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Der Orient · 1847-12-17 · Heft 51 (17.12.1847) · p. Seite 406

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 51 (17.12.1847)
Date
1847-12-17
Page
Seite 406 (sequence 11)
Language
German
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attgelegenheiten mit bmu'ntcr Provinzial- Städte, deren Darstellung ich nur, wenn es dem Hrn. Red. genehm ist, in einem besondern Berichte Vorbehalte , so muß man allerdings den Preis den Letztem zu erkennen. M. O e st er re i ch. v Pesth, 1/Deebr. Ihr Pesther Korrespondent in Nr. 44 dieser Blatter bethätigt in seiner Korrespondcntenwnrde einen so löblichen Eifer, daß-er nicht bl es die geschehenen Dinge, sondern auch die zukünftigen 'berichtet. Er weiß nicht blos was sich eroignet hat, sondern er blickt spähend und urit durchdringendem Prophetenblick in Herz und Nieren der Menschen, wittert in ihnen nicht nur dio bereits vorhandenen Ideen heraus, sondern : auch jene, die erst cmtstehen w e x d e n , und beglückt so die Loser Ihres trefflichen Blattes mit. der! allerneuesten Neuigkeiten ans der — Zukunft. Es ist zum Verwundern, daß dieser Herr noch nicht ans der! Gedanken gekommen ist, eine Zeitung der Zukunft zri redigiren. Ich traue ihm aus selbsteigener Erfahrung ersinderischerr Geist genug zu, nur auzrmehmen, daß es ihm au Stoff nie fehlen würde. . Eine solche Probe seines erfindungsreichen Genies ist der in jener Nummer enthaltene.Bericht, daß ich damit umgehe hier in Pesth ,,eine Talmud-Schule zu errichten, versteht sich unter seiner obersten Leitung" d. h. unter meiner obersten Leitung. Ich gestehe cs, daß ich in diesem Bericht zu allererst etwas erfahren habe von meinem diesfatligen Vorhaben; ich habe bis auf diesen Augenblick keine Sylbe von dem Allem gewußt. Doch ist e§ möglich, daß ich in Anbetracht der wirklichen Nothwendigk'cit eines solchen Institutes, künftighin etwas derart beschließe , das muß Ihr nptnn w.d. h. Ihr gewaltiger Jod-Korrespondent besser wissen; aber gewiß ist, daß ich bis jetzt nichts dergleichen in mir verspüre, weßmaßen ich mir auch die Freiheit nehme, den etwas vorschnellen Bericht des Hrn. I. blos als ,,m leuchtendes Blitzen ebner düstcrn dunkeln Nacht"., mit afö ,,Zuckungen einer völligen Lethargie" in Hrn. I. zu bezeichnen. Als eben so zuverlässig mögen Sie ferner die Mittheitung des Hrn. Korresp. betrachten, daß sich hier r/ein baldiges Zustandekommen eines Gottesdienstes in der Landessprache erhoffen läßt". Hoffen läßt sich freilich viel, ja es hat Jeder das' Recht so inc£ju hoffen, als ihm beliebt, es kommt dabei Alles blos auf die Hoffrnmgsgabe des Hoffenden au; aber das baldige Zustandekommen des' magyarischen Gottesdienstes zu erhoffen, dazu gehört wahrlich ein ungewöhnlicher Grad von Hoffnungstalent. Schließlich noch einige Worte über eine Frage die Hr. I. stellt. Er begleitet den Bericht, daß ich eine Talmud-Schule gründen ivoile un't der Frage, ,,was wird aber T hc o d o x B ur g er sagen? Hrn. I. gegenüber hat es wohl mit der Beantwortung dieser Frage eben keine große. Eile, indem dieselbe vermnthlich nicht den einzigen'Punkt bildet, über welchen dem Hrn. I. noch die-Aufklärung fehlt; aber der Oeffcntlichkeit gegenüber ist es Nur heilige Pflicht diesen Gegenstand einmal zur Sprache zu bringen. Meine im Jahre 1644 erschienene Broschüre ,,dec Talmud re." hat mir viele Verfolgungen zugezogen; gleichwohl habe ich die Ueberzeugwig nie anfgegeben, daß mich der unbefangene Beurtheiler wegen jener Broschüre unmöglich verdammen kann. Meine Absicht ging dahin eine wissenschaftliche Beleuchtung des Gegenstandes nicht selber zu geben, sondern zu veranlassen. So kann es Jeder in der Vorrede der Broschüre lesen. Ich brachte meine Zweifel .vor das Forum der Oeffentlichk'cit, eben.weil ich sie gelöst und gründlich widerlegt wissen wollte. Für ein Gemüth, in welchem aller Glaube noch nicht erstorben, ist nichts peinlicher als Zweifel in Religionösachen, und ist überhaupt das ernste Bestreben nach Lösung jener Zweifel viel verzeihlicher, ja viel religiöser, als das perfide Sichgehenlassen und Hinsiechen irr dem Zustande religiöser Zerrissenheit. Wer unskre Zeit auch nur obenhin, kennt, weiß ganz gut, daß Viele, welche solche Broschüren rcicht geschrieben haben,, nicht um ein Haar anders denken, aber es nur aus Feigheit oder Fühllosigkeit unterlassen sich diesem Zustande zu entwinden. Ich nannte mich nicht, weil es mir nicht um mein Produkt, sondern um die herbeizusührmde Erörterung zu thun!var^ Uebrigcus habe ich es in cntscheidendeu Augenblicken bewiesen, daß Lüge und Heuchelei nicht meine Sache sind. Ich habe mein Verhältniß zu der Broschüre nie verschwiegen. Habe ich "geirrt, mm denn wer ist ohne Jrrthum? Der Jrrihum wird nur dann zur Sünde/ wenn man sich durch ihn zu Handlungen verleiten läßt. Wer mich kennt weiß es, trotz dcrVerlemndungen meiner Feinde, daß ich im Sinne jener Broschüre nie gehandelt habe. Freilich mag es viel bequemer sein z..B. am Sabbat Nachmittag bei dampfender Cigarre erthod-ore Zcitungsartikelcheu. z,t schreiben, als für aufrichtige Darlegung seiner Zweifel zum Märtyrer zu werden; aber diese Bequemlichkeit ist mir immer fremd gewesen. Ich bin cs gewcchnt, mit Widerwärtigkeiten zu kämpfen, und habe in einer schweren Lebensschnle die Kunst gelernt, Verkennung und Verleumdung mit rcsiguireudcv Geduld zu ertragen. Jene aber, die in der Lieblosigkeit ihres Herzens es sich zur Lebensaufgabe gemacht zu haben scheinen , Persönlichkeiten, die sic nicht kennen, und achtbare Zeitschriften mit dem Geifer ihrer Verlaundungssucht zu besudeln, mögen sich das alte Sprüchlein merken: N'siO 6m n?h rm. Pitlitz. Aus Uttgenm, im Novbw (Fortsetzung.) Daß aber die Jeschiba ans dem Wege des Fertschrittes begriffen und der ,,starke Zeitgeist" an ihr nicht spurlos vorübergegangeu,: wollen tvir gern eingestehen.

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