Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 47 (19.11.1847)
- Date
- 1847-11-19
- Page
- Spalte 747-748 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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747 f lil ' nmn. 68% Kommentar zu Nut, der nach De Rosst 1616 in, Lublin zuerst gedruckt worden. 3) L'-rn rrD enthaltend 158. Gutachten, die nach seinem Tode von der Witwe des Melr Stern, Rabbiners zu Amsterdam, zuerst in Frankfurt a. M. 1697 herausgegeben sind. 4) Mehre Gutachten und zwar,24* au der Zahl, die von seinem Enkel Arje Löw, Rabbiner in Krakau , gesammelt und mit Anmerkungen versehen und durch den Verfasser des tu^d nebst den Gutachten vieler anderer Gelehrten unter dem Namen 'KTO .nni^ni in Turko in Polen, dann in Prag 1816 durch Abraham ben Ähren Ansch gedruckt sind. 5) Ein Kommentar zum dtid der nach De Rossi in der Oppenheimer Bibliothek handschriftlich liegen soll. Joel ben Saemucl Sirkes steht als einer der bedeutendsten Männer feiner Zeit da, besitzt einen merklviPdigen Schatz talmudischen Wissens, und übertrtsst sehr viele große .Rabbiner an logischem Denken und klarer DarstellnugSweise. Bei einen: Gutachten hält : er sich streng an die Anfrage, beleuchtet sie von allen Seiten und entscheidet nach f e i n e r Ansicht,: ohne daß er aus. Autoritäten sich .besonders beruft, und stutzt oder gar fremdartige Citate zum Prunk vor den: Leser oder - zur Erhaschnng des Beifalls und der Beistintmung Massen-- artig arrbrüig't und anhäuft. Auch gehört er nicht zu den das Leben - Erschwerenden und durch Satzungen Erdrückenden; sondern fällt oftmals ein erleichterndes Urtheil und bekundet'eine liberalere Gesinnung. — Ans den• n2 'rfw heben wir folgende, für die jüdische Geschichte nicht zweck- und nutzlose Gutachten hervvr. Nach G. 4 wird aus Amsterdam nach Brzesc, woselbst er zur Zeit, wahrscheinlich 1618/, das RabbiuaL bekleidete, wegen eines Arztes und Gemeindevorstehers an ihn geschrieben. Dieser Arzt befaßte sich mit allerhand Sprachen und Wissenschaften, besonders mit Philosophie, und dergleichen Sündhaftem, führte und verführte auch Andere zum Baume der Erkenntmß, studirte sogar mit ihnen kabbalistische. Werke, und soll, 'so wird berichtet, der rabbinischen Sagen gespottet und der Kabbala nicht getraut haben. Zugleich gestattete er einem Menschen dgs Schlachten, -der zu einer Prüfung heimlich und listig gelockt, als ein in dm Gesetzen der Schechita Unwissender befunden und von dem Rabbinate als unbrauchbar 3) Das 3. 4. 11. 12, 14. 17. 22. 23. 24. 27. 33. 35. 36. 37. 38. 40. 41. 42. 50. 51. 53. 54. 55. 46. 4) Zur selben Zeit lebten in Amsterdam; Urtel Akosta, geb. 1594, der als Laugner der Unsterblichkeit von den Mabbinen oftmals in den Bann gethan ward. /Ferner der 2lrzt D.e Sylva , dex eine Gegenschrift.: ve imma: raarum 1623 berausgegeben. W/ex der im Gutachten erwähnte.Arzt gewesen, und, ob er Ott Akosta in Verbindung gestanden, können rvir kinstwellen nicht erörtern» 748 zum Schochet durch einen Ausruf in der Synagoge ösfentZlich erklärt :verden. Der. Arzt bestieg dasAlmemar, erklärte den Schochet. für tüchtig imb aß das von demselben geschlachtete Fleisch, mid 'gab Mich Anderen davon zu essen. Die drei Rabbiner in 2tvnsterdam legten ihn in den Bann , nahmen eine Anklage-Akte mit allen Beweisen gegen ihn auf, und schickten diese zur Bestätigung ihrer Unterschrift an den Rabbiner in Lublin, der sie unserm Joel zustctlen sollte. Joel stimmt i: ich t sogleich zum Banne, sucht nach erleichternden Gründen, und schlägt dem Arzte vor, sich recht bald vor drei andere Rabbiner zur Untersuchung-der Sache zu stellen, und erklärt gegen die bannenden Rabbiner, daß der Bau:: noch keine Kraft habe, so der Arzt diesem Vorschläge unverzüglich willfahrt. — Das 16. G. bietet ein numismatisches Interesse dar. Es hatten zwei Personen ans Krakau im Jahre 1623 von einen: Manne 5000 Gulden aus drei Jahre sich geborgt, als 7 Gulden rheinisch Einen Reächsthascr und zcbn Gulden eineu Goldgert ausmachten, also 714 Rthlr. 2 Gulden oder 500 Goldgcri. Ein Jahr darauf 1624 wollten schon die Gläubiger die 5060 Gulden entrichten, vorschntzend sie wüßte:: bei den schlechten Zeiten das Geld nicht auzuwenden und Geschäfte zu machen; wahrscheinlich aber wollten sie früher bezahlen, weil jetzt zehn Gulden gleich einem Rcichsthaler und fünfzehn Etüden gleich einem Geldgeri standen , mithin die 5000 Gulden nur 500 Reichsthalcr und 333£ Goldgeri betrugen, und die.Zahlung - und Berichtigung vor der Zeit ihnen 214. Rthlr. Verdienst brachte. Der Gläubiger wollte das Geld nicht annehmen , weit er's auf drei Jahre verliehen, und die Hoffnung hegte, .die Gulden würden bis dahin im Werthe wieder steigen. — Das G., 43 vom Jahre 1620 beruht auf einem traurigen Ereignisse. Ein Jude tu Kalisch, beschuldigt ein Krucisir gekauft zu haben, übergab beim Llbführen seinem unter der Menge Christen stehendem Schwiegervater die Geldbörse, worauf dieser Schwäher angektagt wurde mit der Börse oder dem Beutel jenes Krucisir erhalte:: zu haben. Dieser entfloh und die ganze Gemeinde scheint in einer Gefahr geschwebt zu haben. .— AuS G. 57 entnehmen wir den Militärdienst der Juden. Eitf nämlich standen unter den Kosaken, die gegen die Moskowrten kämpften; ein Jude, unablässig und -unveränderlich tu der Vorderreihe fechtend und streitend, wich nicht eher zurück bis er nach der Flucht der Mitkämpfer allein geblieben, und von einer Büchsenkugel getroffen vom Pferde wankte; doch an der Mähne sich festhaltend über Stock und Stein, Hügel und Graben vom Renner fortgezogen wurde. — Im G. 78, welches eine Antwort an den Greifen pm jrp jr^i\ den Verfasser des nsern wns» jnm E"n' w uw* bcspyp rnwo zum n n yw, mit einer sehr erhebenden und Lobenden Ueberschrift ent- SAdien.: -BWogrMisch^^SkizzeA-Aoel- Sieckes.