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Der Orient · 1848-01-01 · 1 (1.1.1848) · p. Spalte 11-12

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
1 (1.1.1848)
Date
1848-01-01
Page
Spalte 11-12 (sequence 6)
Language
German
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11 Studien. Zacotot und das Unkenichtsvexfahren bei den Israeliten. 12 .Schlüsse .darauf zu /ziehen und es zu erg änz e n." ") Viertens endlich: Zu dem achten u. letzten Grunds. Jacotot's: „Suchet das' Herz des Schülers durch Selbstkenntniß zu dgl. zu veredeln," werden Stellen aus dM A. %. als Belege namhaft gemacht, und zwar 1) Ps. 111. 10 — 2) Spr. Sal. 12, 24 — 3) ibid. 13. 26 — 4) ibjd. 20, 7 — 5) ibid. 23, 14. u) — Und diese Bibelstellen —- will Hr. Pr. dann' behaupten — sotten (in Verbindung mit ähnlichen Lehren aus dem Pentateuch) so ziemlich die wichtigsten „ moralischen, Erziehungsprincipien" der 'Hebräer — seit Her Zeit ihrrcr Blüthe (bis jetzt) — gewesen sein. '— Zur Erhärtung des Gesagten wird zum Schluffe noch folgende Stelle aus der „ Erziehungslehre von Fr. Schwarz (Leipz. 1829 bei Göschen)" wörtlich citirt: Frömmigkeit als Familienliebe, und zugleich als Gottesfurcht war als die Wurzel für die Erziehung des einzelnen-Israeliten, so wie der ganzen Nation gepflanzt,.'und sie hat ihre edeln Früchte gebracht. — ——- So war die Erziehung, der Israeliten: ihr Grundsatz wurde oft wiederholt: „„Die Furcht Gottes ist aller Weisheit Anfang.""") — ■ Äbstrahiren wir nun ganz von Zacotot's „ Erziehungs- VM-Unterrichtsgrundsätzen im Allgemeinen" und. we.nden unfern Blick einmal auf seine „Spra ch uul/rrLchts meth.phe i n s h e s o n d e r e" und auf das, was Hr. Pr. in seinem Buche hierüber anführt, od. eigentlich aus das, was Hr. Pr. n icht anführt, wohl'aber angeführt hatte, wenn er ein Jude und mit unserem Bibel- und (hebr.) Sprachunterrichlswesen .(wie es bis vor einigen Jahrzehnten noch in ganz Deutschland betrieben wurde) einigermaßen nur vertraut gewesen wäre. — Jacotot will bekanntlich bei der Erlernung der Muttersprache sowohl, als irgend einer fremden13) nicht mit der Grammatik begonnen, vielmehr dieselbe so lange hinausgeschoben wissen, bis der Schüler durch vieles Lesen (und Uebersetzen) in der zu erlernenden Sprache erst einigermaßen geläufig worden ist Auf praktischem Weg") soll angefangen 10) Sergt. Cicero. De Oratore II. c 16 (Sic. statuo: ut in ceteris artibus etc.) 11) Wir fanden diese, Citate durchaus nicht dem analog, n>cs Jacotot mit dem angeführten Satze will gemeint haben; vielmehr sind wir geneigt anzunehmen, daß dem französischen Pädagogen hier die bekannte Inschrift des Delphischen Tempels'; nosce te ipsum “, welche Sokrates (nach Xcnopll. Memorab. IN. 9. §. 6) seinen Hauptlehren basirte, vorgeschwebt haben dürfte.. — , 12) Schwarz. Erziehungsl. 1. 1. §. 210. 13) Ausführliches hierüber in dem Werke. bangue etran- 'gvre pur J. Jacotot. Paris 1830. 8. 14) Dieses System hat früher schon Hamilton-aufgestellt und noch viel früher (im 17. Iahrh.) der Engländer Locke angcdeutet (Bergt. Locke, Gedanken über Erziehung der Kinder — deutsch von Rudolphi 1787. — Außerdem noch: Schwarz, Erziehungslehre. i. 2. p. 411). 