Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 52 (24.12.1847)
- Date
- 1847-12-24
- Page
- Spalte 827-828 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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828 £2? > Studien. Biographische Bergl. Blumcnlcft Rr. 243. Auch hier wird am Sinne des -Sprichworts nichts geändert, nur das; hier das Wort |ri£' m der biblischen Bedeutung genommen ist. Uebrigens halten wir die gewöhnliche Erklärung für paffender. Biographische Skizzen. xv. . Mose ben Iksvael, genannt M o se I ss e r le s, war der Sohn eines'reichen Mannes in Krakau, der zugleich talmudisches Wissen besaß und als Gemeinde- Vorsteher in der damaligen Zeit auch besitzen mußte. Er nennt seinen Vater deswegen jnjpn (©• 31,80,83,84,92,94), wie auch (.Vorrede zum Mechir Jajin), und, bezeichnet ihn (G. 6.) als einen würdigen Greis. —- Asukai (Th. III üt. 73 hum. 12. et conf.1 Sl). I. lit. 3 num. 13. ibidrm |j. I lit. ft num. 48) erzählt, sein Sohn Abraham habe die Gradesstätte des les in Krakau aufgesucht, u. auf dem Leichenstein gelesen, dieser sei 33 Jahre alt-am 33. Omertage des Jahres 333 nach der kiirzern Jüd. Zeitrechnung gestorben, also nach gew. A^tbestimmnng 1573.' Hat nun Abraham richtig gelesen und sein Vater genau nacherzählt, so muß Jfferles 1540 zur Welt gekommen sein. Prüfen wir diese Angabe, so stellen sich ihr bedeutende Bedenklichkeiten entgegen. Jfferles nämlich'hat das Werk ff n 7>riß,. wie er dort in der Vorrede erzählt, 155*6 in Schidlow abgefaßt; er war also nach, obiger Angabe des Geburtsjahres damals ein Jüngling von sechzehn Jahren. Wir möchten zweifeln, ob er in diesem Alter jenes Werkchen konnte geschrieben haben, u. schon deswegen die von Abraham angegebene Jahreszahlen bestreiten. Allein wir haben noch einen besseren Beweis in Händen, daß Jfferles 1540 nicht geboren sein kann. Denn ausgefordert und ersucht von dem greisen und berühmten Meir') Katzenellenbogen 'in Padua gab er das für diesen Rabbiner streitende 10. Gutachten 1350 ab, und mußte demnach ein Knabe von 10 Jahren damals gewesen sein. Dies bedarf wohl keiner weitern Erwiederung und man wird unbedenklich einräumen, daß weder jener Greis bei einem Knaben Hülfe suchen, noch dieser ein so gelehrtes Gutachten abzugeben im Stande sein wird. Deswegen müssen wir sein Geburtsjahr mindkstens um 15 Jahre zurückrückm u. ihn um 1525 geboren sein lasten, damit er bei Abgabe jenes Gutachtens wenigstens das-Alter von 25-'Iah reu besitzt. — Richtig hingegen wird sein Todesjahr auf 1573 angegeben. Zwar findet sich in Bet Scheniuel Eben ha-Eser sign. 154 ein Get-Schema von 1580, welches als n.in dem Texte beigegeben, von Jsserles hnzurühren scheint. Allein es schein t nur so! Das Get-Schema ist nicht dem Jfferles, son- 1) Dessen Biographie L. Bl. d. £>. Rr. 39. Jahrg. 1816. Skizzen. Moses Jfferles. dern einem Andern zuzuschreiben, den wir hier nicht aufsuchen wollen, wie es überhaupt bezweifelt werden kann, ob alle diese Hagahot zur Sedcr Ha-Ger. von ihm sich herleiten. Dieser Zweifel wird sowohl durch die etwas abweichende Sprache und Schreibart als auch durch eine dort und beim Seder Chaliza befindliche Ucberschrift seine begründete Rechtfertigung finden. Richtig aber ist 1573 als sein Todesjahr bezeichnet; denn David Levi erzählt gleichfalls im nV Tü sign. 420: inyftan ."12DJ5P .17L7 WEG NpNip p"pD -PJJW TIN ]p'0 loyn Jb. pr^"l NO") und Jsserles wird auch auf dem Titelblatte des in Krakau 1580 gedruckten Juchasin, zu' welchem er Anmerkungen u. Zusätze geschrieben, als verstorben mir nm:& Ural (b'l) bezeichnet. Er lebte nach dieser Auseirandersetzung von 1525 bis 1573, also 48 Jahre. Seine Studien hat ec theils in Krakau gemachte theils in Brzvsc bei jdem dortigen Rabbiner jSa l 01110 K 0 he n, dem Schüler des Jakob Pollak (cf. addita. ad Jucbasin), welchem Lehrer Schelomo er das.45. Gutachten in der tiefsten Ehrerbietung schreibt und sendet, und dcn er auch sonst Mori nenne (G. 30). Dieser sein Lehrer starb am Ende des Jahres 1558 (p'w rfl G. 25) als Rabb.in Brzvsc. wie aus G. 45 hervorgeht, und nicht als Rabbiner in Lublin/wie Gans irrthümlich ausgestellt. Ausgezeichnet an Geist und Wissen fand er bald Anerkennung in seiner Vaterstadt, und wurde zum dritten Rabbinats-Assessor bestimmt, indem der greife Mose ben Jekutiel Landau als erster und Josef ben Mardechai Ger son Kohen, Verfasser des Scheerit Josef und Schwager unsres Jsserles, als zweiter Assessor dem Kollegium vorstanden. Er wirkte bis zu seinem Tode in seiner Vaterstadt, und diente seinen Glaubensgenossen mit seinem Wissen, sogar mit seinem Vermögen; denn er ließ - eins ferner Häuser zu einer Synagoge einrichten,. und schenkte es der Gemeinde. Auf dem Hause las noch Abraham Asulai (As. 3^.11! lit. ft num. 12) die Buchstaben .-^w, welche die Jahreszahl der Widmung, also 1553, angeben. — In Krakau stand damals das Lalmudstudium in der größten Blüthe, und die Juden selbst erlitten nur geringen Druck von Außen oder lebten vielmehr unter den Polen in sehr glücklichen Verhältnissen. Deswegen schreibt Jfferles (G. 95) an einen gewissen Hirsch, der von der Reise nach Deutschland, um hier Rabbiner zu werden, ohne Erfolg zurückgekehrt war: „Ich freue mich, daß Du zurückgekehrt und nicht in einer Stadt Deutschlands als Rabbiner geblieben bist, weil trocknes Brod, das in Frieden hier genossen wird, besser ist als das Köstlichste in Deutschland; dort ist der Judenhaß bedeutend, während "wir ihn hier kaum kennen." Aus dieser seiner Vaterstadt war er jedoch zu fliehen gezwungen, als 1556 die Pest dort ausbrach und viele Menschen hinraffte; er begab sich nach dem sehr armseligen, unfern belegenem Schidlow, woselbst er über Mangel an Lebensmitteln und Bequemlichkeit klagend am- Purinftste aus langer Weile das Buch Ester als eine Allegorie des menschlichen Daseins von der Wiege bis zum Grabe darstellte, und das Werk: p( *yriD d. h. „Ersatz des Weines"