Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 49 (3.12.1847)
- Date
- 1847-12-03
- Page
- Seite 389 (sequence 9)
- Language
- German
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- 389 - xrid}, diese hohe Königsstadt in nie geahntem und nie dagewesenem Glanze prangen, dem hohen Kaiserhaus, das Wissenschaft, Kunst und Gtwerbfleiß mit gleicher Kraft und Liebe .hier gepflegt, und unter dessen ruhmrunstrahlteul Banner noch bis in die fernsten Jahrhundertedieser selbe Segen dem Herrscher, dieselbe Liebe und Treue der Unterthanen fortwirken mögen.— Erfüllt vom heißesten Danke ist meine Brust gegen den glorreichsten Monarchen. Es 'fehlen mir die Worte, die Gefühle des tiefbewegten vor Freude überströmenden Herzens auszudrücken. Den höchsten und hohen Behörden, die unterlastloser Mühe, unter snchwichtigen Geschäften mit seltenem Scharfblicke auch die geringste Saat des Guten nicht übersehen und treupflegend, dem Staate zum Nutzen, dem Betheiligten zum Vortheil des Verdienstes ehrschätzen, und kräftigen — diesen Höchsten und Hohen spreche ich den tiefgefühltesten Dank für die gnädige Anerkennung aus. Sind diese Dankesworte, wie ich leider fühle, viel zu schwach und dürftig, so möge dies die hohe Ehrfurcht entschuldigen, die alle Worte überragt/ und die, beredtesten selbst der Beredetsten würde zu Schanden machen. — Ich wende mich mm mit freierem Mnthe an Sie, hochgeehrtester Herr Gubernialrath und Prvtomedikrrs, als den würdigsten Repräsentanten dieser ruhmgekrönten Fakultät, der anzugehören. stets der Stotz meiner Lebenstage war und bleiben wird. — Es hieße Eulen nach Athen bringen, wollte ich von den glänzenden Verdiensten sprechen, die Sie sich in einer langen Reihe von Jahren um dieses unser schönes Vaterland als Mensch, hoher Staatsbeamter und besonders als Vorstand des Sanitätswesenö und der medicinischen Studien erworben — Verdienste, die in den Annalen der Geschichte mit goldentn Lettern gezeichnet — nie verlöschen werden. Wenn man bedenkt, wie in einer kurzen Spanne Zeit Sie, hochgeehrtester Herr Gubernialrath! dieser unserer Fakultät durch ihre trefflichen Besetzungen, durch ihre neuen Einrichtungen, ein neues Sein, ein neues Wirken geschaffen, so muß man wahrlich Ihren reichen Geist, imermüdeten Eifer, ungemeine Geschäftserfahrung anstanuen und bewundern, mit welchem Glanz Sie Alles erhoben. Dank und Ehre Ihnen! — Ich kann nur durch 'ein geringes Beispiel darchun, wie sehr Ihre Sorgsamkeit für das allgemeine Beste, und Ihr in Geschäften so geübter Scharfblick auch das Geringste nicht übersieht und zum Nutzen und,Frommen des Ganzen zu pflegen versieht. — So haben Sie, hochgeehrter Herr Gubernialrath! meine geringfügigen Leistungen zu beachten gewürdiget, mehr — wie es wenigstens der heiße Wunsch meines Herzens ist — der jungen Generation unserer Kunstgenossen einen Sporn zur edlen Thätigkeit zu geben, als t>aö Wenige, das ich zu leisten im Staude war, der Belohnung zu empfehlen — und in diesem Sinne vor allen Andern sei Ihnen mein wärmster Dank dargebracht; denn ich fühle es zu gut, daß es leider nicht in meiner Macht und Kraft gestanden, die That zu gleicher Höhe des guten Willens zu erheben. — Es kann daher für das unermüdete Bestreben auf dem Felde der. Wissenschaften gewiß, keinen erfreulicheren Lohn für uns geben, als die Anerkennung Derer, denen ein reicher Schatz des Wissens und der Erfahrung, die Stimme der ganzen gelehrten Welt, das Recht des Anspruchs, die prüfende Waage, die Macht der Autorität — in die Hände gelegt wurde. Ich preise mir den heutigen Tag als den schönsten meines Lebens, verherrlicht durch die Gegenwart meiner.geschätzten Herren Kollegen , die enthusiastisch für meine Auszeichnung sich ausgesprochen, die insgesammt stets so kollegialisch-freundschaftlich durch eine Reihe von Jahren mit mir gelebt und gewirkt — dieser Tag kann mir nur unvergeßlich bleiben, und tiefgerührt spreche ich nur die heißeste Bitte aus, Hochgeehrtester Herr Guberuialrath, um die Fortdauer Ihres mich beglückenden Wohlwollens! — Hoch lebe das Kaiserhaus! Pallotcr, bei Weißenburg im Nov. Ihr Blatt, das des Guten^ und Schönen so viel enthält, brachte von unserer Gemeinde noch Weniges, und glauben Sie, daß cs mich Wunder nimmt?' Nein; denn wo nichts geschieht, von dort kann auch nichts Geschichtliches geliefert werden. Und warum bisher bei uns nichts geschah? Weil'— ans welchem Grunde anders — unser sel. Rabbiner Wolf CHajes der alten Schule angehörte, zur Zahl derer nämlich, die sich orthodoxe Rabbiner nennen und mit dieser Namens sühruug allem auch schon Führer d e s V o! k e s zu sein wähnen. — Werfen wir einmal einen Blick in unsere Gemeindeverhältnisse, so finden wir wahrlich nicht'geringe Vernachlässigung darin; entziehen wir unser Auge nicht dem in unserem prachtvollen Tempel abgehaltenen. Gottesdienste, ergreift uns tiefes Wehe ob der Verwahrlosung des Andachterregenden und Erhebenden. Hören wir ja nicht Einmal im ganzen Jahre eine deutsche oder ungarische erbauende Rede und fragt man ferner und hauptsächlich, wie eö mit unseren. Schulen beschaffen sei? so 'lautet es — und sehr niederschlagend ist die Antwort — daß für unsere lernbegierige und bedürftige. Jugend nicht einmal eine Schute vorhanden, geschweige, daß sie dem allgemeinen Wunsche und den Aufforderungen der Zeit entsprechend wäre/ Und kann uud durfte es afto bleiben? Würden wir und unsere Kinder keine üblen Felgen in der Zukunft verspürt haben? — Wären ..wir früher oder später den Schmähungen' und Lästerungen unserereigenen und anderer Glanbensbrüder nicht aus-