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Der Orient · 1847-12-10 · 50 (10.12.1847) · p. Spalte 795-796

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
50 (10.12.1847)
Date
1847-12-10
Page
Spalte 795-796 (sequence 6)
Language
German
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78V 78& Studien. Lik. AnalEen. >— schekntichz wohl aber ist es möglich, daß in späterer Zeit gnostkzirende Juden, wie die Sabier waren, ihren Antheil dazu geliefert haben; oder vielmehr mag ihr System, in so fern es mit den Religionen des Budaismus in Berührung kam, in demselben unrergegangen, und von ihm verschlungen worden sein.— : ■> •'. * ii. Dhulnavas in Iemeü. Dhulnavas (Nawas den Assad) , .König in Jemen, welcher der letzte aus der Dynastie der Himjariren, — deren Ursprungman von Joktan (“Dy p pp1») herleitet und deren Reichsstiftung man in das Zeitalter vor ungefähr 300V Jahren vor Muhammed geschehen läßt (vergl. die Abhandlungen der französischen Akademie der Wissenschaften, Band 29 und Mem. Bd. 48), — und jüdischen Glaubens war, lebte im 6. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung. 'Seine Verfolgung der Christen, mit denen er Zufällig in böse Händel gerieth, gab Veranlassung zu einem blutigen Kriege zwischen ihm und dem Negusch von Habesch, einem Christen, der seinen Glaubensgenossen zu Hilfe kam. Die Araber wurden besiegt/ Dhulnavas stürzte sich verzweiflungsvoll in das Meer und Jemen kam seit der Zeit unter äthiopische Ktart'hatterschaft. — * , * * III. Jbn et-Talmids. Jbn et-Lalmids, ein sehr gelehrter und frommer Jude, lebte nach Nesselius im 9. Jahrhundert (?) zu Granata und soll mehre aräbisch - jüdische GchrifteN vetsaßt haben. Sein Freund war der zu seiner Zeit rühmlichst bekannte Philosoph Abu'l BarakLt hebat-allah b. Ali el-.Hakim wir dem Beinamen Auhad es-semLn (der . Unvergleichliche des Jahrhunderts), der-von Geburt ein Jude war, aber gegen das Ende seines Lebens dem Glauben seiner Väter untreu wurde und zum Muhammedanismüs überging, weshalb ihm dieser sein Freund Jbn et-Tälmids in einigen Versen sehr bitter tadelte (vergl. Abulseda 1U. x. 600). IV. Der jüdische Minister Selbib» Der Jude Selbib, welcher im 11. Jahrhundert lebte, war Minister.am Hose Alfonso's Vl., Königs.von Kastilien, und stand bei demselben wegen seiner Ehrlichkeit, Gewandheir und Tapferkeit in hoher Gunst. Als Alfonso im Jahre 1085 die Stadt Toledo von dem maurischen Fürsten Abad Itt. (Mehamed-al-Motamed) erobert hatte, sandte er auch diesen, seinen jüdischen Minister mit 500 Reitern nach Cordöva und lieh den Emir dieser Stadt - auffordern, 'ihm alle seine Festungen und Städte abzutreten. -- . -! ■ PÄabeln' und Sentenzen. V V. . Jndenthum in Habessinie». SÖrtfte (1, 570) erwähnt einer gewiffen Judith Tochter Gideons , die an. den Statthalter eines kleinen Distrikts, Bugna, in der Nähe von Lasta (ist wahrscheinlich die Stadt, welche beiden Portugiesen Äbugona heißt, und nach Ludolf eine kleine Provinz Habessiniens, welche zwischen T kg r e, B äg e m d e r , Am h a ra und Ango t liegt), verheiratet wäre; und sollen beide Landschaften sich auch häufig zum Judenthume bekannt haben. — VI. Johann von Capistrano. Nach Menzel's Gesch. d. T., Bd. 7. S. 230 war Johann von Capistrano (Franziskaner Geistlicher und päbstlicher Nuntius) einer der grausamsten Judenverfolger im Mittelalter. Er stiftet 1453 zu Breslau ein Kloster und hielt hier als päbstlicher General - Inquisitor. Untersuchung wegen der angeblichen Entheiligung der geweihten Hostien, deren die Juden angeschuldigt worden waren. Auf dessen Befehl' wurden die Angeklagten, gefoltert, wobei er nach Aussage eines Zeitgenossen (des Breslauischen Rathsschreibers Peter Eschenloer), dem Nachrichter selbst Unterweisung gab, wie die Angeklagten gemartert werden sollten. Als die Unglücklichen durch den ungeheueren, unerträglichen Schmerz bezwungen, sich des Frevels schuldig bekannten, wurden sie, vierzig an der Zahl verbrannt; alle übrigen Juden aber aus der Stadt vertrieben. In Schweidniz, Löwenberg und Liegnitz hatten gleichzeitig ähnliche Grausamkeiten stattgefunden. — R. I. Wunderbar. Kritische Untersuchung Über die Originalität der im Talmud und Midraschim vorkommenden Parabeln und Sentenzen. Mit Bezug auf die Parabeln und Sentenzen in den Evangelien. (Fortsetzung.) Jndeß findet sich dasselbe Sprüchwort auch mr Talmud vor, und zwar übernimmt da die Rolle des Durchpassirens der noch unbeholfene Ekphant. Entweder war dieses Sprüchwort ursprünglich persisch und erst bei seiner Uebersiedelung nach Arabien wurde der Elephant in das heimatliche Kameel verwandelt, oder war es arabischen Ursprungs und geschah in Persien eine entgegengesetzte Metamorphose, jedenfalls beweist

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