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Der Orient · 1848-01-01 · 1 (1.1.1848) · p. Spalte 7-8

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
1 (1.1.1848)
Date
1848-01-01
Page
Spalte 7-8 (sequence 4)
Language
German
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7 8- Studien. Chronologisches in Scherira's Brief selbst, daß er die Gaonensolge zu Sora nicht genau und nach der Ordnung wisse, aber vom Jahre Tausend d. h. von 688 an, sagt er, daß er es weiß. Seine Worte lauten pm N& D'p WV. Nach diesem Geständniß beginnt Scherira die Gaonen zu Sora in der Weise aufzuzählen, daß er ausdrücklich angiebt, daß vom Jahre 1000—1100 s.Ae. diese das Gaonat gehabt, mit der alleinigen Angabe, wie lange Jeder das Gaonat bekleidete, ohne die genaue Angabe, wann das nach der sel. Ae. war, wie er es doch bei der Gaonensolge zuPum- Wadita thut. . Diese ^Eigenthümlichkeit muß übrigens ganz gleichgiltig sein, wenn die Reihenfolge richtig ist, da man sich lncht, den 'l'erininns a quo und ad <iuem wissend, orientl'rcn kann. Aber ganz in Verwirrung geräth eine solche eigentümliche Tafel, wenn ein Glied zufällig ausgelassen ist. Da man nicht weiß, wo das Glied fehlt, läßt sich bei keinem einzigen genau die Zeit angeben, weil sie nur^in ihrer festen Geschlossenheit genau bestimmt werden können. Der vorliegende Fall wird die Sache näher erläutern. Scherira giebt an, daß während des 11. Jahrhunderts der sel. Ae. oder von 1000—1100 derselben eine Reihe von Gaonim zu Sora auf einander gefolgt, wobei er bei Jedem zwar genau angiebt, wie viele Jahre er das Gaonat gehabt, aber keineswegs bei einem derselben sagt, in welchem Jahre der sel« Ae. er cs angetreten und in welchem Jahre er gestorben, so daß wir dies erst dadurch gewinnen, indem wir die Reihenfolge der Verwaltungsjahre an den Jahren der sel. Ae. rechnen. Wie aber, wenn die Summe der Verwaltungsjahre der allgemeinen Angabe, daß diese in ihrer Reihenfolge das Jahrhundert ausge- Mt, nicht damit stimmt; wenn die zusammengerechnetenVerwaltungsjahre mehr oder weniger als hundert Jahre machen? Wie, wenn diese Nichtübereinstimmung uns die Ueberzeugung aufdrängt, daß entweder mancher Gaon ausgelassen oder daß mancher eingeschoben worden? In diesem Falle ist, bei keinem einzigen die Zeit bestimmt, weil ich nicht weiß, wo die Lücke beginnt und wie sie aufhört. Und das ist nach unserem Texte wirklich bei allen Gaonen zu Sora der Fall, die vom Jahre 1000—1239 dort waren, da die Summe der Verwaltungsjahre mit der summarischen Zeitangabe von hundert Jahren nicht stimmt. So jz. B. zählt Scherira 9 Gaonen auf, die von 1000-—1100 zu Sora das Gaonat bekleideten und wo einer unmittelbar auf den Andern gefolgt sein soll; aber wenn wir die Verwaltungsjahre dieser 9 zusammenziehen es ist 18 + 18 + 8 + J ■+ 3£ + '8 + 3J + .10 —)/ so haben wir anstatt hundert Jahre, die von 1000—1100 sein sollen, nur 774, so daß offenbar einige Glieder ausgefallen, und da wir nicht wissen, wo diese Glieder ausgefallen, so haben wir dadurch jeden Halt zur Zeitbestimmung verloren. Eben so giebt Scherira die Reihenfolge der Gaonen zu Sora an von 1100—1239, neunzehn Glieder ausmachend, und wenn wir ihre Verwaltungsjahre