Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 45 (5.11.1847)
- Date
- 1847-11-05
- Page
- Spalte 713-714 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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713 bei meinem Aufsatze nichts als den Talmud zu cßtiren, ich habe auch bei jeder Thatsache die Quelle, d. h. die. Talmudstelle citirL; ob Rap. den Talmud gepachtet und keiner ihn ohne seine Erlaubtst ß citiren darf, das weiß ich nicht. Möge mir Hr. Rap. einen Satz Nachweisen, für den ich nicht die alte^talmudische Quelle angegeben und ihn aus seinen ->^2/ genommen; ec wird rinen solchen Satz'nicht finden und kann auch einen solchen nicht finden, da in Al l em was RäpaporL geschrieben, sich kein einziger Satz findet, der sein eigen Produkts fein Resultat w är e, n ur di e Hypothesen, di e Un rich t i gk eiten gehören i h m und diese acceptirt ein ehrlicher Forscher nicht s-o leicht. Das wird manchem Leser paradox klingen/ aber es ist doch wahr und wer' sich die Mühe nehmen'will, es zu untersuchen, wird es bestätigt finden; ich . werde auch Gelegenheit haben, es oft zu beweisen. Rap. stellt mich mit C a r m o l y zusammen und meint, ich ubertreffe ihn noch. Anderswo würde ich Rap. für diese Schmeichelei eine Dankadresse geschickt haben, denn Carmoly ist ein sehr gelehrter und belesener Mann; er ist kein heimtückischec Polak, kein' heuchelnder Rabbi, "kein eiteler und aufgeblasener Oberjurist; aber diesmal könnte ich ihm höchstens eine Maulschelle dafür geben/ da er es mit einem hinterlistigen Kniff sagt. Nun komme ich zu dem letzten Satze. Rap. sagt, er wundere sich/ wie ich ein Jahrhundert, baS eine taT)ula rasa in der Kulturgeschichte Babyloniens ist, cuisfülle; ich glaube daß er sich wundere, aber Verwunderung ist keine Widerlegung. Er wundere sich, „ weil keine ausgezeichnet-er Mann sich findet, ‘ von dem man sagen kann , er war Lehrer oder Schüler in beiden Akademien; es waren keine Akademien boct"; nun ich. habe nirgends gesagt, daß dort vor Rab Akademien waren, auch Scherira und der Talmud, meine Gewährsmänner haben es nicht gesagt, ich habe auch "nicht Lehrer.der bab. Akademien lln jener. Zeit aufgezählt, da ich.die Künste..durch da§ Golem's zu schaffen nicht verstehe; er hat sich ganz vergeblich gewundert, denn Alles das steht bei mir nicht und konnte auch nicht stehen. Das Einzige , was ich dem Talmud vertrauend sagte, ist daß b"])2W jT)15 Dob dort war und daß Alle, die. als Schriftsteller auf dem Gebiete der traditionellen Lehre sich ausgezeichnet, aus Babylonien waren- Ich halte es natürlich nur mit Schriftstellern zu thun, wie es zu einer Literaturgeschichte paßt, und Alles was in Palästina von 32 v. Ehr. bis Rabbi - über Tradition schrieb war.aus Babylonien. Freilich ist damit, nicht, wie R. meint, das weise Blatt ausgefüllt, es war auch auf eine Ausfüllung nicht abgesehen, sondern diese ilDH TO1? in Babylolonien vor Rab sollte blos die Geschichte der jüdischen Kultur in Babylonien einleiten. Ich konnte auch auf die in Palästina lebenden Babylonier nur insoweit eingehen, als sie die Grundansicht der 2^17 »NUN' in Babylonien bestätigen halfen,/sonst habe ich über sie in der.Geschichte der jüdischen Literatur in Palästina abgehandelt. Rap. sieht, daß er das Erstaunen ganz hätte sparen können, und hätte um so eher | 714 es sparen sollen, als die Ueberschrift ihm sagte, daß ich nur Babylonien im Auge habe, aber , wenn er die Verwunderung gespart hätte, wo wäre der polnische Kniff geblieben? (Forts, folgt.) . Geschichte der jüdischen Literatnr in Babylonien. Cme Skizze ' von ' Dr. Julius Fürst. (Fortsetzung.) Neuntes Kapitel. 9. Mit dem Hinscheiden Abbaji's um 337 n. Ehr. ging der Glanz der Schule zu Pum-Badita auf Machusa über, wo schon seit lange her ctme blühende und geordnete Gemeinde und die nöthigen Erfordernisse zu einer berühmten Hochschule vorhanden waren. Raba b. Josef b. Chama, der hochgefeierte Genosse Abbaji's und den man im Talmud trotz der vielen gleichnamigen Lehrer schlichthin blos Raba nannte57V übernah-m um 337 das erledigte Rektorat zu Pum-Badita^, ohne jedoch an dieser gefeierten Stätte seine Wirksamkeit fortzusetzen. Er verlegte die Hochschule nach Machusa, am rechten Tigris-Ufer, im Süden des Nehar-Malka und vier Stunden oder 60 Stadien von Ktesifon ab gelegen, weil diese 572) Im Talmud wird unter Raba schlichthin unser R'aba b Josef b. CH a m a verstanden (*Erub. 54a, Ne--. darim .55 a , Sukka 34 a, Chullin 43 I>), und man sieht aus diesen Stellen, daß Vaters und Großvaters Name nur dann, vorzüglich dem Namen beigefügt'wurde, wo die Benennung emphatisch sein sollte. Dieser vollständige Name ist aber schon, darum zu merken, weil es auch andere, gleichen Namens in der talmudischen Periode gegeben, die ebenfalls im Talmud vorkom men, wie z. B. Raba b. R a b b a b Huna; Raba b. Rabba b. N a ch m a n i; R a b a aus Barnisch; Raba b. Itac; Raba b. Ahinai; Raba b . N a t a n; Raba b. S ch a r s ch o ra; Raba b. Papa; Raba b. Lima; Raba b. Jsmael; Raba b. Mesch a r sch j a; Raba b. Abba; Raba d. A ch a b. Huna; Raba b. Sestra (der jüngere); Raba b. Mechaßja; Raba b. K i s s n a; R a b a b. M.n n j o m e u. A. Nach Chananel (eilirt bei Juchasin p. 103.») sollen Ü2 R a b a's und 36 Rab b a 's im Talmud citirt werden, allein in unseren Ausgaben finden sich 44 Raba's und eine noch größere Zahl Rabba's, so daß diese Zählung nicht stimmt. Dazu kommt noch die zuweilige Verwechselung mit Abba, d. h. R'Abba, so daß die Verwirrung noch größer wird. — 573) Scherira 36. Vergl. Berachot 56 u, wo der bezahlce jüdische Traumdeuter Bar-Hadjä ihck sagt: DOL7 "Ddr ’&TIK d. h. Abbaji. stirbt und die.Hochschule fällt dir zu und als Ergänzung p-nn -pinjJDiy d. h. deine Lehren werden sich in der Welt verbreiten. — Studien. Geschichte der jüd. Literatur in Babylonien