Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1847)
- Date
- 1847-12-24
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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- 407 dcß Justizmil, isterö vom 23. Septbr. d. angegebenen triftigen Grunde für jetzt keine genügende Veranlassung vorhanden. Ich kann daher jenem Gesuche nicht stattgeben. Sanssettejs den 1. Novbr. 1847. Friedrich Wilhelm. Oe ft er re i ch. Pesth, 7. Decbr. (Aus einem Privatschreiben.) Die „Pesther Zeitung" hat in Nr. 547 und 558 eine boshafte Nerlanmdung gegen die jüdischen Handwerker veröffentlicht-,' die an Rohheit und Gerneinheit Alles übertrifft, was dieses judenfeindsiche Blatt je. zur Schmach der deutsche!: Zunge gebracht hat. Es wird Ihnen wohl auffallen müssen, wenn ich Ihnen sagedaß gegen diesen schändlichen Bericht keine Erwiderung erschienen. Leider sind viele Angesehene der Gemeinde nicht wie sie Ihnen früher geschildert worden; dort wo es sich handelt, bei den Nicht-Israeliten sich ein Ansehen zu verschaffen, sind sie augenblicklich bereit, selbst auf Kosten der Nation Alles auszubieten, aber ihre gedrückte Nation vor solch öffentlicher Schmach zu bewahren und zu schützen, dazu braucht es viel Zeit und viel Worte bis sie rührig werden. — Früher war eö ebenfalls Sache dieses Blattes, die möglichsten Gehässigkeiten gegen die Juden einzurücken, es wurde der hohen Regierung unterbreitet (und zwar von Seite der hiesigen Vorsteher) und seine Sprache war seitdem etwas gemäßigter. — Allein seit einiger Zeit ist der edle Herr Graf Franz Z ich i zum Obereensor ernannt worden, der im Drange seiner vielen Aemter sicherlich eine solche derbe Sprache in öffentlichen Blättern übersehen hat, sonst würde dieser edle Mann gewiß nicht eine gedrückte, schwache Nation so schmählich behandeln lassen. — Das größte Unglück bei dieser Sache ist, daß hier bloß zwei deutsche Blätter, die häufig gelesen werden, bestehen, von denen das Eine, diese Zeitnug selbst, und das zweite: ,,Der Ungar" belletristisches Blatt) ist. — Elfteres nimmt natürlich eine kräftige Entgegnung nicht auf, letzteres besitzt ein Israelit, dessen Tendenz mehr dahin geht, Familienverhätlnissezu veröffentlichen und zur Zielscheibe zu wählen, als sich seiner eigenen Nation anzunehmen. Ueberdies betrachtet er sein Blatt nur als Geschäft und berechnet, daß ihm derlei Dinge wenig einbringcn, und endlich, um in seiner Sprache zu sprechen, sagt er: ,,die Inden können nicht verlangen , daß ich mein Blatt ihnen opfere und schreibe ich für sie, dann wird es heißen, dies hat -ein Jude geschrieben".— Es bliebe nur ein Mittel übrig, nämlich in den ungarischen Blättern, die sehr liberal sind, eine Erwiderung zu schreiben, allein aufrichtig gestanden, da die wirklichen Ungarn deutsche Zeitungen nicht lesen , so ist rö vortheilhafter, wenn die edle Nation diesen Schmähartikel nicht kennt — und ich kann Ihnen mit Gewißheit sagen, daß der Verfasser desselben von allen ungarischen .Redaktionen zurückgewiesen wurde, da sie einen solchen Skandal in ihre Spalten nicht ausnehmen wollten. — Es ist seitdem neuerdings eine Antwort auf eine Erwiederung, in der Presburger Panonia von der Pesther Zeitung ans Sealitz gegeben worden, (weil ein Jude es gewagt, die Beschuldigung, daß die dortigen Juden Kornwncher und wer weiß was noch sonstige Betrügereien ausüben , auf sehr anständige Weise vertheidigt) der so schmählich ist, daß ein roher Bauer sich schämen dürfte, dessen Verfasser zu sein. Mein Herz ist voll von Wchmuth über diese Schmach, welche die Pesther Zeitung einer Nation zu Last legt, die keineMittel hat, sich zu ertheidigen. — Dieser Tage erzählt auch „der Ungar" folgende Thatsache. Ein hiesiger, befugter jüdischer Glaser, der ein sehr tüchtiger Mann seines Faches ist, und die meisten, größten neuen Gebäude kontraktmäßig mit Glaser- Arbeit versieht und dadurch ein ziemliches Rcuomme hat, verfertigte ganz kürzlich hier im Spieglischen Gebäude die Glaserarbelten in der dort errichteten, eleganten Bier-' Halle» Vor einigen Tagen kamen zwei bürgerliche Glasermeister dahin, als der arme jüdische Meister auch dort war, tadelten dessen Arbeit aus das ungerechteste. Der Besitzer, ein sehr gerechter Mann, erwiederte jedoch, daß er mit dieser Arbeit sehr zufrieden sei und durchaus nichts zw tadeln finde. — Als später der jüdische Meister nach Hause ging und auf der Stelle anlaugte, wo ihn diese zwei Edlen auflauerten, wurde er unmenschlich von ihnen geschlagen. Inzwischen langte ein dritter Herr an, der die Ursache dieser Niederträchtigkeit nicht kannte, und um dessen Beistand zu gewinnen schrieen sie: dieser Jude wollte sic berauben. Daß es diesem Herrn auf mehrere Portionen Prügel, als er die Worte „berauben" und „Jude" hörte, nicht ankam läßt sich leicht denken. — So liegt nun dieser arme redliche Meister schwer danieder, doch wird seine gerechte Beschwerde hoffentlich Ankiang finden. — . 'Wohl konnte ich Ihnen noch Vieles von dem Benehmen der hiesigen Christen gegen die Juden mittheilen, doch wozu? — Leben wir nicht im neunzehnten Jahrhundert, wo wir von Seiten der weisen Regierungen eine Gleichstellung aller Menschen hoffen dürfen? —- Ans Ungarn, 8. Decbr. Während die magyarische Presse mit wenigen Ausnahmen die Sache der Indem in Schutz nimmt, wird der deutsche Name durch die „Pesther Zeitung" entehrt. Dieses Blatt bildet den Sammelplatz deS unsaubersten Judenhasses und hat sich die Aufgabe gestellt, die deutsche Sprache zum Drgan der mittelalterlichen Gesinnungen und der widerlichsten und Hirnlosen Judenfeinde zu machen. Während die