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Der Orient · 1848-01-01 · 1 (1.1.1848) · p. Spalte 3-4

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
1 (1.1.1848)
Date
1848-01-01
Page
Spalte 3-4 (sequence 2)
Language
German
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3 4 Kritiken. Kurze Anzeigen. Arnold. Beer. — Literarische Analekten d.emMßfMsiDlWeWaHluaDn der^Mitten MöbiMverftmmlung sagt, lassen wir unberührt; es liegt.hinter uns. Noch wtniger können seine Anftihrungen der Ansichten christlicher Geschichtschreiber über das Wesen der Beschneidung und'ihre' Deutung maßgebend sein« Seine Vorschläge,lOWvbcr Kaufen.auf form-, liche Anstellung approbirter ÄdhelirwHinaus^'rtnd tzas wäcen- Aerzre, womit dem jüdischen Bürger eine neue Kostenlast zu den vielen für den Handwerker fast sschon unerschwinglichen Kultuslasten, erwachsen würde. Die. bisherigen Mohelim, welche dies Geschäft unentgeltlich und in der Regel mit praktischem Geschick' als im Dienste Gottes verrichten, vermögen unter gehöriger Beaufsichtigung der Behörden, besonders wenn überall, wie es den Anschein hat, jüdisch-geistliche Behörden erstehen, dies Amt fortan ohne Gefährdezu verrichten und deshalb stimmen wir feinen Interims-Vorschlägen (S. 96) als definitiv genügend bei. Diese lauten, daß es 1) norhwendig sei, daß jeder Mohel einen gründlichen Unterricht bei einem Arzte über alles die Operation Betreffende' nehme, hierüber eine Prüfung bestehe und eine Legitimation Nachweise z 2) daß ein Mohel, der durch ein körperliches Gebrechen, wie Zittern der Hände, Kurzsichtigkeit u. dgl. zum Operiren unfähig ist, zur Vollziehung des Aktes nicht mehr zuzulassen sei." Wie aber, wenn allenthalben die Rabbiner, die uns noch in allem kirchlichen Sachen für Laien erklären, die Niemanden eine Trauung, eineKonfirmation re. vornehmen lassen, allenthalben sich diesem Geschäft unterzögen und bei vakanten Rabbinerflelleu dies mit Zu den Anforderungen gerechnet würde? Ist dieser Akt nicht so wichtig als die obgenanncen oder ist er profan, weil er unentgeltlich verrichtet wird? Angehende Rabbiner müßten sich dann allerdings prüfen, ob sie Geschick in Hand und. Temperament hiezu haben und im entgegengesetzten Fall von der Ergreifung dieses Berufs abstehcn. Sie vermöchten dann auch zugleich den Akc mit angemeffnen kirchlichen Feierlichkeiten zu umgeben , die ihm jetzt fast ganz abgehen. Ju ihrer Erleichterung könnten in größer» Rabbinatssprengeln auch einige Religionslehrer hiezu qualisizirt gemacht werden und in dieser gebührfreien kirchlichen Funktion würden sich die Rabbiner gewiß gern von den Lehrern vertreten lassen! Dies ein Vorschlag zur Güte! — —-m— 3) Die freie christliche Kirche und das Iudenthum. Sendschreiben an Herrn Johannes Ronge, in Bezug auf mehrere Aeußerungen in dessen neuester Schrift: „Das Wesen der freien christlichen Kirche." Von Dr. B. Beer. Leipzig, 1848. 8. Heinrich Hunger. (S. 39.) Während Rupp und WislicenuZ als Vorkämpfer der religiösen Freiheit sich -nie in einem feindlichen Sinne gegen das. Iudenthum äußerten, hat es Ronge beliebt, alle verrostete Waffen hcrvorzusuchen, um die Religion des A. T. anzugreifen. Der Angriff besteht aus einem Amalgama von Dorurtheilen unfc; einer kleinen M'si's ,Hegelthum. ^Diesem Reformhelden tritt nun Hr. Dr. Beer, ausgerüstet mit einer wissenschaftlichen Ruhe und einer unparteiischen Kenntnis des Judenthums in dessen verschiedenen Entwickelungsmomenten, sehr schlagend entgegen. Die Vorurtheile des Ra- tionalismus vulgaris unddes- Hegelthums werden siegreich widerlegt, ', undder" Vers. -geht auch auf die Religion des N. T. ein. Besonders treffend ist die Widerlegung der Hegel'schen Phrase, das Judenthum kenne nur einen außerwcltlichen Gott. In den religiösen Strömungen unserer Zeit kann diese Schrift einbedeutendes Interesse für sich in Anspruch nehmen, abgesehen davon, daß viele dogmatische Punkte mit sehr vieler Sachkenntniß in derselben besprochen werden, so daß wir nicht umhin können, den Wunsch zu äußern, der Vers, möge seine literarische Thätigkeit der jüdischen Dogmatik zuwenden, indem seine von jedem Fanatismus fremde wissenschaftliche Forschung ihn besonders dazu befähigt. Wir wollen nun den Inhalt dieser Schrift kurz zusammenfassen. Zuerst macht der Vers, sehr passend als Ausgangspunkt darauf aufmerksam, wie das Iudenthum sich jedes Fortschrittes in der Kirche freuet und citirt zu diesem Behufe zwei Aussprüche von Abigadar Kara und Isaak Luria. Die Quelle .für. den Letztern ist uns unbekannt. Dann.geht der Vers, auf jeden Vorwurf, den Ronge dem Iudenthum macht, genau ein, widerlegt, berichtigt und zwar von einem höchst unbefangenen Standpunkte aus. Wir müßten hier die alten'Fehler H a rt m a n n 's auffrischeu , wollten wir die Leser in das Labyrinth Ronge'scher Unwissenheiten einführen. Allein die Widerlegung des. Hrn. Dr. Beer bietet sehr viele Anregungspunkte für unsere Zeit und 'für die wissenschaftliche Forschung. H.ervorzuheben ist, mit welcher Unparteilichkeit der Vers, das Christenthum würdigt, und wahrlich Hr. Ronge muß von der Toleranz eines jüdischen Gelehrten beschämt werden. In der ganzen Schrift, die sich durch eine schone Darstellung auszeichner, kommt kein bitterer Ton über das Christenthum vor. Wir empfehlen sie daher Juden und Christen, sowie allen Freunden religiös-dogmatischer Diskussionen. In der gegenwärtigen Lage des Iudenthums kann sie auch' manchen Juden über das Wesen seiner Religion aufklären. Literarische Analekterr I. - ' Obgleich so mancher glaubt, daß Sie einen Widerspruch nicht gut vertragen, so kann ich es , soweit ich Ihre Persönlichkeit kenne, doch nicht glauben, und ich würde keinen Augenblick anstehen, wenn ich eine abweichende Meinung hätte, dieselbe gerade Ihnen vorzulegen, in der festen Ueberzeugung, daß Sie dieselbe entweder widerlegt oder nackt mittheilen werden. Namentlich würde sich, wie ich glaube,, so mancher Wider-

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