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Der Orient · 1847-10-29 · Heft 44 (29.10.1847) · p. Seite 349

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 44 (29.10.1847)
Date
1847-10-29
Page
Seite 349 (sequence 9)
Language
German
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349 dem R. zu Werbau, eingcsandt erhalten, als R. in Palota erwählt wurde. In Stuht-Weissenburg wird ein großartiger Tempel gebaut, zwischenwoilig die Schuljugend im Singen unterrichtet. — Der neuangestellte Rabbiner zu B. Gyarmat lewies in einer seiner letzten rnccm, daß es nicht nur erlaubt, sondern sogar Pflicht sei in derSynagoge zu schmusen uh ünnipina OWQ. — Uebcigens berief er sich noch auf eine bezügliche Rechtfertigung vomRabbiner zu Preßburg, nach einem Moschel: Wenn ein Fremder m ein Hans kommt, muß er sich recht artig benehmen, während hingegen die Kinder des Hauses in ihrem Rechte sich manche Ungezogenheiten erlauben. Nun sind wir Gläubigen die Kinder Gottes, also heimisch in der Synagoge und dürfen mit Recht schmusen, die Poschim-Ausgektärten aber sind Fremde im Hause Gottes, darum müssen sie still sein in ihren Tempeln. ,,Das ist dieWeiishcit, die von oben herabkommt". I. Mtiskolz, 12. Ot'tbr. Nicht wie Diogenes, der bei den großen Kriegesrüstungen der Korinther, um nicht dereinzige müßige Zuschauer im Staate zu bleiben, blos seine ftiedsame Tonne auf- und nieder wälzte, macht es jetzt die hiesige israelitische Gemeinde, wo in unserem Waterlande beinahe jede israelitische Gemeinde bestrebt ist, etwas für den Fortschritt zu thrin; vielmehr kanu und darf diese mit Recht jenen Kommunen an die Seite gestellt werden, die sich bereits durch Hebung und Schaffung neuer, wohlthätigcr Institute einen Namen erworben haben. Nachstehendes möge diese Aussage zum Theil belegen. Vor Kurzem gründete die hiesige israelitische Gemeinde ein seinem Zwecke ganz entsprechendes Hospital, welches am 3. dieses bei einer von dem hiesigen Hrn. Rabbiner abgehaltenen gehaltvollen Rede eingeweiht wurde. Am Abend des daraus folgenden Tages, g^b der Vorstand dieses Instituts im Gebäude desselben eine Soiree, wozu alle Mitglieder der Chebre- Kaischa und das ganze Lchrerpersonal eingeladen wurden. Bevor man sich jedoch zu diesem Festmahl anschick'te,. setzte der geehrte Vorsteher Hr. Zucker'rirandl, dem eine gewisse Bcredtsamkeil zu Gebote steht, in einer kleinen Rede den Zweck dieser SiechenanssAL auseinander, dankte in rührenden,, ergreifenden Worten all Denjenigen-die zur Gründung dieses Hauses ihr Scherflein beig^trageu, und brachte sodann aus deren Wohl, so wie auch aus das Wohl der' anwesenden Herren Lehrer, die bei der einige Tage früher abgehaltenen jährlichen Hauptprüfnng bewiesen, wie schön und getreu sie ihre Aufgabe lösten, einen dem Herzen entquollenen Toast aus, dem ein einsiimmiger, stürmischer Eljen-Ruf folgte. Unmittelbar darauf sprach auch Hr. Grünblatt, Vorsteher dieses Hospitals und Verwalter der Schule und bewies logisch, wie sehr die hiesige Gemeinde für die 2 Perioden, in denen der schwache Mensch eines Führers und einer Stütze bedarf, durch Gründung einer Lehr - und Siechenanstatt gesorgt habe und schloß damit, daß, so wie iw ersterer das Geistige der Ingeud gekrafüget und befördert wird, eben so möge in letzterer jeder physisch Kranke unter den: Beistände des Herrn genesm. Hierauf nahm Hr. Hochmnth, Direktor der Lehremstalt, das Wort und legte in. einer markigen Rede an dm Tag, wie sehr es ihn freue, daß man erstens der unter seiner Leitung nun blühenden Lehranstalt auf eine so ehrenvolle Weise Erwähnung thut und zweitens, daß die hiesige israelitische Gemeinde ihren Sinn für das Bessere auf alle nur mögliche Art und Weise bothätigt und schließlich, daß deren rühmliche Anerkennung wegen des bereits Geleisteten sowohl ihm als auch den übrigen Hrn/Lehrern ein mächtiger Sporn irr, ihrem sernern Eifer sein wird. Nach den: Mahle brachte besagter Hr. Hochmnth bescheiden in Vorschlag, sich aus das Beispiel anderer großer israelitischer Gemeinden des Anstands, bei ähnlicher Gelegenheit, berufend, man möchte neuerdings ein gutes Werk stiften und die armen Schulkinder, die zwar ohnehin schon vielfache Beweise von dxm Bieder- und WohlthätigkeitSsiun der löbl. Gemeinde habenmit Fußbekleidung für den Winter versehen zu wollen, woraus sich sogleich «alle geehrten Anwescuden um das Banner der Mitdihätigkeit schaarten und eine Kollekte von 10O Gulden gesammelt wurde, und außer den zum Spitate nöthigen Mcubels noch an Baarern 3OO Gulden einkamen. Möge diese schöne Handlungsweise auch bei andern israelitischen Gemeinden Ungarns Anklang und Nachahmung finden. Ad. Neubauer. Das israelitische Schulwesen im Königreich Württemberg. Mitgetheilt und besprochen von Rabbiner Güldenstein in Buchau. (Fortsetzung.) 1. Ab schnitt. Bon der Aufgabe der Schulen. §. l.'(2Crt. 1.) Zweck der Schule. Zweck der Volkschulen ist religiös-sittliche Bildung und Unterweisung der Jugend in den für das bürgerliche Leben nöthigen allgemeinen Kenntnissen.") 6) Nach dem, in der Einteilung gegebenen Grundsätze, wäre vielleicht die Anführung dieses Artikels 1 des Volks- Schulgesetzes von 1836, als von allgemeinsten Inhalte und ohne specielle Beziehung auf israelitische Schulen nicht erwar-

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