Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 2 (8.1.1848)
- Date
- 1848-01-08
- Page
- Spalte 19-20 (sequence 2)
- Language
- German
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19 Studim. Geschichte der jüdischen Literatur in Babylonien. 20 man b. Zsaäk'ö. in 'Wvra als unmittelbarer . Vorgänger des Papa b. Chanan lehrte, wenn auch'gerade nicht als Haupt der Schule (Rosch Ieschiba) betrachtet. Von diesen beiden, großen Zeitgenossen, die zum Th eil'auch seine Lehrer waren, empfing er so manche von alten Persönlichkeiten herrührende Lehre;648 vermittW W ö r a, der -aus M a ch u sa nach Pum-. Badira gekommen war, oder von Chijja aus HÜrmis, erfuhr er Aussprüche des Nachman b. Iakob, "" mit dem er, obgleich ein Jahrhundert auseinander in Bezug auf das Antreten dieser Würde, nur zu oft verwechselt wutde.050 Nach der Methode der. Soraner suchte er gewissen von alten Autoritäten, empfangenen Lehren, selbst wenn sie nicht halachischen, sondern medicinischen, diätetischen und andern Inhalts waren, Schriststellen anzupassen, was man daher auch „soranische Beweise" genannt. 2m Uebrigcn jedoch ging seine Wirksamkeit ohne sonderliche Spuren vorüber. Seinem ausgezeichnetem Vorgänger Raba folgend, der eine neue Richtung Ln die Behandlung der Halächa gebracht, und in Bezug auf Asche, der nach ihm alle Augen auf sich gezogen, war er als Schulhaupt ganz unbedeutend, und es kann uns kaum wundern, wenn über die Bedeutung seines'Rektorats nur wenig berichtet wird. 652 Selbst seinem Gerichtshof, wum Sanhedrin 8b)— eine Bezeichnung, die ernur ein einziges Mal bei seinem Kollegen Sera gebrauchte (Baba.Batra 88a) — ging als die Hochschule zu Machusa eingegangen nach Sora, wo ihn unser Nachman b.' Isaak getroffen und über Manches befragt (Gittin 39b). Vermutlich hat er dort schon vor Papa eine Schule geleitet, ungeachtet er den abgerissenen Faden der Rektorenfolge nicht angeknüpft. — 648) Gittin 39 b; Sabbat 57 b; 'Erubin 72 b u. a. Stellen, aber freilich steht oft blos Nachman anstatt Nachman b. Chasda, was zu Irrungen Anlaß gegeben. — 649) Baba Batra 52 a; Gittin 39 h u. a. Sr. Daß er diesem Lehrer auch widersprochen sieht man aus Sabbat 57 b und 'Gmibtn 72 b vu a. St. — 650) Die Verwechselung zwischen Nachman b. Isaak und Nachman b. Jakob, die in Uebernahme der Würde eines Rektorats über ein Jahrhundert auseinander liegen (— Nachman b. Jakob b. Nachmani hatte um 250 das Rektorat zu Neharde'a und unser Nachman b. Isaak 351 das zu Pum-Badita übernommen —), ist wohl vorzüglich durch die Schreibung i"-> -q prtf entstanden, wo die Abbreviatur bald Rabbi Isaak bald R. Jakob aufgelöst wurde. Nach einer genauen Ermittelung an vielen Stellen des Talmuds müßten die Verbesserungen in drei Rubriken getheilt werden, von denen die erste diejenigen Stellen umfaßt, wo Isaak für Jakob, die zweite, wo Jakob für Isaak und endlich die dritte, wo der Name Nachman unrichtig ist. Als Probe der letzten Gattung vergl. Gittin 31 b, wo für Nachman b. Jakob zu lesen ist Acha b. Jakob, wie schon 'Aruch, Art. p*Y1.1 wirklich gelesen. Acha b. Jakob war ein Schüler Hüna's und halte später eine eigene Schule zu Kafunia (Kidd. 35 a, Baba Kamma 54b, Nidda 67 b) und wurde