Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 44 (29.10.1847)
- Date
- 1847-10-29
- Page
- Spalte 697-698 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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«97 diese Bücher liegen jetzt jedem jungen Manne vor, er sieht, daß Rapaport über diese Quellen nicht Hmausgegangen, und -er Ausspruch des Chacham's vor 10 Jahren, daß diese “TfrnftiJ - Gelehrsamkeit keinen Bestand haben wird^ hat sich -nur zu schnell bestätigt. Diese Mißachtung der Arbeiten Napaports, die gegen das frühere unmäßige Lob bedeutend abstach und den Egoismus desselben tief herabdrückte: die sich täglich herausstellende Ueberzeugung , daß nicht eine einzige Hypothese Stich hält, nicht ei.n einziges Resultat sich historisch bewährt, gab ihm eine Gereiztheit, die er bei keiner Gelegenheit zu überwinden im Stände ist. Wie.alle Autodidakten, so verfiel er in dle Bizarrerien, alle Welt bestiehlt ihn, und mit AmgstlichkeiL rmd Eifersucht bewacht er jedes Wort, um es dann als gestohlen -anzuklagen. Freilich fragte schon Mancher, wo ist denn Etwas überhaupt noch da, das gestohlen werden kann?' Wo ist denn überhaupt Etwas in der Kunde des jüdischen Alterthums, das stehlbar wäre? Lhut nichts. Der wahre Geizige ist im Stande auch leere Kisten eifersüchtig und ängstlich zu, bewachen, in der Meinung, sie seien mit Geld gefüllt; die Eifersucht fragt nicht danach, ob sie sich für ein Phantom abhärmt. In diesem niederschLagcnden und gequälten Bewußtsein führte Hr. R( seine Polemik gegen Jost, Carmaly, Hirsch Chajes u. s. w, und in der Meinung, ich würde in meiner „Kultur- und Literaturgeschichte^ der Juden in Babylonien" ftine Domänen verzehren, machte er nun in der Borrede zu den Teschubot Ha-Geonim auch einen Ausfall gegen mich, der freilich sehr ungeschickt ausgefallen. Indem ich die Anwaltschaft für Andere andern Federn überlaffe, will ich hier nur die Angriffe auf mich in ihrer Nacktheit und Blöße darstellen, und zwar in der guten Absicht, ihn vielleicht für Deutschland in der Anerkennung der Wahrheit zu emancipiren. Es kann vielleicht auch wissenschaftlich gar nicht schaden, wenn manche Punkte in ihrer ganzen Schärfe nochmals durchgesprochen werden. - Sehr gewissenhaft will ich-Alles wiedergeben, was auf den Brief Scherira's und auf die Ausstellungen gegen meine Abhandlung Bezug hall, und damit Hr. R. mich keiner Untreue zeihe, so will ich diese Stellen nicht blos in deutscher Uebertragung, sondern auch im Originale geben, und die Betrachtungen, die ich daran knüpfe, mögen dann als der in der Ueberschrift dieses Aufsatzes versprochene Beitrag angesehen werden. Ich gebe jeden Satz N.'s mit meiner Bemerkung: 1. Rap. „Wir wollen hier noch einige Worte sagen über das Wesen des (Scherira'schen) Gutachtens und über einige verschiedene Texte in demselben, —da wir heute zwei dergleichen vor uns haben, nämlich der Eine, welcher im Juchasin, und . der andere, welchen der Herausgeber des Chofes Matmonim edirt (Berlin 1845) — und über die Verbesserungen, die wir - in beiden vorzunehmen haben."*) *) N'nn n:jwnn njon by □''Di nm nö m-m cp .ü'Jöl? W'ivn , ro mm nmroij. .ntw' 698 Nun, ich habe bereits früher (Anm. 1. meines Aufsatzes) diese doppelten und abweichenden Texte Mit den Worten hervorgehoben: „Dieses Bescheidschreiben Scherira's hatten wir bis jetzt in einerschlechten" und namentlich im chronologischen Theile corrumpirttn Reeension im Juchasin abgedruckt, bis ein Pole, Hr. Berl Goldberg, vor Kurzem aus einer guten Handschrift einen neuen Abdruck in seinem zu Berlin 1845 herausgegebenen Chofes Matmonim veranstaltet, nach welchem Abdrucke wir denn auch dieses Schreiben citiren." Hr. Rapaport sieht, daß ich nicht auf seine so eben erschienene Vorrede gewartet, und mir früher die 2 Necensionen genau an-, gesehen. Ich muß selbst diese Unbedeutendheit heransstreichen, weil R. sonst sagen könnte, daß ich ihn hätte citiren sollen, wenn ich diese benutzt. 2. Rap. „Das Wesen des Sendschreibens (Scherira's) anlangend, behaupteten wir bereits (im Laufe des Vorhergehenden), daß es merkwürdig ist, und daß ohne dasselbe kein Gelehrter Etwas über die Geonim und ihre Thatigkeit oder auch über die Zeit der Talmuds schreiben kann, was den großen und herrlichen Sinn des Schreibers beweist. Wir müssen hier noch Etwas hinzufügen, um seine Bescheidenheit und Ehrlichkeit zu zeigen, nämlich daß er über das Jahrhundert, über welches ihm die Namen der Geonim zu Sora nicht ganz klar waren, ausdrücklich sagte: NnD3 Tim D’JIN'J lirta tidd by TQty inb tothj n1? (tttbtt tw ny) dt'vnv Pirna pn1? nwtwi N.n^nm Nrosin ]irp n’Ni nw s!2 bnN , NJa’ro. -oo wb "inm nai ])nb pro ]b □''p So habe ich den Text nach beiden Recensionen hergestellt."*) Für's Erste will ich bemerken, daß Hr. R.den mitgetheilten Text aus Scherira verfälscht. Der Ausdruck NMN)- steht nicht eingeklammert und kann auch nicht wegemendirt werden, da derNachsatz £pp ntä |D bDN es erfordert, aber dafür hätte er in ) das n1? in emendiren sollen, da hier ein Sprachfehler ist. Ferner heißt es nicht jim rmr-U sondern ganz sprachrichtig NMl was in der That nur gerechtfertigt werden kann. Nun die zwei Wörter NnNDHl t>ie dem Sinne nach nichts Anderes als bedeuten können. Für NnN’HHV steht in Rec. 2 in Ree. l aber die Leswann -wk wn. rvwm it nn^n rjo^nicr tfiw/nryrk.bjn (nVi ]^d) dwüd m\n bjn.DDnr? jrpntta mrb *) wri ntftaa D iddn "dd * - mi^n nJDn by by ntiwn DinD1? N' rw bom dvt &b myVm ■miD ^m-'D^"nö^nnpby dji ■ obyDbi d^nAh-, nyw o3 hd no FpU) , rDriD zh mp’i nnn hy-zi rpn tö -mn nw »ind p by.*o-', ^b Dinv iwy nöN N"))DD 1?D nw ■DONI■')bstl: nnDD (nun folgt die in der deutschen Uebertragung vorkommende Stelle) VED d^idüd n^p ^onrDniNnoun wo D-rvipn nt 1 H 10 7. Beitrag zum Verständmß des Scherira'schen Briefes