Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 45 (5.11.1847)
- Date
- 1847-11-05
- Page
- Spalte 715-716 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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715 volkreiche von großen jüdischen Massen bewohnte Stadt fern Geburtsort war und sein' Vater Jos e s b. Cha m a dort schon einer Schule vorgestanden- Nach. Machusa^ flüchtete bereits, wie oben erwähne worden ist der Exilarch R'Abba b. Abuh , als der syrische Empörer Bar-Nezer um 258 die Stadt Neharde'a ausgcplünderr und (heilweise zerstört hatte, und der Barer Raba's, der damals noch junge Jo sef b. Chania; stand schon als Genosse des Nachman K Jakob, des S ch e sch t u. s. w. in dem leDw D Met- M dritten »Jahrhunderts einer Lehr schule vor — Raba wurde im Todesjahre I eh uda b. I e cheske l'ß, d. h. 292 n. Ehr, zu Machusa, wo sein greiser Vater noch einer Lehrschule vorgestanden, geboren^', und unter Leitung seines Vaters hat 574) Ueber die geographische Lage Machusa's vergl. e. 8. §. 8*!2Tnnu 258. Die in Mach usa angesiedelten römischen Juden, nämlich die aus dem römischen Lem^ persischen. der Sassaniden feindlichen Gebiete,.^ hatten ihre eigene.Synagoge' (Megilla 26,d Raschi); aber wie römische Juden da wohnten, so auch ein großes Gemisch anderer zürn Judenthume sich haltender Massen, die mit heidnischen und Zehnstämme- Elementen vermischt waren. Der.Stock der Gemeinde bestand aus Heiden - und Zehnstämme - Inden, die ge schlich nur als 'Prosclyten - Masse angesehen werden konnte (Kid d. 73 a). - Aber trotzdem wollten die Einwohner von diesem Makel der Abstammung nichts wissen, und als einst der Genosse Raba's, der Lehrer Sera, ihnen als eigentlichen Proselyten die Verbindung mit Bastarden gestattete, wollten sie ihn fast steinigen (ib. ib.). Ihr Oberhaupt Rab.a, den sie hoch verehrten, konnte höchstens die Praxis mildern, aber keineswegs sie als Nicht - G erim (Proselyten) anfthen (kl) i!b.). Es lebten sogar judaisirende Familienmasscn da, gegen deren geschändete Vermischungen er öffentlich auftreten und durch Be-, kanntmachungen jede Verbindung mit ihmn verhindern müßte (ib. 70 b). Die dort genannten Familien führten die Namen '$2;, wn , , wbD und Der Vorwurf, daß die M a ch u säe r dem Wohlleben und dem Epikura'ismus sich ergeben haben (Rosch Ha-Schana17u) und der?lus.sprnch Raba's über die Machusäerinnen, daß sie dem Müßiggänge stöhnen, für Genüsse eingenommen sind, und deßhalb ihre Männer gleichsam ausplündern oder zu'Raub und Uetnrvortheilung verleiten (Sabbat 32 b, Pesachim 50b , beweist hinlänglich die durchmischt-fremde Abstammung. —; 575) Vergl. oben Kap. 8. §. 3.; 576) . Scherira 35. Doch war die Schule vor Raba von 'geringer Bedeutung. — 577) Kidduschin 72 b. Wie sehr man auch gegen diese talmudische Daten-Bestimmung eingenommen sein möge, so zeigt uns doch der Verfolg seines Lebens , daß, sie im Allgemeinen richtig sein muß, und wir haben ihr, wenn die Kritik sonst nichts Entscheidendes dagegen cinzuwenden hat, umso eher Glauben zu schenken, als sie die einzige Quelle dafür ist. Wir wissen aus Falmudstellen, daß Raba ein Schüler des Rabba b. Nachmani, daß er als sein Schüler noch sehr jung war iBerachot.Drtt, und nehmen wir an> daß er mir 18Jahren sein Schüler geworden, so konnte er immer noch 9 Jahre - (310—319) seine Schülerschaft bewähren. Als Rabba b. Nachmani, sein Lehrer, starb (319), war unser Raba bereits 27 Jahre alt, und das ist wohl ein Atter,, wo man bei glänzenden Anlagen ein berühmter Schüler sein kann, so daß es uns gar - nicht auffallen kann , wenn er mit dem um 16 710 er wahrscheinlich feine erste Erziehung genossen, von welchem er auch wohl schon früh Traditlonen von Mar Jochanan, Nachman, Schescht u. A. erhalten, die er später in deren Namen mittheilt578. Herangewachsen, obgleich noch sehr jung, kam er nach Pum -Badita zu. Rab ba b. Nachm a ni (st. 319), wo er unter besonderer Obhut dieses ausgezeichneten Lehrers der Genosse Abbajis geworden,, und unter ihm zeichnete sich der Jüngling Raba bereits so vorthnlhaft aus, daß der scharfsichtige Rabba in ihm den künftigen Lehrer erkannte 579. Unter diesem berühmten Lehrer, der den künftigen Rabbi in ihm erkannte, gelangte Raba bereits zu einer solchen Bedeutung, daß als Rabba b. Nachmani (3L0) starb, er und sein älterer Genosse Abbaji bei der Veranstaltung der Trauerfeierlichkeiten die Angesehensten waren 58V Bei dem Nachfolger I ofc f b. Chijja dauerte fein Schülerverha'ltniß, theils aus Achtung gegen das Schulhaupt, theils wohl auch in der Ueberzeugung von dessen großer Gelehrsamkeit, fort. Er sprach es offen aus, daß von Josef während dessen Rektorats so Manches entschieden wurde, was früher eine Zeit Lang nicht gelöst werden konnte581, und eine solche Meinung von der Gelehrsamkeit seines Lehrer's, verbunden mit der Achtung vor seinem Atter und seiner Stellung, mußte in ihm notwendig jenes Gefühl der Ehrfurcht wecken, von 'welche!» vielfach erzählt wird. Als Joscf,.einst, leicht verletzbar wie er war, über eine vermeintliche Mißachtung seines Ausspruches, gegen Raba eine. Zeit lang böse wurde, so war es dieser, der mit seltener Bescheidenheit und Demuth alles Mögliche zur Versöhnung bot und bei dieser Gelegenheit dem Lehrer zugleich seine Ansichten über die Unerläßlichkeit der Demuth, Nachgiebigkeit und Bescheidenheit bei den Lehrern des Gesetzes entwickelte'^. Josef wußte auch diese Bescheiden- Jahre altern Abbaji'die Trauerfeierlichkeitcn bei dem Tode Rabba's (319) leitete. Untrr Jos es bv Ehijj a <319—322} war er theils ein den.greisen Josef hochachtender und respektirendec Schüler (Joma 54), so daß er ihm das Rektorat anwünschte , theils hatte er bereits eine eigene Schule, was für ein Alter von 27—30 Jahren sehr gut paßt. Als in einem Alter von 30;Jahren stehend kann es auch gar nicht auffallen, w-enn er um 322 in dem engern Wahlausschuß sitzt und den 46jährigen . Abbaji wählen Hilst (Horajot 14 u). Kurz gerade nur in dem Falle, wenn man hier der talmudischeri Daten-Angabe folgt, ist der ganze Verlauf in Raba's Leben klar. — 578) /Baba Mezi'a'70a, wo er ausdrücklich, vermittelt durch ftineni Vater, eine Halacha von Schescht mittheitt, nur steht dyrt fehlerhaft Rabba. /Vergl. noch Baba Kamma 93 'wo Josef b. Chama seinem Sohne Raba von Schescht mictheilt, nur sieht dort fehlerhaft iqn* ' anftatt' Fpv, 579) 23el,a^^ot^ 48 a. Ec wird auch unter den Schülern Rabba's (s. oben §, 5. Anm. 396 aufgcführt. ' 580) Baba M-kzi'a 86a. — . 581) Ketubot 42 b. — 582) Nedarim 55n;^Erubin 54 a.. Die dab>ci erzählte Veranlassung des Verdrusses Josef's ist'auch anderweitig nicht ohne Interesse. Ein gewisser Mar b. Samuel, wird erzählt, vermachte in seinem Testamente 13,000 Süs 8^7 \&rhby -p Studien. Geschichte der jüd. Silciatur in Babylonien.