Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 47 (19.11.1847)
- Date
- 1847-11-19
- Page
- Seite 375 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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375 hascht man »ach dem kleiusterr Lob, das in einem mägyanschcn Journal dem jüdischen Magyarisrn gezollt wird. Aber untersuchet es nur mit aqua regis, zu deutsch K o it ig s w aff e i > und bald ist rmter einem Btasenschaum dieser Goldstanb zersetzt und. in — saurem Wasser aufgelöst. — Wir wollen sehen, ob diese Bestrebungen und der Sand gestreut in die Augen derer, die über die wächserne Nase ihres Magyarisumö hinaus nicht sehen können, bei dem nunmehr beginnenden Landtag nur eine einzige Cer,ressten, wegen meiner die, daß . dein jüdischen Meister erlaubt werden wirdmit christlichen Gesellen zu arbeiten, zu Wege bringt. Wir glauben/ daß nicht im Munde, sondern im Herzen des ungarischen Juden steckt der Gordische Knoten, der durchgehauen werden muß; denn eine Lösung wäre kaum möglich. Scheidet, Ihr Bessergesinnten, aus Eurer Mitte die Kappelmacher-Kohne, die Drillake (allgemeiner Name der Wucherer ff.);-tu Synagoge und ihre Ehren seien ihnen verschlossen, die Gemcindetafel verwehrt, die Vereine, sie seien religiös-wohlthätigen oder blos unterhaltender Natur , abgesperrt; stirbt ihnen ein Svhnlein, so werde cs nicht nach jüdischem Ritus zur Erde bestattet, bis der Vater Besserung verspricht ff., sicherlich wird und muß dieses, wenigstens für den bessern Thcil von erheblichem Nutzen sein. Wohl wissen wir, was man uns antworten könnte: ,,EZ sei unpraktische, unausführbar ff.; aber wir wissen auch, daß Nichts unpraktisch, Nichts unausführbar ist, so eine Gemeinschaft wahrhaft aufrichtig und redlich mit unerschütterlicher Kraft und fester Ausdancr ein Ziel verfolgt. — Ein Paar Opfer von den Bessergesinnten mehr und .alle Differenzen sind ausgeglichen. Was wird nicht Alles in England und Amerika durch Vereine erwirkt! Doch sofern selbst zu den Depntirten für den Landtag keine Kappelmacher-Kohne — was wir zu hoffen gegründete Ursache haben — gewählt werden, so werden diese Heri reu gewiß Mittel zu finden wissen, dem Uebel kräftig zu begegnen wy, ans sie ist ja der hoffende Hinblick des gesummten bessern Theils des ungarischen Israels gerichtet; seine Zukunft ist in ihren Händen; für dieses zu wirken ist ja die hochheilige Aufgabe der Männer, die es vertreten. — (Fortsfolgt.) ZI a l i e n. Die „Patria", eine in Florenz fest eingcn Monaten erscheinende Zeitung, pnblicirt mehrere, die bürgerlichen Verhältnisse seiner Glaubensgenossen besprechende Sendschreiben eines Israeliten, Namens Arran, der die sittlichen Zustände der Juden in Italien als eine naturgemäße Folge der Behandlung darstellt, die sie hier seit Jahrtausenden erfuhren, und der Denjenigen, ^welche die Lehre des Evangeliums und die Liebe des Nächsten predigen, die es als eine heilige Pflicht deS Katholieismns darstetlen, die Sklav-crei abzuschaffeu-, itnfc die gleichwohl die Gesetze gegen Dissidenten, nnd Hebräer aufrecht erhalten", ihre Widersprüche mit sich selbst nach- - zuweifen sucht. Der Redakteur der ,,Patria", .Hr. Abbate Laurbruschitti, schickt diesen Briefen einige Worte voran, die um so merkwürdiger sind, als sie von einem Priester und zwar von einem italienischen Priester herrühren. „Toskana, sagt er h, A., „kann sich rühmen, humanere und mildere Gesetze hinsichtlich der Juden zu besitzen, als viele andere Länder. Gleichwohl bleibt noch viel zu thnn übrig, um die Israeliten und die Hcterodo.rcn auf den Fuß der Gleichheit mit den übrigen Bürgern zu stellen. Ein übelve-rstandener religiöser Skrupel darf uns nicht hindern, eine so positive Pflicht zu erfüllen. lleberdies wird Derjenige, der nicht von Jrrthum geradezu verblendet ist, leicht einschen, daß die Religion selbst, weit davon entfernt, uns dieser Pflicht abwendig zu machen, sie uns vielmehr auferlegt. Sie wird uns auferlegt als eine Schuld chcr Gerechtigkeit und Menschenliebe, als ein Beweis der Ehrfurcht selbst, die wir Gvtt schuldig sind, welcher es sich allein Vorbehalten hat, die Gewissen zu richten, und welcher gesagt hat: „Richtet nicht, und Ihr werdet nicht gerichtet werden!" (G.A.) Das israelitische Schulwesen im Königreich Wiirtemberg> Mitgetheilt und besprochen v-o n Rabbiner GüldelBfteitt in Dttchau. ' (Fortsetzung.) 6) Das Lesen des Deutschen" mit hebräischer Schrift ist für diejenigen, welche dieses zu üben wünschen, in Pcivat- Stunden zu verweisen. Das Schulinspektorat hat hierbei das Weitere zu besorgen^). 5) Isr. Ob. Kirchi-Bel^ an die Rabbinate 12. März 1835. Das für den Unterricht der isr. Jugend in Schule und Synagoge bestimmte, vom Königl. Ministerium genehmigte „Spruchbuch, eine Sammlung von Bibelsprüchen zum Gebrauche bei dem Religionsunterrichte in den israelitischen Schulen des Königreichs Wiirtemberg" 9) Dz diese Verordnung vom katholischen Kirchenrathe ausgegaagen, so sollte sich die jährliche Schul-Visitation des Schulinspcktors auch auf diese Gegenstände erstrecken. Der Rabbiner ist zwar Visitator für das Neligionsbuch; allein da dieser gehalten ist, bei den jährlichen Visitationen des Schulinspektors von Letzteren eine Prüfung in Religion (Glaubens- und Pflichtenlehre) mit seinen Schülern vorzunehmen, so sollte gewiß auch über diese Gegenstände, die zu isr. Schule gehören , eine Prüfung vor dem Sch. I. abgelegt werden.