15) Iac. hat für den ersten Unterricht im Französischen den Telemaque, £cc£e für den im Griechischen und Lateinischen die Fabeln Aesop's benutzt. und, mit der Grammatik geschlossen werden. Dies der Hauptgrundsatz Iacotot's für den Unterricht in. jeglicher Sprache, sie sei heimisch oder fremd, modernoder alt, lebend öder tobt. — — Sie können'sich denken , wie breit Hr. Pr., der selber Sprachlehrer und ein hoher'Verehrer") Iacotot's ist, über diesen Punkt sich ausläßt, und daß er nicht ermangelt Alles, was er in dieser Beziehung mit Jacotot Einstimmendes in fremden Büchern gefunden, zusammenzubringen und. daraus eine gehörige Verthcidigungsrede für die vielseitig angegriffenen Ansichten seines Klienten zu kombiniren. — Schade, daß Hr.'Pr. kein Jude und als Christ mit dem Unrerrichtsvecsahren der Juden in der Bibel und der heil. Schr. nicht bekannt ist. Denn sonst würde er hier gewiß nicht, o ganz gewiß nicht unterlassen haben, seine Leser in, eine jüd. Schule (Cheder) zu führen und ihnen zu zeigen, wie daselbst der Unterricht so ganz a la Iacolot betrieben wurde (und zum Theil noch betrieben wird.) — Der Knabe hatte kaum das fünfte Jahr zurückgelegt u. es im Hebräischen noch nicht einmal bis zum ziemlich geläufigen Lesen gebracht, da wurde mit ihm dieTora (Chumasch) angesangen. Und wie,ging man dabei zu Werke? Ganz a!a Jacotot. Nicht, wie's auf Gymnasien und ähnlichen Schulen beim Uebersetzen aus einer fremdcn in die Muttersprache zu geschehen pflegt, wurden hier ermüdende Regeln vorgetragen und unzählige Vokabeln diktirt, nicht wie dort wurde hier das Leseftück (Parascha oder Sidra) vers- oder satzweise übersetzt und erläutert — nein , ohne alle und jede Vorausbemerkung.sing der Lehrer an, das erste beste Kapitel vorzutragen, suchte womöglich Wort für Wort zu übersetzen"), und thac dies so oft und so lange, bis das Kind den betreffenden Vers ganz geläufig nachübersetzte — ganz so, wie Jacotot es vorgeichrieben. Anfangs lernte der jüd. Knabe wöchentlich nur einige Verse, später eine ganze Parascha, noch später 2—3 Parascha's — und endlich die ganze (betreffende) Sidrci in jeder Woche. Mit dem siebenten Jahre wurde in der Regel schon zu , den ersten Propheten übergegangen, späterhin wurden auch die letzter» Propheten vorgenommen, bis dann endlich auch die Hagiogeaphen an die Reihe kamen. So wurde der jüd. Knabe durch die ganze Bibel geleitet und auf diese Weise — wie Jacotot es wünscht — „in den G e i st der hebr. Sprache eingeführt." — Wer dachte beb uns an Grammatik, wer an Etymologie und Syntax? Der Lehrer wußte oft, selbst von diesem Allem — Nichts. Und sind auch aus. unfern Chadarim keine fertigen Hebräer hervorgegangen, so müssen wir doch einräumen, daß diese Chada- 46) Unser Herr Pr. ist für Iac. dermaßen eingenommen, daß er sogar dessen Paradoxa: „Tons les bomrnes ont um* egale intelligence “ und „ Tout es* tuut von pädagogischem Standpunkte aus zu rechtfertigen sich bemühet., 17) Z. B. ^7^1 und es rief der' .7 Ewige zu nara Mosche -OT? und redete zu ihm -^v.aus dem Stiftzelte 7^^ wie folgt..'

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