zusammenzahlen, so geben sie 164 Jahre, wahrend sie nur 138 geben sollten, so daß ein Plus von 26 Jahren die ganzen chronologischen Angaben unbrauchbar macht. - Das ist der verwirrte Knoten in der Zeitbestimmung der 1 soranischen Gaonen bei Scherira von 1000— 1239 der sel» Ae., d. h. von 688—927 n. Ehr., und da alle schriftstellerischen Gaonen zu Sora, von welchen die Rede ist, alsJehudai, Kohen Zedek, Sar Schrlom, Natronai, 'Amram, Nachschon, Zemach u. s. w. gerade innerhalb dieser Zeit (688—927) fal-. len,, so ist es natürlich, daß man ohne vorherige kritische Zurechtsetzung der Scherira'schen Datenfolge bei keinem einzigen soranischen Gaon die Zeit genau . angeben kann. Und cm diese so einleuchtende Schwierigkeit haben auch Sie, wie ich aus der Anfrage entnehme, nicht einmal gedacht; Sie haben, wenn Sie die Zeit irgend eines Gaon gebraucht, von dem Anfangspunkte an die Verwaltungsjahre der Gaonen bis zu dem betreffenden addirt und danach die Zeit bestimmt, ohne zu bedenken, daß wenn erwiesenermaaßen das ganze Additionsexempel eine falsche Summe giebt. und folglich unrichtig ist,. auch den einzelnen Stücken nicht mehr getraut werden kann. Scherira sagt z. B., daß von 1160 an bis 1239 der sel. Ae. folgende Gaonen zu Sora waren, der erste um 1100 war Hilai b. Mare, der letzte um 1239 beamtete war Saadja, und von Hilai bis. Sa'adja ist eine ununterbrochene Reihenfolge von Gliedern, wo jedem Gliede ein Quantum des Zeitmaaßes zugemessen ist. Nehmen wir an, daß der Anfangspunkt mit Hilai um 1100 richtig und fest ist und eben so der Schlußpunkt mit Sa°adja um 1239, so muß nothwendig, wenn die Zeittafel überhaupt richtig bestimmt werden soll, die Addition der Jahre sämmtlicher Mittelglieder zwischen diesen zwei Punkten, zwischen Hilai und Saadja gerade die richtige Summe aus^üllen von 1100—1239, und wie bei einem Additionsexempel es ganz gleich ist, ob ich von oben herab oder von unten hinauf addire, eben so müßte dies hier in der Aufreihung der Verwaltungsjahre zu der Summe von 1100—1239 der sel. Ae. der Fall fein. Aber dies ist hier wirklich nicht der Fall. Zwischen der Zeitbestimmung bei einem Gaon, wenn ich von dem bestimmten Anfangspunkt, von Hilai mit 1100, ausgehe, und derjenigen Bestimmung, bei einem Ausgehen von dem ebenso bestimmten Endpunkt, mit Saadja von 1239, zeigt sich eine Differenz von vielen Jahren. So z. B. bestimmt Rap. die Zeit des, Gaon Sar-Schalom zu Sora um 4598— 4608 (b. h. 838—48 n. Chr.), in der Vorrede zu den GA. der Geonim hat er diese Zeitbestimmung um 14 Jahre weiter gerückt, und zwar 4612—4623 oder 852—63 n. Ehr«, während wenn man von Saadja dem Endpunkte rückwärts rechnet, man die Zeit für den Gaon Sar Schalom ganz, anders bestimmen muß. Dasselbe ist mit allen andern Bestimmungen der Fall. — - Außer dieser innern Nichtübereinstimmung mit der Hauptsumme kommt noch ein Fehler, den lediglich die Benutzer des Scherira'schen Briefes gemacht, und zwar dadurch, daß sie eine sich aufdrängende Vorfrage nicht vorerst beantwortet und auch Sie in Ihrer Anfrage scheinen diesem Fehler nicht ausgewichen zu sein. Scherira theilt seinen Stoff über die

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