f>n 'wpr jioi , jw pr6ra ’inno nn fl’1?. Daffelbe sagen eigentlich Hiesa in einem seiner GA. und Chananel in seinem Kommentar zu dieser Stelle (s. "Aruch 8. v. -nn nnd nach RSBM. zurTalmudstellc), nur daß sie noch specieller sagen, daß in jedem Semester ein Traktat durchgenommen wurde und in den Kalla-Monaten repetirt. Allein da nach Scherira's eigener Angabe Rad Asche nur 52 Jahre im Amte war, da ferner sehr viele Traktate gar keinen Talmud haben und manche auch durch ihren geringen Umfang unmöglich einen Semester ausgefüllt haben konnten, so erscheinen diese Specialitaten nur errqthen. — 682- Sed. Ha-Dor. 3. v: Es heißt daselbst: rpn n;n. — 683) Kctubot 6t b. — 584) Scherira I. c. — 685) Sippur R. Natan Ha-Babli im Juchasin und Sed. Ha-Doröt. —? 686) Das alljährliche Exilarchenfest, wobei' sich alle Lehrer der Hochschulen, Gemeinde-Aeltestcn und Vorsteher versammelten, fiel auf den Sabbat der Parascha Lech - Lecha, ungefähr in unseren September (Scherira 37). — * ■ die Exilarchen auch ihren Wohnsitz aufschlugen. Die. Schulha'upter Pum-Badita's mußten von nun an nach Sora zu den Feierlichkeiten kommen., die mit dem Exilarchate zusammenhingen; sie nahmen dabei immer die zweite Stellung ein, erhielten von den Einkünften der Hochschule einen geringem Theil, und von jener Zeit schreiben sich die Bevorzugungen Sora's her, von welchen berichtet wird. 087 Die Exilarchen zur Zeit Asche's, nämlich zuerst 5/u nq b. 91 atan, 088 dann fföardmar®89 und endlich Mar Sutra b. Märe°°° ord- 687) Sippur R. Natan!. e. . 688) H ü n a b. Natan war in der letzten Zeit N aba's als sein. Schüler bekannt (Ioma 871); Nedarim 12a) und er berichtete unserem Asche über Decisionen, die'er von den Sekretären Raba's (Safre) gehört (Baba Batra 55 a). Dann finden wir ihn bei Raba's Nachfolger, Nachman b. Isaak, den er besuchte und wo er sich als selbstständiger Lehrer geltend machte (Pesachim 86 b; Ketubot 7 a). Hierauf finden wir ihn bei Papa, dem Vorgänger Asche's, der ihn besuchte (Berachot 42 a) oder sich sonst mit ihm über Halacha's unterhielt (Pesachim 17 b; Sebachim 41 b; ib. 45 bz Menachot loa). Als Asche um 374 sein Rektorat angetreten, da war er bereits Exilarch (Scherira 1. c.), vereinigte in sich, wie Asche, Gelehrsamkeit und Ansehen ^Gittin 59a Tos ), aber dessen ungeachtet ordnete er sich willig dem Schulhaupte unter (Gittin I. c. Sanhedrin 36 a). Als Exilarch heirathete er eine Machufäerin, was Asche nicht gebilligt, aber sein Nachfolger Marsmar gutgeheißen (Kiddufchin 72 d). Als Jesdeg^ird 1. seine Negierung an getreten (400 n. Ehr) muß er bereits über 70 Jahre alt gewesen sein, und es läßt sich daraus die Achtung erklären, milder der König den greifen Exilarchen behandelt. Als er einst, erzählt Asche, vor diesem Jesdcg'ird gestanden und die umschlungene Schärpe verschoben war, da soll der König mit den Worten: „Ein Reich der Priester und ein heiliges Volk sollt ihr sein, heißt es ja bei euch" dieselbe zurecht gerückt haben, was Marsmar zu sägen veranlaßte: „Bei dir ist erfüllet worden: Könige werden deine Lehrmeister sein" (Sebachim 19 a). Er ist jedoch in den ersten Jahren Jeödeg'ird's gestorben. — 689) Marsmar war oft mit R'Abina zusammen, über Halacha's und ältere Traditionen sich unterhaltend (Sabbat 8lb; ib. HXhi; ib. 129a; Ioma 81b; Gittin 19 b; Nedarim 60 b; ib. 90 a); eben so mit seinem Nachfolger Mar' Sutra (Pesachim 100a). Er wurde nach Hüna b. Natan Exilarch. — 690) Mar Sutra b. Müre (Nedarim 4 a) war ein Genosse Asche's und auch des Marsmar, und sie kamen oft zusammen (Berachot 26 a; 44 b) oder Asche erzählte von ihm (Menachot 31a; Nidda 52 a). Er besuchte zuweilen die Vorträge des Pinchas b. Ame, eines Lehrers zur Zeit Asche's (Pesachim 100 a) und verkehrte mit N'A b i n a (Sebachim 62a; Kidd« 7a; ib. 21a). Er wurde nach Amsmar Exilarch, ordnete sich wie seine zwei Vorgänger dem Asche unter (Scherira!. 6.) und mit Maremar und Asche fand er sich bei Jesdeg^ird ein (Ketubot 61a). Auch Jsmar, der gleich nach Asche von 426—31 das soranische Rektorat übernommen, war sein Genosse (Berachot 53 b). Sein Sohn Hck'n a- Mare. ist (Scherira I. c.) den 18. Tebet (d.h. 7. Jan.) 470 unter Firüz b. Jesdeg^'rd hingerichtet worden, in welchem Jahre auch der nach Mar Sutra sungirende Exilarch Amsmar d. Mar Janka einen gewaltsamen Tod erlitten. —