Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 51 (17.12.1847)
- Date
- 1847-12-17
- Page
- Spalte 811-812 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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811 - Studien. Lit. AnaMen. S. 44 Note 18. Wir lassen es hier abermals folgen >,il mirto 6 sempre mirto benrhe sia tra l’ortiche“ '{b(e Myrthe ist immer Myrthe, wenn sie auch zwischen Dornen steht). ' ' (Beschluß folgt.) Literarische Arralekten. vir. Johann Buxtorf und eine'n^nö nni Einer der ausgezeichnetsten christlichen Theologen, der sich auch noch vorzüglich mit der hebräischen Sprache und Literatur beschönigt hatte, war Joh. B u x t o r f I., Professor zu Basel, gelv 1664 und gestorben an der Pest den 13. September 1629. Seine Gelehrsamkeit in der jüdischen Theologie, war so gpoß, daß er nicht nur als der größte Kenner derselben unter seinen Zeit- und Glaubensgenossen angesehen, sondern damals selbst von den Juden als solcher betrachtet worden sein soll. Aus den entferntesten Gegenden korrespondirten letztere mit ifytn’ über Gegenstände der jüdischen Theologie, und auf der.. Basel'schen Bibliothek sind einige hundert Briefe von deutschen, böhmischen, polnischen und italienischen Gelehrten der jüdischen Nation vorhanden, welche dies beweisen. Seine Liebe zum Studium der hebräischen Literatur war so groß, daß er 'stets gelehrte Juden aufzusuchen pflegte, von denen er sich mit mancher Aufopferung in den ihm dunkeln Stellen der jüdischen Literatur unterweisen ließ. — Als er seine Hebräische Bibel herausgcib, nahm er mit Bewilligung des Magistrats einen solchen gelehrten Juden, Namens Abraham, als Korrektor mit Weib und'Kindern in sein' Haus auf. Im Juni 1619 kam die Frau'mit einem Knaben nieder. Mit Bewilligung des obersten Nathsweibels, Gläser, 'ließ der Vater zwei Juden kommen, um der Beschneidung beizuwohnen. Auch Buxtorf, der Buchdrucker König, sein Tochtermann und noch zwei Bürger waren dabei zugegen. Doch der Magistrat belegte Buxtorf und König mit einer Strafe von 100, den Vater des Knaben mit einer Strafe von 400 Gülden, Gläsern ,und die beiden Bürger mit dreitägiger Gesangnißstrafe. (Vergl. ,die- Biographie Buxcorf's von Meyer von Knonau.) — '' * *; viil- “ Talmudische Genauigkeit. Während wiese unserer jetzigem Gelehrten die Gewohnheit Haben, sich die Literarischen Produktionen Anderer ohne alle Umstände stillschweigend zuzueignen, so daß oft aus zwei fremden Büchern ein drittes fabrrcirt wirb, waren im Ge- ,gentheile dieTalmudistm in dem Dortrage ihrer Gegenstände so — Parabeln und Sentenzen. 812 genau, daß sie die Quelle stets bis auf ihren ersten hcrvcr- - fließenden Tropfen verfolgten. . Folgende Stelle im Talmud Trakt. Baba Kamma foL. 80, 1) mag der Kuriosität halber hier als Beispiel folgen : üwo n*dd “n Nm* “O: N3N ^*1 "1DNrb , nöNl NDD ^3 N1N* - 0Wü ' N0b!-r\y niin ' m dwd' ndd, ns rm cwn ndo D/^D - NDD n'S NIHN 'Zn'DWD "1DN nON’l — -.6br nnm -prin by pj/nno -'ndd ns. s\nn ^sn Vielleicht wird auch der Herr Redakteur dieser Blätter, dieses berücksichtigend, von nun an manchen Citaten - Helden gnädiger sein, als er es in der Anmerkung im LB. d. Or. v. I. 184s Nr. 16 war. — , - •>. R. I. W u n d e r b a u Kritische Untersuchung über, die Originalität der im Talmud And Midraschim vorkommemden Parabeln und Sentenzen. Mit Bezug auf die Parabeln und Sentenzen in den Evangelien. (Fortsetzung.) Ueberhaupt wenn wir alle bisher citirten Stellen, wie sie im Talmud oder im Evangelium Vorkommen, genauer betrachten, so finden wir folgendes Unterscheidungsmerkmal, das uns in der Zuerkennung der Priorität oder Originalität untrüglich erscheint. Während Alles im'Talmud einen allgemeinen Charakter trägt, und die Parabel oder Sittenlehre die ganze Menschheit, das ganze Universum in Anschauung nimmt, was gewöhnlich ein Charakterzeichen von der Neuheit einer Idee ist, — haben die Evangelisten der Parabel ihrer Allgemeinheit entblößt und ihnen ein individuelles Gepräge, nämlich das ihres Meisters beizulegen gesucht. Der Uebergang von dem Allgemeinen zu dem Besonderen und nicht umgekehrt, ist ein Zeichen der Entlehnung. Unter Himmelreich wird im Evangelium gewöhnlich nichts Anderes'verstanden, als die Erscheinung des Erlösers, die Epoche des von ihm bewirkten meffianischen Zeitalters. Betrachten wir aber weiter, daß die aus dem Talmud hier citirten Stellen großentheils von solchen Männern hcrrühren, die ihr Lehramt entweder vor, öder gleichzeitig mit der christlichen Aera, jedenfalls aber vor der Abfassung des Evangeliums verwaltet haben, ferner den Umstand, woher denn die Talmudisten, die doch so wenig Verbindung mit den ursprünglichen Bekennern des Christenthums gehabt und bei denen die Religions-Bücher der Letzteren: so sehr verpönt gewesen,, woher sie also zu deren Lehrsprüchen und Parabeln gelangen konnten? Dies Allfs spricht aus das Klarste dafür.