Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 3 (15.1.1848)
- Date
- 1848-01-15
- Page
- Spalte 41-42 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/8555529-9897534-9897531--5285-3533823- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
41 42 Studien. Geschichte der jüd. Literatur in Babylonien. wurde im Todesjahre Raba's um 35l zu Sora geboren,013 entwickelte unter Leitung seines ausgezeichneten Lehrers Kao hana,o^ einer der besten Schüler Raba's war, 675 seine glänzenden Anlagen und Gaben im Gebiete der damaligen Traditionslehre so frühzeitig, daß er-in dem zarten XtWc von 23 Jahren z'um Schulhaupt in Sora gewählt, einen neuen Glanz über diese seine Hochschule verbreiten und seine Sehnsuchtsträume nach Weisheit, Ehren und Ansehen erfüllt sehen konnte. Seit Iehuda ha-Nasi, dem gefeierten und verehrten Ordner der Mischna, war Gelehrsamkeit und Ansehen, ]lD1pn wtt; c. 240. nsw."D Win e. 270. •i NJin ID )'DN C. 300. }'DN 13 WN c. 330. I 'tMMD '!D'l7 c. 360. I . . "D m* geb. 351. Es bleiben nur noch Asche aus Awiria Zeitgenosse unseres Asche (Schebisiot 24b) und Asche aus H uzal (^LIN), um die Zeit des Hüna, die eben zur Unterscheidung mit Angabe ihrer Vaterstadt bezeichnet werden. — 673) Kidduschin 72 b. Dort heißt es nämlich: ,,Als Raba starb, wurde Rab Asche geboren", und er wäre mithin bei seinem Antritte des soranischen Rektorats um 374 erst 23 Jahre alt. Das Auffallende in dieser Angabe, in so zartem Alter schon zu einem solchen Amte zu gelangen, wird aber dadurch erwahrscheinlicht, daß er 52- Jahre — Scherira sagt pJty prwb Dl'lp — das Rektorat bekleidet, was ihm ein Alter von 75 Jahren giebt. Dazu kommt noch der Umstand, daß bei dem Verfalle dieser Würde vor seinem Antritte , bei dem Mangel hervorragender und durch ihre Gelehrsamkeit allgemein anerkannter Persönlichkeilen, wohl ein Mann wie Rabbana Asche, seiner Jugend ungeachtet, leicht zu dieser Würde gelangen konnte. Wenn Sefet ha-Kabbala sein Geburtsjahr auf 4113 d. h. 353 n. Ehr. angiebt, so liegt der Jrrthum blos darin, daß der Tod Raba's dort eben um diese 2 Jahre später angesetzt ist, so daß er im Prinzipe dasselbe Jahr angiebt. Mose de Couyy in seinem großen Gebotenbuche (SMG. Vorr. zu den' Verb) sagt, daß Asche 358 nach der Zerstörung Jerusalems aufgestanden, was 426 n. Chr. wäre, allein das war sein Todesjahr, so daß dort nü für stehen muß. Maimüni im Eingänge zu seinem Jad ha-Chasaka sagt: Räb Asche hat den bab. Talmud im Lande Schiisiar zu redigiren angefangen, nachdem ungefähr 100 Jahre vorher Jochanan den pal. Talmud geschlossen, und er hat den Beginn der Redaktion um 374 mit dem Antritte Asche im Sinne, indem 278, also fast 100 Jahre.vorher, Jochanan gestorben. — 674) Ketubot 20 b , Gittin 52b, Menachot 102a, Sedachim 106, Sabbat 117b, ib. 136b, ib. 150b, Megilla7b. Er verkehrte viel mit seinem Vater Simai b. Asche (Berachot 31a), der Papa gegenüber sich Vieles herausnahw. Als Lehrer Asche's entscheidet die Praxis, wo Kahana mit Asche streitet, natürlich nach Kahana. — 675) Sed. Ha-Dor. s. v. — 676) Berachot 57 a, Gittin 59 a, Sanh. 36a.. — die Krone des