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Der Orient · 1847-12-24 · Heft 52 (24.12.1847) · p. [Seite]

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 52 (24.12.1847)
Date
1847-12-24
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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— 402 —' deutsche Zunge in Deutschsaud die Rechte des freien Menschen proklalnirt und die Vorurtheile, die ein Erbe finsterer Zeiten sind, zu entfernen strebt, erniedrigt sie die „Pesther Zeitung" 31t deni eigenliützigen Lakaiendienste der Verläumdung, der Verfolgung, deö Hasses und der Ru h e st ö r u n g. In. einem Aufsätze über das Zunftwesen kommen folgende Stollen vor, die wahrscheinlich von: heiligen Geiste der Liebe eingegeben sind: „Der Jude Wendel solche Kniffe an, daß so billig auch die Waare scheint, sei es ein eigenes oder freindes Erzeugnis', der Käufer, wenn alich nicht beim ersten , fo doch gewiß beim zweiten Kaufe sich bevortheilt sieht." — „Das Nützlichste was unsere .Großen thun könnten , daß sie, gleichwie den Israeliten das Wohnen in den Bergstädteu schon seit alten Zeiten verboten ist, - .ihnen auch der Handel mit Gold und Silber und die Verarbeitung desselben verbieten würden. - Denn es ist eine bekannte Sache, daß alles im Lande gestohlene Gold und. Silber, das nicht mehr zum Vorschein konunt, von Inden eingeschmolzen wird. Und dies ist die Ursache, daß die Inden in Gold- und Silberwaaren billiger geben können als die Christen. Dies Verbot .-könnte', aber in der Weife geschehen, daß die vermöglicheren Israeliten, die ja ohnehin sich leicht in jedem Zweige des Handels zurecht finden, auf andere Geschäfte beschränkt würden, den ärmeren israelitischeir Arbeitern aber wäre zu untersagen,.-Gesellen- und Lehrlinge zu halten, nn Uebrigen könnten sie, da sie ohnehin nicht, mehr'.Arbeit-haben, als sie persönlich zu bestreiten im Stande sind, ihr Handwerk bis zu ihrem Aussterben fortsetzen. Insofern ich aber, sei es auch mit noch geringem Erfolge bestrebt war, de», Kredit und die Ehre dieser Kunst zu heben, kann ich nicht ohne Schmerz ^daran denken, daß ein von der Nation so abgeschiedener Theil, dom das Ehrlichk'eitsgcsühl so wenig in der Natur zu liegen scheint, wie gewissen Geschöpfen die Reinlichkeit, mit seinen betrügerischen und ungeschickten Händen dieses edle Handwerk usnrpireu soll. —" - „Wenn nun aber auch die Zünfte, welche in der Vorzeit von unfern Königen oder auf Befehl der von ihnen abhängigen Regierung gegründet worden, jetzt abgeschafft werden sotten, so gibt es noch eine versteckte und sehr /gefährliche Zunft, chie im Lande ein gar weit verzweigte schädliche Korporation bildct„daö ist die, insbesondere ans Juden bestehende, zusanunenhaltcude künstliche Diebs- und Hehserzunftl Wenn^ tnan also die bisher bestandenen, öffentlichen Zünfte aushebt, wird man die so geheime Zunft fertbestehen lassen?" Diese brutalen Ausfälle, welche einen Eisenmenger zum Heroen des Humanismus stempeln, haben der „Pesther Zeitung" das Todeönrthcil gesprochen. ..Wer hat den .Handel in Ungarn gehoben? Die Juden. Wer die Industrie befördert? Die Inden. Es ist aber ein gltec abgenutzter Kunstgriff, die Inden in Bausch und Bogen-zu verdammen, und selbst diese Gerneinheit ist ein Plagiat, da es diesem Blatte selbst in Verlänmdnngeu an Erfindungsgabe fehlt. Es will an den Juden znin Ritter werden.. Schade, daß sein Ritterthnm auf eine Don Quijoterie hinansläuft! Nur in dem Hirn der „Pesther Zeitung" — Einige leiten ihren Namen von der „Pest" hör — konnte ein solcher Pfuhl von Gemeinheit Platz finden. Jeder wahre Ungar denkt zu edel, als daß er sich in den schmutzigen Ideen kreis dieser Zeitung versetzen kennte. Wir wundern uns aber, daß der Vorstand irr Pesth dieses Blatt micht jn^ulüunln belangt hat. Dem Verfasser jenes Aufsatzes wünschen wir eine Dosis Verstand, damit er nicht das Totthaus um ein merkwürdiges Erernplar bereichere. Unsere Stände werden sich von seinem Gekläffe wohl nicht irre machen Lassen. Dixi. Prag, im Decbr. Der 20. v. M. war für die Prager Judengerneinde ein herzerhebender Fest- und Frcudcntag. In Anerkennung der ausgezeichneten, angerühmten Verdienste unseres hochverehrten großen praktischen Arztes Dr. med. Isaak Jei tte l e s, wofür er von unserem gnädige!: LandcSfürstcu die große goldene Ehrenmedaitte erhalten , die seit 500 Jahren, seit die Ferdinand-Fakultät besteht, noch kein Arzt oder Prcseffor erhalten, mit irnposanter Feierlichkeit abermals im Nonnalsthnlsaale, in. Gegenwart der Notabel!: von allen Seiten, von alten Fakultäten, Staatsbeaulteu und hohen Bürger besungen und übergeben. Er wurde stürmisch von den jüdischen Zünften, die mit ihren Fahnen und Musik ausrücken mußten, empfangen. Es war ein schöner Anblick, das elegante Pnbtiknm. versammelt zu sehen. Es hatte zwar nie an Medieinern, nie an großen, sehr gelehrten Priestern gefehlt, aber als Mensch? das Gute , das Edle ist seine Tendenz. — Auch wurde die Velkshyrnne und ein Gedicht abgesnngen. Der Schnlscholastikns und Vorsteher Ä a n d a n. hielten eine gediegene Rede über feine Verdienste an ihn, woraus aber unser Verehrter die untenstehendeRcde ans dem Stegreif hielt. Das Publikum durchdrungen von Verehrung verließ enthusiastisch den Saat. — Ich bitte Sie, da Sie in Nr. 49 ihres viclgctesenen Orients die itu Carolincum gehaltene Rede abdrncken Ließen, auch diese hier folgende Anrede an unfern geehrten Vorsteher Hrn. Landau aufnehmen zu wollen. Hr. Landau hat vorzüglich zu dieser öffentlichen Anerkenmmg des. Verdienstes dieses , greisen Arztes beigetragcn und daß diese Anerkenmmg einen freudigen Wiederhatt in den Herzen unserer Gemeinde gesunden, brauche ich wohl kaum, zn berühren. Hier folgt die Erwiederung an den verehrlichen Vorstand: Hochverehrtester Herr Vorsteher! Hochverehrteste Versammlung l Das ninhe- und sorgenvolle Leben des Arztes bietet so wenige und seltene Momente der Befriedigung, daß jeder, derartige Genuß freudiger und dankbarer ausgenommen werden muß, als unter andern Lebenöverhält-

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