Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 51 (17.12.1847)
- Date
- 1847-12-17
- Page
- Spalte 807-808 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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801 Studien. Sprichwörter im Talmud. Von Dukes. 808 standen, die Ach tung und die Anerkennung aller Juden Deutschlands Mögen jene Männer in ihrem edlen Streben nicht ermüden! Vieles ist seit jenem von Dr. Ree ausgegangenem - „Aufruf zu einer raschern Förderung der jüdischen Angelegenheiten im Vaterland (Hamburg, 1846^ 8.)" geschehen, aber noch ist der Arbeit viel. Ueber einige Sentenzen, Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten des Talmuds -vom " Leopold Dukes. (Fortsetzung.) wn kqi Notn. ’Dto p?:lo pn mh. wp (20 pDID Jalkut zu Dt. Z. 841. „Wie so stehest du, daß dem Blut rother ist, vielleicht ist es das Blut jenes Mannes." Diese sprichwörtliche Redensart wird von Wahlen zwischen zwei Personen gebraucht, wovon keine einen Vorzug vor der andern hat. .NODJ ttNND öNpw ^DDT DD (21 „Was Schikc a (Lügner) erwirbt, nimmt Patcha (der Oeffnende?)^ der Leichtsinn"., „Als die Lüge in Noas Arche hrneinzkehen wollte, wurde sie, weil Noa nur Gepaarte aufnahm, zurückgewiesem Sie ging nun zurück und traf den Leichtsinn. Willst du mich ehelichen sprach sie zu ihm? Was gibst du mir, erwiederte jener? Alles was ich erwerbe, gab sie zur Antwort. Sie wurden so, des Handels einig und gingen als einiges Paar in die Arche „ daher das Sprichwort „Was die Lüge erwirbt, verschlingt der Leichtsinn". * wj>d ’B1? njtia nr ihn mypB d^bin (22 * WJJ2 'zb 2p!2 ntl Abot VeS st: Natan Abschnitt 38. „Zwei.essen aus einer Schüssel, dieser kostet daraus nach seinen Handlungen und jener ebenfalls". Der Sinm dieses Spruchs ist im Allgemeinen, daß wenn 2 Menschen eine Handlung ausführen, so thut sie jeder an- 11) Dieses Sprichwort wird von den rWDDttvfyp in M aus dem Midrasch Rabba citirt, es findet sich aber, nicht in unfern Ausgaben. p myi 'i? m ib -idn m’nb oJbnb Nipty runty. Dirnönb Din by naionn nw) Nnns nani ■jbn -pm 'b jnn hd ib "idn , ’b naDja ib idn (ojidd bonbi i'O -jb nb’dj'n woncn no bB ib “ion, pb n)3’D,)2 «nnötapw bjom no: wj1« ’idn“i w'm NB'rib idjbj ' iNBDibtt§ und l>at andere Zwecke dabei. Duo cum facjünfc idem non est idem („Wenn zwei dasselbe thun, so ist es nicht dasselbe") mulba iiunt eadern sed aliter. Qu i n tili an.- (Dieses cmd noch anderer findet der Leser bei Eiselin S. 661). ' 'Mpvb [|pjpn e/'j] n^nn mnn >n onw (23; Schemot Rabba S. 106 b. Debarim Rabba c’BSJ '3, Ialtut Josua Z. 35. „Habt ihr dm Wein getrunken, so stellt das Faß sden Krug, nach einer andern Leseart) auf seinen Platz, zurück". Es wird, bei Gelegenheit der Stelle Josua 24, 32, wo -es heißt „die Gebeine des Josef, welche die Israeliten mit sich nach Egypten führten u. s. f." folgendes Gleichniß angeführt r „Diese Stelle — so lauten die Worte des Midrasch — vergleicht man r Räuber die in einen Keller eingedrungen sind und einen Krug Wein davon ausgerrunken haben, der Herr des Kellers sah es und sagte „wohl schmecke er -euch, wohl bekomme er euch, habt ihr den Wein getrunkener^ s. s. so sagte Gott zu den Stämmen, ihr habt Josef verkauft, bringt wenigstens seine Knochen zurück". Das Allgemeine in dieser sprichwörtlichen Redensart ist, daß man, wenn man etwas Unrechtes gethan hat, dasjenige was sich davon , wieder gut machen läßt, nicht unterlassen soll. II. Para l l e l e n. So wie Sitten und Gebräuche, so wandern auch Sentenzen, Anschauungen und Sprichwörter von Nation zu Nation. Die Gemeinschaftlichkeit der Anschauungen, besonders wenn sie auf etwas basi'rL ist, was nach unfern heutigen Ansichten superstitiös zu nennen wäre und diese gewöhnlich sehr alt, gewährt nicht nur Interesse an und für sich wie alles. Vergleichen überhaupt, sondern es regt zum Nachdenken an, und führt 12) Es ist mit dieser Stelle auch eine andere talmudische Stelle zu vergleichen, die auch in Jalkut zu Hosea 14, 10 sich findet lind die wir hier hersetzen . ~o rai bdn* db ibt£0-> D’ysyiDi db ab» D'p’is □irriDD tbaty bin mb wb b&yo pni’ 't “idn run ia nt hdj nb’DN □ tyb ibBN“inximaa Dt^b fox'-iriN nbox ntyb ibaNty mi 'n ■o'n.p'nri ’b .1^2 n<ih ibr-w ob. ibt^BV D'jnt'iDv noi „Fromme gehen mit ihnen und Frevler straucheln dara n" (Hosea 14,10) Rabba der Enkel des Chana sagte.im Namen des R. Jochanan, es ist dies zu vergleichen mit 2 Menschen, die ihr Osterlamm gebraten haben, der eine ißt es um das Gebot zu erfüllen,. der andere aber um viel zu essen, von dem ersten heißt es „die Frommen, gehen damit" von dem letzten „die Frevler.straucheln daran". Mit dieser tatmudischm Stelle ähnlich ist diejenige in der ersten Epistel Pauli an die Kor. 11, 29 wo es heißt „denn wer unwürdig ißt und' trinkt -(das Abendmal), der ißt und trinkt sich selbst das Gericht".