Gesetzes mit her Krone des Ruhmes verschlungen, nicht wieder bei einer Person vereinigt bis auf Asche; er war gleichsam der nach 184 Jahren wieder erstandene Rabbi, in welchem Gesetz und Autorität sich vereinigt67“ und wie Jener benutzte er seine Stellung, um die Traditionen zu ordnen und zu sammeln, Einrichtungen zu treffen und überhaupt für sein Volk zu wirken. Das.Bethaus oder die Synagoge, welche mit der soranischen Hochschule verbunden und nun sehr im Verfall war, ließ er prachtvoll und alle Häuser Sora's überragend neu erbauen, und da, nach altem Glauben, eine Stadt, in welcher die Synagoge nicht alle Häuser überragt, zuletzt zu Grund gehen soll, so rühmte Asche sich, für den Bestand Sora's durch diesen Bau gesorgt zu haben.o^ Die Fest- und Fasttage, die in Babylonien noch nicht wie in Palästina von dem Patriarchen Hillel b. Iehuda, durch Kalender-Berechnungen sixirt waren, sondern durch die Exilarchen an die Gemeinden ausgeschrieben wurden, bestimmte er, gleichsam das Geschäft der Exilarchen übernehmend, von Sora aus,8^ wie er überhaupt den Glanz Sora's zu heben strebte. Und der Glanz, welcher seit den Zeiten Rab's und Samuel'6, seit Erblühung der Hochschule zu Pum-Badita, ganz erbleicht war,680 erfyob sich jetzt unter Asche durch Herbeiströmung zahlreicher Schüler, durch dir lange Dauer seines Rektorats und durch den Umfang seiner Lehrtha'tigkeit, indem er zweimal den ganzen Talmud durchgenommen und revidirt.681 Dieser Zustand wurde noch durch 677) Sanhedrin 36 a, Gittin 59 a. Dies behauptet vorr ihm der Zeitgenosse Acha b. Raba, wofür in Sanhedrin unrichtig Adda b. Ahaba steht. — 678) Sabbat 11a; Baba Batra 3b. Mit den Synagogen waren in damaliger Zeit zugleich sogenannte Mansile oder Chane für Gäste verbunden (Pesachim 101a Tos.). — 679) Scherira 1. c Scherira sagt an dieser^ Stelle, daß die Exilarchen sonst Fest- und Fasttage von Neharde^a aus den Gemeinden bestimmt, allein er meint von dem Sitze der Exilarchen überhaupt, der früher unter A b Huna, b a n u. A. in Neharde'a war, während die spätern Exilarchen, als 'Ukban b. Abba, Hüna-Mare, 2lkban b. Nech emja in Pum-Badita residirtcn und also von dort aus die Fest- und Fastenbestimmungen trafen. Scherira konnte um so eher Neharde^a sagen, als bekanntlich Pum-Badita zu dem Neharde^aschen Gebiete gerechnet wurde (s. oben Kap. 8. §. 1. Anm. 197). — 680) Der Verfall der soranischen Hochschule seit jener Zeit, war etwas Bekanntes, und Scherira (l. c.), die 200jadrige Fortdauer der Blüthe Sora's mit Asche erzählend, sagt: Nb’üDi ncd p iro n^dd «b wh m "Din ’nddi ton «dni pp du riDii mirp D11 ubq. — 681) Aus Baba Batra 157 b sehen wir, daß Asche zwei Recensionen (nnrino) vom bab. Talmud besorgt, von denen die erste xvp NinnD und die andere *050 NinnD genannt wurde. In der letzten Recension hat er manche frühere Entscheidung zurückgenommen und anders festgesetzt, und dir spatere rabbinische Decision folgt natürlich seiner letzten Talmudrecension. Wie viele Jahre er zur ersten und wie viele zur letzten Recension gebraucht, findet sich nirgends im Talmud angegeben und bloS die Späteren, wie Scherira-