Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 48 (26.11.1847)
- Date
- 1847-11-26
- Page
- Seite 382 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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mit Qhtmn Raticnalisulus nicht durch; 'mit der Verheißung der Propheten ghak es noch eine Weile Zeit; euer Sieg ist nur für den Augenblick; und neu ist eure Sache auch nicht. Als sich die jüdische Nation arrr Ende des zweiten Tempels, dem Grieehenthnm hmgab, als eure Vorväter im Unglauben noch weiter als Ihr gingeu und bei den olympischen Spielen ganz als Nicht-Juden erscheinen wollten [Dni"iJ/:iswo), dä ging Tempel und Reich und Griechenthnnl verloren.; aber das Gesetz der Beschneidnng blieb, und wird länger als all die Netternug bleiben. — Wie verlautet haben die Gegner auch eine Versammlung angestellt und Unterschriften gesammelt, deren Zahl sich durch Kollektionen an der Börse sich aus 100 —150 bcläuft, diese wollen dem hoben Senat eine Supplik überreichen, wo rin sie um. Gewissensfreiheit Inhalten. Aber zwei Dinge scheinen die Herren Gegner im Allgemeinen vergessen' ju haben. Erstlich, daß durch die Nichtbeschueidnug kein Schritt zur - C'mancipattcn gewonnen, irn G eg ent heil zehn Schritte' verl orcn werd m. . Merken wir'nur auf Preußen, alle Mitglieder der Stande wollen positive Religion haben, ob aus religiöseln oder politischem Gefühl, das ist Einerlei, genug sie wollen keinen Staat im Staate dulden / desstlt Mitglieder weder-Christen noch Juden sind, am. wenigsten werden sie einen^solchen Staat ganz in den ihrigen ansnehmen. Zweitens dieses Abwerfen des Haupt-Gesetzes zerreißt das heiligste Familienband, wirst die Fackel der grausamsten Zwietracht in die Zelte Juda's, so wie. der Prophet verkündet, „ der Sohn schmähet den Pater, die Tochter lehnt sich auf gegen die Mutter; die Schnur gegen die die Schwiegermutter; des Menschen Feinde sind seine eignen Hausleute l " — Und die Neologen hegen einen Fanatismus gegen die Frommen, den diese auch in frühem Zeiten nicht kannten. 9i. N. Berlin, 18. Novbr. Soeben war ich im Begriffe, nrnc? vph beiletzten jüdischen Blätter zu besprechen, als mir Nr. -47 Ihres Blattes zukemmt, aus dem ich ersehe, daß die Mähren unS überall in den Weg treten. Nicht genug, daß sie" ihre Emissäre nach Ungarn (Schwab, Löw), Böhmen "(Wessely), Sachsen (Jettinek) und Preußerr (Stclnschneider) gesandt haben, wollen sie auch einem loyalen Preußen sein Privilegium misgönnen. Im stolzen Selbstbewllßtsein meines ' Preußenthmns rief ich auö: „In Preußen sind zwei Männer witzig: eine hohe Person und retst'; da macht mir ein Mähre einen Strich durch die Rechnung, dem ich allerdings Nachweisen konnte, daß einige Witze mir gehören, wenn ich nicht befürchten müßte, er würde um den Nachweis seiner Quellen ebenso wenig in Verlegenheit sein, als der fürstliche Redakteur. Ich überlasse den 0 In einem hiesigen Lokalblattfordern die -Gegner öffentlich zur-Unterschrift der Supplik auf.' — Mähren die Homiletik, die Philologie und den Talmud, aber der Witz, der Humor, die Satyre sind echt preußiseh und darum werfe ich Ihrem mährischen Korrespondenten den.Handschuh hin, wenn ich rnir auch dadurch eine Blöße gebe. Nun zu meinem Thema zurück, das sehr schwer zu behandeln ist.' Doch erlauben Sie nur, bevor ich in das Schattenreich n nser er Zustände einziehe, ein en reiigi ö serr Skrupel hier zu äußern. Ich las in einem Gutachten, daß unser Papier, weil aus wollenen und leinenen Lumpen bereitet, eigentlich ü'tobD ' sei. Die frounnen Leser des „Orient" werden also meinen Artikeln nichts a u h a b e n dürfen. Sie sehen, welche Schntzmaucr die Gutachten gewähren — gegen Angriffe. Nun endlich zu meinem Thema. Einer Ihrer./Korrespondenten nennt mich „Kollege". Seit der NV. ist dies ein ominöserNanle, und obwohl ich kein Rabbi Meir und daher nicht n'W EnnXnii, so scheint mir der Name Kollege eine Satyre zu sein. Giebt es jetzt zwei Kollegen unter, jüdischen Gelehrten? Als Monotheisten erkennen die jüdischeu Gelehrten nur Einen an: Jeder sich selbst; und wie einst in der tatmndifchcn Epoche die Streitigkeiten eai yogue waren, so auch in unserer nntalmudischen Zeit. Mit Sehnsucht sehe ich der messianischen Zeit entgegen, wo der Wolf neben dem Schafe, nicht im Schafe ruhen wird. — Ein zweiter Korrespondent findet die Vereinigung deS Rabbiners und Chasans in Eine Person sehr lobenswerth. Natürlich. Daun hat Ersterer vor Letzterer!! nicht zu fürchten und hat wenigstens eine.Stimme für sich. Bei ltnfcrcr Genossenschaft ist ein anderes Verhältnis'. Da wünscht man den Prediger znm Chasan, und den Chasau zum Prediger. . — Hr. L a u b e nennt die Juden einen „Sauerteig". Darum war ihnen der O st ern so schädlich und darum sind so viele Juden Hfrom HDN an dem Befteinngsfeste der jüdischen Literatur. —.Ich lasse jetzt Ihre Korrespondenten ru h en und will in meinem Nächsten unfern preußischen Himmel 'mustern. Vielleicht entdecke ich einen neuen Stern , .da die alten untergchen. . / * Berlin, 1, Ncv. Ich erlaube mir.Ihnen das neueste und beste.Produkt der Resormgenoffen, nämlich den „Principien- Entlvurf für die Genossenschaft für Reform im Iudmthum. Versuch von A. R e b e n st e i n ", der als Manuskript gedruckt so cbm im Selbstverläge des-Verfassers als Vorlage für die so cbeu stattsindende Reform-Synode verfaßt, zu Übersonden, und sch glaube, daß Sie diesem Entwürfe der Reform-Genossen, der doch jedenfalls ein Entwickelungs-Moment im heutigen- Iudenthum ist, als einem historischen Aktenstücke, die - Spalten des Orients öffnen werden. Hier folgt derselbe; '' I. Die Genossenschaft spricht, als Prinzip ihrer Bestrebungen, die bereits im -Aufruf vom 2ten April 1845 enthaltenen Sätze aus r