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Der Orient · 1847-12-03 · Heft 49 (3.12.1847) · p. Seite 391

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 49 (3.12.1847)
Date
1847-12-03
Page
Seite 391 (sequence 13)
Language
German
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391 noch der unbedeutende hinzukam, daß wirklich gar Nichts geleistet wurde. — Nichts desto weniger ließ sich unser löblicher Schulvorstand nicht eritmuthigen. Er kaufte ein bequemes, dein Zwecke entsprechendes Schullokal an, schrieb einen Conenrs für Lehrer der 2 cScrit Klassen ans, und war so glücklich, tüchtige Pädagogen und wissenschaftlich gebildete Männer zur Annahme dieser Lehrstellen geneigt zu finden. Herr I. Groß m a n n, der an der an der Prager Musterhauptschnle sich zum Pädagogen bildete, und von dessen ehrenvoller Auszeichnung au dieser Anstalt auch in Nr. 5 l. I. Ihres geschätzten Blattes berichtet wurde, übernahm den Unterricht in der obersten Klasse und Hr. E. Kutner, der .in Wien sich znm Lehrer befähigte, in der 2. Klasse. Beide. verbinden die Kenntnis der hebräischen mit der Kcnnlniß der deutschen Literatur, und beide sind gewiß sehr geeignet, unsere Hoffnung auf Wiederbelebung unserer Schute zu erfüllen. — Am 10. d. M. sollten schon beide amtlich fungiren; allein durch die Verzögerung, welche die Renovmmg und zweckmäßige Einrichtung des Schutlokalcs nethwendig machte, kam cs, daß die Eröffnung desselben erst am 25. Statt fand. Das Ansehen der Schnle und des Namens ,,Lehrer^, das ohnedies in Ungarn noch nicht die höchste Stufe erreicht hatte, war hier so tief gesunken/ daß es mich sehr überraschte zu sehen, wie nach dem Gottesdienste ein ziemlich zahlreiches Publikum beiderlei Geschlechtes ins Schuttokal strömte, um dem wichtigen Akte der Einweihung beizuwohnen. Hier waren sämmtliche Schüler, Psalmenbüchcr in der Hand, versammelt, und nachdem auch die Mitglidcr des Schulvorstandes und die Vornehmsten der Gemeinde erschienen waren, wurden von jenen die Psalmen, 82 und 84 8 gebetet. Hierauf bestieg der würdige Hr. Rabbiner, dessen Verdienste um den Fortschritt bedeutend sind, den dekorirten Rednerstuhl, und hielt eine feierliche, dem Akte sehr entsprechende Rede. Ihm folgte Hr. Groß mann und seine begeisterte Rede war so ergreifend, so kräftig und voll Feuer, daß sie den erwünschten Eindruck unmöglich verfehlen konnte. Jedes feiner: Worte steigerte die Achtung vor dem heiligen Lehrberuf und das Vertrauen zu ihm. Seine Worte an die Schüler, waren ebenso gemnthlich, warm und eindringlich, als wahr, bedeutnngSvoll und hinreißend seine Worte an die Vorgesetzten und an die Eltern, scharf waren die Geißeln, mit denen er die herrschenden Gebrechen züchtigte, und mit Ein- und Umsicht die Mittel gewählt, die er zur Ab hülfe empfahl. — Nicht minder inhaltsvoll, kräftig nnd feurig waren die Worte, die nach ihm Hr. Kutner sprach; sein. Vortrag war ciir wahrer, natürlicher und gelungen! und die Wirkung seiner Worte auf die Schüler war auf den Gesichtern derselben unverkennbar zu lesen. Zum Schlüsse ward noch mit wahrer Andacht von den frohen Schülern der Psalm 118 gebetet, und alle schieden mit den gerechtesten Hoffnungen und mit dem innigsten Wunsche: Daß .Gott den 'begeisterten Willen dieser deiden Lehrer stärken möge, und ihr schönes Streben segnen, daß es zum Segen der Anstatt und znm Heile der Jugend gedeihe. Das israelitische Schulwesen im Königreich Würtemberg. Mitgetheilt und besprochen von Rabbiner Gülden-stein in Duchau. (Fortsetzung.) Nur auf diese Weise kann dieses Spruchbuch-für unsre Jugend nützlich, die darin enthaltenen Lehren ihnen ein Licht, und die Unterweisung zur Zucht ein Weg zum ewigen Leben werden. (Spr. Sal. 6, 23). Es werden sich daher die israelitischen.Neligionslehren mit dem Inhalt dieser Sammlung recht bekannt machen, und von ihrer Seite nichts verabsäumen, was zur Erreichung des Zweckes, den man bei dieser Veranstaltung vor Augen hat, beitragen kann. .Besonders verstehet man sich zu den Rabbinen des Landes, daß sie Vorurtheile, die sich etwa gegen dieses Spruchbuch erheben dürsten, aus dem Wege räumen und den richtigen und heilsamen Gebrauch desselben nach Kräften fördern werden. Darum ergreifen wir diese Gelegenheit, wo wir zum erstenmale öffentlich zu Ihnen reden, Sie aufmerksam zu machen auf die Wichtigkeit ihres Berufs, dessen Wirksamkeit in eine Zeit fällt, die, richtig verstanden, und für die religiös sittliche Regeneration unserer Glaubensgenossen weise benützt, für deren Heil auf ewige Zeiten entscheidend werden kann. Die Hoffnung Israels in der Gegenwart beruhet aufseinen Lehren, und das Glück der Zukunft ist ihren Händen vertraut. Möge daher keiner der ein Lehramt bekleidet in diesem blos ein Mittel zu seiner Existenz erblicken, sondern es als einen heiligen Beruf betrachten, zur Förderung der göttlichen Absichten. Und daß diese Absichten, die aus Vernunft und Offenbarung in der Erziehung des Menschengeschlechtes zur sittlichen Vollkommenheit erkennen lasten, durch Alles, was von der Oberkirchenbehörde ausgehet, gefördert werden möchte, dazu erflehen wir den Segen dessen, durch den unsere Hände Werk gelingen kann. 7) 2sr. Ob. Kkrch. Beh. 7. April 1836. Nachdem des auf Veranstaltung der israelitischen Oberkirchenbehörde herausgegebene G e sa n g b u ch zürn Gebrauche bei dem Unterrichte in der mosaischen Religion und zur häuslichen und'öffentlichen Gottes Verehrung der Israeliten im Königreich Würtemberg in der Halwerg'schen Verlagshandlung zu Stuttgart erschienen ist, so wird solches mit dem Anfügen bekannt gemache, daß fämnnliche Rabbiner und israelitische Religions-

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