Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 1 (1.1.1848)
- Date
- 1848-01-01
- Page
- Spalte 5-6 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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,5 6 Studien. Chronologisches 4«;. Schenra's. Brief. lpruch tn Bezug -auf Ihren großen Aufsatz „die Geschichte der jüdischen Literatur iw'Babylonien", der einen zwar alten aber doch,noch nie bepflügten Boden bearbeitet, finden , und der bestimmten- Hoffnung lebend, daß Sie ohne Mißliebigkeit dergleichen aufnehmen, würde ich Ihnen von Zeit zu Zeit dergleichen einschicken. Diesmal erlauben Sie mir zwei Anfragen: 1. „In der erwähnten Geschichte bei Raba (LB. 00) führen Sie eine merkwürdige Stelle aus Sanhedrin 97 b an, wo es heißt: „Nach 4291 Jahren der Schöpfung wird die' Welt verwaist sein, nicrte JHD , tPJiJn mDH^D JHD tlTOI rno-’ *wrp. J1J01 JItf. Die Kämpfe .des Gog und Magog für jene Zeit findet wohl in der Völkergeschichte ihre Erklärung, aber was sollen die. Kriege der Drachen, rnDr&D CUion, bedeuten? Sie geben von dieser Stelle blos eine wörtliche Uebersetzung, ohne sie zu erklären-; Raschi giebt durch-wiedtp, womit schon Sam. Edeles in seinen Chiddusche Agadot nichts anzufangen weiß. Der genannte Edeles giebt die Erklärung, die wörtlich lautet: ifopjtp. niD/D monto by cns1? nNU' .uoy ’e>I?!?3n C’3t'Jnn 1DD D'Jm Dj-esemnach wäre jyn in der biblischen symbolischen Weise gebraucht. Die 2kgada in Baba Batra, wo es heißt nybn.'l NJMD NHN soll nach Edeles ebenfalls nichts weiter sagen, als daß ein Kriegshcer kam und es verschlang. Ich finde aber diese Deutung mehr aus dem Zusammenhänge gerathen, ohne irgend eine Motivirung. . Können Sie darüber etwas mehr geben?" T. in W. Antwort. Bei den Römern hießen die' Kriegesfahnen „Drachen" (Oi'itconeri), weil sie von fern das Aussehen von fliegenden Drachen hatten, welche die Legionen nach sich zogen, und daher kam es auch, daß die Fahnenträger oder Fähndriche Draoonui ii genannt wurden (vu Ounxe 6!o88. lut. s. v.) Die „Kriege der Drachen" sind nichts anderes als die „Kriege der römischen Legionen'^ d. h. der römischen Fahnen, bald gegen das oftgothische Reich Italiens, bald gegen das .Vandalenreich in Afrika, und gerade um jene Zeit, welche der Sibyllenspruch-bestimmt, waren die römischen Fahnen in diesen Kämpfen und siegten; da aber alle diese Kriege nur zerstörten und nichts zu erhalten vermochten, so schien die Welt in der Thar verwaist. Bei dieser Gelegenheit will ich noch bemerken, daß die Stelle in Scherira (S. 38), wo er der Judenverfolgung gedenkt, die Jesdeg'ird verhängt TUTO') und es dann heißt: (diQO ,m\ bw) p“B XllNZn ny^ar'brii 'yn cmror nooai pwtn jo pyoff mu n^üai mwp iTO .A dr^.^n, wahrscheinlich nichts anders verstanden werden kann. In unserer Sprache übersetzt würde dies heißen, eine römische Kohorte kam und nahm ihn fort und zwar nicht im Kriege, sondern in seinem Hause, also eigentlich zur Zeit des Friedens. Nach Angabe der Zeit — es war unter Sama, der inmitten der Judenverfolgung Jesdeg'ird's, 445 n. Chr., das Rektorat angetreten, gewesen — sieht man daß Jesdegllrd U. gemeint sei, welcher von- 442—459 regierte, und dieses Verschlingen mithin, oder dieses Verschwinden desselben durch eine römische Kohorte 459 geschehen sein muß. -Von diesem J e s d e g'i r d! l. oder Jesdeg^ird b. Behram, erzählen wirklich die Historiker, daß er gegen die Griechen gekämpft, die christlichen Kirchen zerstört und wie wir aus Scherira wissen, har er auch die Juden verfolgt., so daß sein Tod durch ein Strcifchor des Feindes gar nicht unwahrscheinlich. Fürst. II. ‘ 2. „Am Schluffe Ihrer schauerlichen Polemik gegen Hrn. Rap., über die ich mir kein öffentliches Urtheil erlaube, sagten Sie, daß die chronologischen Angaben über die Geonim zu Sora, wie sie Hr. Rap. nach den bekannten Quellen angegeben, durchaus nicht richtig seien, daß die Angaben bei Natronai, Sar Schalom, Amram u. s. w. um einige dreißig Jahre differiren. Da Sie Ihren Ausspruch nicht motivirten, so erlaube ich mir, Sie zu befragen, nach welchen Grundsätzen Sie die Angaben Scherira's beurtheilen und kritist'ren, da ich, den Scherira vor mir habend, kein anderes chronologisches Resultat heranssinve, als Hr. Rap. in den Biographien nach der Vcrbefferung in der Vorrede zu den GA. der Gaonim gegeben. Ich bitte Sie, diese Anfrage nicht etwa als Verlockung zur Fortsetzung jener Polemik anzusehen, da ich sie sonst gern zurücknehme; aber Sie haben sie gleichsam selbst hervorgerufen, indem Sie von einem Irrthume sprechen, ohne auch nur im Entferntesten ihn zu begründen den Versuch machen". T. in W. Antwort. Bevor ich auf den Mittelpunkt Ihrer Anfrage eingehe, erlauben Sie mir -einige Worte. In der Polemik berührte ich die Unrichtigkeit der chronologischen Angaben nur beiläufig; im Ganzen nur defensiv mich haltend, konnte ich, da ich über diesen Punkt nicht angegriffen wurde, darüber-nichts sagen,- und selbst jetzt bei Ihrer Anfrage werde ich mich so ziemlich außerhalb alles Streites halten. - Ich erwähne dies auch nur, um den möglichen Vorwurf, ich hätte meinen Ausspruch nicht motivirt, zu entgehen, da bei jener Polemik darauf ebensowenig als auf die Bitterkeit etwas ankam. Ich stimme hierin Ihnen aber bei, daß ich durch die keck hingeworfene Phrase gleichsam eine moralische Verpflichtung habe, auf die Sache näher einzugehen , und Ihrer Aufforderung folgend, möge es hier geschehen. Vor Allem muß ich aber zuerst bemerken, daß in jenem Satze ein Fehler, und zwar nicht ein Druck-, sondern ein Schreibefehler ist; ich schrieb nämlich nach dem Gedächtnisse, daß die chronologischen Angaben um einige und dreißig Jahre, .während es einundzwanzig heißen soll, und selbst eine solche Differenz ist, wie ich glaube, nicht unbedeutend. Nun zu Ihrer Anfrage. Sie fragen, nach welchen Kriterien .(— das verstehen Sie doch wohl unter Grundsätze? —) ich die Angaben Scherira's beurtheile? Hier meine Antwort» Scherira sagt (S. 39): n i tt» ~y N’onD Nhon um nuiNa ji,-6d up j^n;! Vipröj/ nw I*? {nvu ttb sobsy.olfo bis zum Jahre Kaufend der sei. Ae., d. h. bis 688 n. Chr., gesteht Scherira l’*