überhaupt zur Zeit Raba's als großer Mann gerühmt. — 651) Gittin 31 b. Der Ausdruck dafür war rjboiD — 652) Scherira 1. c. denkt sich ihn fast ganz weg , wenn er sagt, daß nach Raba wieder zwei Hochschulen in Thätignicht ausdrücklich auf der Entscheidung bemerkt war: „Wir saßen <tls ein Kollegium von Dreien zusammen", wurde mißtrauet, weil man - eine Vernachlässigung voraussetzte.858 Nur der glanzende Ruhm seiner großen Frömmigkeit, der ihm das Epitheton „der Fromme Babylons" gebracht,054 der verbreitete Ruf seiner.grossen Gewissenhaftigkeit, in Uebung religiöser Handlungen,ß55 gaben einigen Ersatz für die geringe Gelehrsamkeit. Er starb nach vierjährigem Rektorate um 355 n. Chr./^' kaum in einigen Schülern fortlebend. 12. Unbedeutender war fein. Nachfolger Chama (b. Lobijjn') aus Nehard/a,ob^ her um 355 ihm im Rektorate gefolgt, ß48 durch vier Lustra diese Würde bekleidet, ohne daß Spuren seiner Wirksamkeit und Thätigkeit sich irgendwie erhalten hätten, oder überhaupt von seiner Bedeutung die Rede gewesen wäre. Wir erfahren vielmehr, daß man sehr bedauerte, ein solches in der Stellung nach Außen, da die Rektoren der Hochschulen zuweilen mit den persischen Königen zusammenkamen, bedeutsames und wichtiges Amt einem Manne anvertrauet zu sehen, der seiner Stellung nur wenig genügte059 und der sich durch grausame Härte.in Ausübung des Gesetzes bemerkbar machte, die weder an sich der Tradition entsprochen noch in Bezug auf die Zeit angewendet werden durfte.660 Die tiefe aus der Quelle der Lichtreligion entsprungene Abreit waren, da dies erst nach dem Hknscheiden Nachman b. Isaaks um.'355 der Fall war. — 653) Ketubot 22 a. — 654) Sota 49 b, Megilla 28 b. Diese Frömmigkeit, wird erzählt (Sabbat 156 b), war ein Erzeugniß seiner frühesten mütterlichen Erziehung, die, von einem Prognostiken der Astrologen erschreckt, ihn in der tiefsten Gottesfurcht aufzuziehen suchte. — 655) Sabbat 37b; ib. 119a; Ioma 30a. — 656) Scherira 1. c. — 657) Scherira l. c. Freilich wird er dort nicht mit dem Vatersnamen „den Tobijja, sondern blos „aus Neharde^a" angegeben, allein in Betracht, daß Sanhedrin 53 a von CHarn a b. Tobijja eine Handlung erzählt wird, die man.nur von einem Schulhaupte erwarten konnte, so glaube ich in dieser Weise seinen Namen' vervollständigen zu können. Daß weder ec noch sein Bruder Chükijja b. Tobijja sonst im Kreise der Lehrer zu Pum-Badita erschienen, ist durch den Beisatz „aus Neharde'a" hinlänglich gerechtfertigt. —>C hama war übrigens früher Lehrer in Neharde'a und ihm scheint Cham a b. I v f e f gefolgt zu sein, dann D i m e, dann A m « m a r, ohne jedoch , daß dort eine eigentliche Hochschule wieder erstehen konnte. 658) lieber das Todesjahr des Nachman b. Isaak schwanken die spätern .Chronisten zwischen und f'^p, allein das erstere allein ist nur richtig, da es mit Scherira's s. Ae. übereinstimmt. Die Nachfolge Chama's, da keiner Unterbrechung gedacht wird, kann also auch nur ^"'p sein, wonach die unrichtige Angabe pp bei Spätern zu berichtigen. Daß anstatt Rab Chama in RG. zu lesen ist und daß in der SR. die ganze Phrase ausgelassen ist, kann man sich beim ersten Anblik überzeugen. ~ „ 659) Sanhedrin 46 b. — 650) ib, 53b. —