Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 3 (15.1.1848)
- Date
- 1848-01-15
- Page
- Spalte 39-40 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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39 Studien. Geschichte der jüdischen Literatur in Babylonien. schäfte und in Beaufsichtigung der Korrektur ohliegt, bei welcher das Original oft verglichen werden sollte, weil abgesehen von gewöhnlichen Satzfehlern die Umgestaltung der Eigen-' namen kn modernen Sprachen oft Gelegenheit zu Mksverständnissen darbietet, welchen das Manuskript Vorbeugen-muß, und die Nachkorrektur nochmals vorzügliche- Aufmerksamkeit zu widmen hat, freilich muß der Uebersetzer selbst sattelfest sein! -Wie aber heut zu Lage die Industrie sich selber übereilt, davon sollen die folgenden Zeilen eklatante Beweise liefern. Wir deklagendiesen Umstand ernstlich, um so mehr, als durch das Dasein /dieser unerhörten mißlungenen Uebersetzung einer bessern und würdigem Uebertragung des S'schen Werkes, wie solche allerdings mit obigen Nachweisungen — schon wegen der angedruteten unverkennbaren Mängel zu wünschen wäre, wahrscheinlich der Weg verlegt sein möchte. Man misdeute nur nicht etwa so', als ob wir von einer anderweitigen uns etwa bekannten Absicht, eine solche Übersetzung zu veröffentlichen, Künde hatten. Wir reden nur von dem, was ohne Zweifel fich alsBedürfniß Herausstellen dürste; zu dessen Befriedigung Federn genug gespitzt wären,'weshalb auch wohl die Verlags-' Handlung in Bremen so eilen zu müssen geglaubt hat. So erschien. dann schon ' im Sommer 1847 bei Schlodtmann in Bremen: Geschichte der Römerherrschaft in Judäa und der Zerstörung Jerusalems von I. Salvador. Deutsch von Dr. r. Sichler. (Fortsetzung folgt.') Geschichte der jüdischen Literatur in Babylonien. Eine Skizze von Dr. Julius Fürst. Zehntes Kapitel. 1. Mit 374, dem Todesjahre Papa's zu Sora, trat, wie oben erwähnt worden, 667 in den traditionalen Studien ein bedeutsamer und wichtiger Wendepunkt ein, herbeigeführt durch Rabbana6€8 Asche, welcher sogleich nach Papa's Hinscheiden das Rektorat zu Sora übernommen. Das Sichten und Ordnen des massenhaft aufgehäuften Materials der überlieferten Lehren, die Abschließung und Begrenzung der Dauernden Strömung der Tradition, wurde von nun an Kern und Mittelpunkt der Lehrtätigkeit, und wie Sora, der weithin gepriesene Ort dieser Studienwendung, für lange Zeit der Gipfelpunkt aller Lehrstätten geworden, ebenso überragte 667) Kap. 7. §. 7. — 668) Er führte den Ehrentiel „Rabbana" (Sed. ha- Dor. 84 a). — 40 Asch'e, als ein zweiter Jehuda ha-Nass angesehen und Schöpfer dieser Zettenscheide, alle Lehrer und Meister des talmudischen Zeitraumes. Rabbana Asche 671 (Eschai b. Simm), vermuthlich aus einem alten Geschlechts stammend, 669) Gittin 59 n; Sanh. 36 a. — 670) Mit Asche begann der Abschluß der fortquellenden Lehre der Ueberlieferung und dauerte bis zum Tode R'Abina's, d. h. von 374—498; der Talmud bezeichnet diesen Zeitraum des Abschlusses mit den kurzen Worten W? m *))□ (Baba Mezi'a 86 n). Der Ausdruck nNin ist . dem frroQ entgegengesetzt, wodurch die Bedeutung desselben klar und deutlich hervortritt. Horaa ist die traditionale Lehre, gleichviel wie sie ermittelt oder gewonnen wurde; es sind die zu kanonischen Gesetzen erstarrten flüssigen Traditionen, während Sebara blos das Verständnis, die Deutung der bereits gegebnen Horaa ist. Vergl. Sam. ha-Nagid in seiner Methodologie s, v. — 671) Den Namen der bereits unter Rab vorkommt, versucht A. Je l linek im ,,Nachtrage zu ^Sefat Chachamim (S. 6)" mit dem persischen (Friede, also s. v. a. zu identisiciren, wobei das Tau ausgefallen sein soll. Aber diese Erklärung Hatnichts für sich. Ich oermuthe, daß er nichts weiter als der biblische Name Jfchai ist, der in aramäischer Schreibung (1 Chr. 2, 13) geschrieben wird, d. h. es ist derselbe Name, nur daß das im Althebräischen konsonantische Jod später nach aramäischer Weise selbstlautcnd geworden. Das Jod in ohnehin nur att Vokalbuchstabe dienend, blieb auch ganz weg, als der vokalischr Anlaut von i zum 6 sich abgeschwächt. So z. B. hieß der Ahn der Familie des Nach schon (s.LB. d. Or. 1848 Nr.2) bald bald ohne daß ein Jod nach dem Ales vorkommt, weil Eschai anstatt Jschai ausgesprochen wurde. Unser Schulhaupt würde demnach Eschai oder Eschaj zu schreiben sein, allein ich folge bei der Darstellung der einmal angenommenen Aussprache. Auch der Name WW, wie vermuthlich sein Vater geheißen, scheint mir althebräis'ch, wie man doch auch als Eigennamen in der Schrift findet. — 672) Die jüdischen Chronographen bemerken bereits, daß nicht nur auch andere Gelehrte mit dem Namen Asche Vorkommen, sondern daß über ein Jahrhundert vorher schon ein Asche, als Schüler Rab's und Genosse Jehupa's und,Huna's vorkommt (Sabbat 60b, BK. 114 s, "AS. 60 b, Ned. 51 b, Sota 30 a), den sie^ zur Unterscheidung „Asche der.ältere (ha- Kadmon)" nennen; ebenso gab es um c 330 einen Asche b. Ab in (Sabb. 66b), der mit dem von Juchasin.aufgesührten Asche b. Abba identisch ist. Bei genauer'Prüfung zeigt sich jedoch, daß alle diese, wie nicht minder die vielen „bar Asche", nur zu einer einzigen Familiengruppe gehören/, was übrigens bei den umschlossenen Familienkreisen im Morgenlande im Voraus zu vermuthen ist, und der versuchte Entwurf einer Stammtafel unseres Asche, durch genaue Ermittelung der Mittelglieder, bestätigt diese Annahme. Die genealogische'Bestimmung der Geschlechter durch Entwerfung von Stammtafeln, wodurch das einzelne isolirte Individuum in einen historischen Zusammenhang gesetzt wird, war und ist immer ein Moment in den Kriterien bei den kärglichen historischen Angaben (s. Lit. Analekte LB. d. Or. 1848 Nr. 2). In Bezug auf unseren Asche haben wir folgende Stammtafel, ein Geschlecht mit c, 30 Jahren gerechnet, resultirt: -