Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 51 (17.12.1847)
- Date
- 1847-12-17
- Page
- Seite 403 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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403 tfjcin S'affe bet ererbe de§ Orls, wo sie sich nicderzutasseir ' beAbsichtigm , mit nachzuweifen , daß sic die Naturalisation für die hiesige Provinz erlangt und ihre KorporationSverpflichtmigen gegen die Synagogengemeinde, welcher sie bisher angebörtcn, abgelöst haben. 2) Die unter den Inden verkommenden GeburtS-, HeirathS- und Sterbefälle sind nicht .mehr bei ^er OrtSpolizeibehörde, sondern bei dem betreffenden Gericht anzumetden. 3) Die ehelichen Kinder naturalisirter Juden hiesiger Provinz, welche am 16. August d. I., mit welchem diese Verfügung Gesetzeskraft erlangt hat, noch in natürlicher Gewalt oder unter Vormundschaft gestanden haben, gehören vermöge ihrer Geburt in die Klasse der naturalisirten Juden; die altern Kinder dagegen müssen die Naturalisation erst für sich , durch Nachweis ihrer -Qualifikation erwerben. 4) Jedem naturalisirteu Juden' soll ein Aaturatisatiouspatent anSgehandigt »verden, den ehelichen Kiiiderm naruralisirter Juden jedoch erst nach vollendetem vierzehnten Jahre, es sei denn, daß au§ be- , sondern Gründen, z. B. Behufs Niederlassung in einer andern Provinz, eine frühere Ausfertigung zum Ausweis für das Kind erforderlich ist. 5) Naturatisirte Juden haben: das Recht, die National kokarde zu tragen; wenn ihnen diese aber rechtskräftig aberkannt wird, so verlieren sie dadurch ohne Weiteres zugleich alle mit der Naturalisation verbundenen Rechne. Außerdem verliert der Judo diese Rechte'in allen den Fällen, Lu welchen nach der revidirten 'Städteordnung das Bürgerrecht entzogen werden kann. 6) Die gesetzliche Bestimmung, daß zur Niederlassung ausländischer Inden in hiesiger Provinz die Genehmigung des Ministeriums des Innern . erforderlich ist, bleibt in Kraft und wird auch aus die Fälle ausgedehnt, wo ausländische Jüdinnen durch Verhcirathnug' mit inländischen Juden hierher übcrsiedeln wollen. AZrs dem Z^etzdistrE, 1. Deebr. Ehe ich in meiner jüngstbegerneuen ,,Revue über die Gemeinden des Netzdistrikts (Bromb. Dcpartcm.)" fortfahre, erlauben Sie mir, hochgeehrtester.Herr Redakteur, noch einmal auf die bereits besprochene Gemeinde B r omberg zurückznkommeu, und Ihnen initzurheiien, was mir mitlerwoile über dieselbe wieder;it Ohren gekommen. Nach Dr. H. soll noch ein anderer junger Nabbinatskandidat dorr gewesen sein und mehrere Mal gepredigt haben. Auch soll derselbe gefallen, und (wie allgemein verlautet) besonders bei den jungen Damen viel Glück gehabt, haben. Und glauben Sie, daß dies Letztere nicht hilft? O viel, sehr viel kann es helfen. Denn der Spruch: „muliert&ceat in eclesiirf hat in unserem Jahrhundert und bei uns zu Laude längst seine Geltung verloren. —- Aber dessen ungeachtet wollen wir nicht hoffen, daß jener junge Kandidat im Stande sein werde, dem als Rabbiner und Prediger yraktieirenden , so wie als Gelehrten anerkannten Dr. H. dm Rang abzutanftn. So weit wcrden's chic. Bromberger-uicht kommen lassen , wem, anders sie sich, nicht eine große Blöße geben wollen. Uebrigens ist an, eine bestinunte Wahl vor der Hand noch gar nicht zu denken.^ — Und nun lassen Sie uns weiter. gehen.;— Die Gemeinde von S ch u b i n hat einen gebildeten Rabbinen. Er liest den Orient und die Attgem. Zeit. Ob.auch am können wir lvirklich nicht behaupten. — Mit ihrer Adresse au Frau ke l im Sommer 1845 glaubten die Schubiner (so wie noch manche andere Gemeinde, unserer Provinz) schon Alles gethau zu haben, was der Zeitgeist von den Gemeinden Israels fordert. Allein da haben sie sich gewaltig getäuscht. Die Adressen ans.jener Periode sind verschollen, der Knall-Effekt, .welcher die Adressen hervergernfen, ist der Vergessenheit anheimgefallen, die Rabbiner-Versammlung ist zu Grabe gegangen,* die Theologen-Versammtung in der Geburt erstickt, und nun? — Ja und nun thate. Roth, daß den getäuschten Adressanten ihre Papier- und Portokosten erstattet wurden. Wie? — doch bas gehört nicht hierher. Verzeihen Sie uns., Herr Redakteurdiese kleine Abschweifung. Wir werden künftig vorsichtiger sein. — Labischin, ehedem ein Sitz tüchtiger Lamdanim, gehört leider mit zu denjenigen Gemeinden unserer Provinz, an welchen der Zeitgeist unseres Jahrhunderts bis jetzt noch ganz spurlos vorübergegangcn. Vor einigen Jahren haben sie sich dort einen Partikulier aus Saiitomis'l zum Rabbiner erwählt, und sie sollen mit demselben recht zufrieden sein. DH1 2? ’njfiw, —- S a m o ez y n ist eine kleine,, aber recht stille, friedliche Gemeinde. Ihre Schule ist erst seit dem .vorigen- Jahre organisirt. Möge sie gedeihen und gute Früchte tragen. — Wir. haben uns nun schon eine ziemliche Strecke von dem eigentlichen Norden unserer Provinz entfernt. Kehrerr wir jetzt wieder nach demselben zurück, so-stoßen wir zuerst aus die Gemeinde von Schneidemühl. Dieselbe hat seit einigen Jahren eineschöngebaute Synagoge und eine noch schöner entworfene Synagogen-Ordnung, welche letztere aber noch eingeführt werden soll. Wann? weiß der Himmel. — In eine Synagoge zu treten, die nach dem modernsten Style erbaut und eingerichtet, in allem klebrigen aber noch Yen Stempel langst verflossener Dceennien an sich trägt, muß wirklich einen zngrellen Kontrast darbieten. Doch, es ist einmal so.— Die dortige Schule ist mit eine von den ältestcu im ganzen Großherzogthnm. Ein sogenannter W o b t t i) a ti g tc 11S- 1) So foll’8 beim letzten Zeref (wie dort die Gemeinde- Versammlungen immer noch genannt werben) verblieben sein. 2) Es,wird zwar hi.e und da ausposaunt, Gaß die sel. RV. ' im Juli k. I. ihre Wiederaufersrehung feiern werde. Doch dies glaube, wer Lust hat. VorLcchistat Ya-Mttim muß doch kommen. Hierzu sind gber bis jetzt leider noch nicht dtt entferntesten Symptome vorhanden. 5 L