Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1848)
- Date
- 1848-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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ßbci das Leben. — Atteö ist jetzt Papier. UnscrNcichthmn besteht in Papier. jnbfDEDD n!?n WD mnl? bw, d. h. zu deutsch, der Bekeuuer Mcsls wird nur reich durch die schlechteste Gattung von Schreibiafeln-P ap i er. All unser Wissen steht auf dem Papier. Der Schauplatz all unserer Greßthaten ist einzig das Papier. Wir führen Krieg auf dem Papier, und die Waffen, mit denen wir uns siegreich wehren, oder gegenseitig todtlich verwunden, sie sind Papier. Und Herr Rothschild ist der Fürst der Papiere! O, wenn seine papieme Hoheit doch einmal aus so einem großen Papier, einen Grundstein machen und für uns anlegeu wollte; wir würden darauf ein Gebäude anfführen und einen Thurm, der bis in den Himmel ragt und der ihm gewiß einen Sitz im Himmel verschafft. Aber Herr Rothschild tragt einen eisernen Schild um das Herz und einen Panzer um die Seele, damit ja bei Leibe kein Fünkchen von Nationalsinn dahinein dringe. Hr. Rothschild gibt mit vollen Händen, aber nur Bettlern und Vagabunden. Als Fürst der Papiere verhüll er sich mit den Lu mp er:. Volles Recht hat die Augsburger Allgemeine, wenn sie so wenig Sympathien für die Herren Rothschild hegt, denn auch die Herren Rothschild hegen für'S A l l g e m e i n e gar wenig Sympathie. Doch ich verschreibe mein Papier über den SWcum der Papiere, wovon er gewiß kein Sterbenswörtchen weiß, inmitten seiner aufgehäuften Papiere. * Pesth, Ende Decbr. 1847. Nicht blos ein berüchtigter Weimar'scher Deputirter machte die Juden des 19. Jahrhunderts für das Gold und Silber verantwortlich, das ihre Ahnen einst als Arbeitslohn aus Egyptcn Mitnahmen, sondern auch die ,,Pesther Zeitung", eirr zur Schmach der Deutschen hier erscheinendes Blatt. Ja, es geht noch weiter, indem ein trauriger Ritter des Mittelalters darin behauptet, die Juden stehlen heute noch, oder kaufen alles gestohlene Gold und Silber. Wir dürfen dem Ritter glauben, da er in die Diebshohlen sehr eingeweiht zu sein scheint. Die deutsche Presse in Ungarn erntet durch die ,,Pesther Zeitung" nichts als Lorbeeren, und wenn in Deutschland irgend ein Judenfeind in Verlegenheit sein sollte , wo er die rostigen Waffen des schmutzigen Judenhasses seilbieten konnte, so wende er sich nur an unsere Zeitung. Diese frißt jeden Tag zehn Juden, während sie eben so viele Mer noster betet. Mar: erzählt hier, daß der ruhmgekrönte Redakteur so heilig ist, daß er beim Anblick eines Juden sich fünf Mal bekreuzigt. Darum rufen die hiesigen Inden - wenn sie ihn sehen: ,,Kreuzigt ihn!" D, die deutsche Sprache feiert die schönsten Triumphe in der „Pesther Zeitung". Sie ist der Apostel der Freiheit und der Humanität. Ja, sic möchte sogar ihr Makulatur zum Verbrennen der Juden hergeben. Allein hat sich ein wenig verrechnet. Jeder Ungar wendet sich mit Abscheu von diesem Sumpf und Tummelplatz der gemeinsten Gesinnungen weg. Sie will ihr Leben vom Judenhaß fristen. Trauriges Schicksal einer Zeitung, die zu solchen Mittel:: greifen muß, um ihre Spalter: auszufüllen. Weiter können wir der „Pesther Zeitung" nicht folgen, da uns ihre Gesellschaft höchst widerlich ist. Dm. Aus Ungarn, Ende Decbr. 1847. Der ungarische Reichstag ist versammelt, die Opposition stark vertreten — und die Hoffnungen der Inder: sind sehr gesteigert. Was wird uns dieser Reichstag bringen? Die „Pesther Zeitung" — dieser deutsche Sklave im freien Ungarlande, diese feige Rnckfchrittömemme im Lande des Fortschritts— wird aus diese Frage bedächtig den deutschen Zopf schütteln, sich pietistisch in die Brust schlagen, die Augen gottessürchtig verdrehen und die Juden in das liebe Mittelalter, worin sie sich so heimisch fühlt, zurückdrängeu. Ihr Motto ist: „Thut nichts, der Jude wird verbrannt", wenn sie auch keine Priorenstelle in Jerusalem bekleidet. Zudem sie zu gemein denkt, um die Idee des freien Menschen fassen zu können, sucht sie in christlicher Liebe, die Inden zu denuneircn, zu vertäumden, zu brandmarken und möchte gern alles gestohlene Silber und Gold znsammenraffeu, um daraus cir: Brenmnaterial für die Juden zu sammeln. All eit: die Stimmung des bessern Theits des Landes ist liberal und frei von dem knechtischen Geiste der deutschen Pcrrückenzeituug. Man hofft vielmehr, daß dieser Reichstag unser geschmälertes Recht wenigstens zumTheil wieder Herstellen wird. Die „Pesther Zeitung" sammelt schon jetzt Staub und Asche, um es auf ihr Haupt zu streuen, im Falle die Juden den Sieg über dm Sklavensinn davontragcn. Au Staub wird es ihr, bei ihren mittelalterlichen Gesinnungen, nicht fehlen und für die Asche werden die Juden Sorge tragen. Welch' ein- * Jammerbild wird die Zeitung abgcben, wenn sie irr Trauer gehüllt, vor dem kleinen Publikum erscheinen wird! Ihre Trostlosigkeit ist unser Triumph, und wäre unsere Sache nicht gerecht, so würde sie nicht so viel Lumpen konsumiren, um die Juden zu verlänulden. „Das sind nicht die schlechtesten Früchte, woran die Wespen nagen" , und die „Pesther Zeitung" ist eine Wespe ohne Stachel. * Großbritannien. London, 16. Decbr. (D. A. Z.) Lord I.'-Rüssel stetlt-c seiner: angemeldeten Antrag, das Haus möge stch in ein Gesammtkomite über die bürgerlichen und politischen Beschränkungen der jüdischen Unterthanm Ihr. Maj. verwandeln. „Wenngleich, hob der edle Lord an, ich zur Unterstützung meines Antrags nicht die wichtigen