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Der Orient · 1847-10-29 · Heft 44 (29.10.1847) · p. Seite 348

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 44 (29.10.1847)
Date
1847-10-29
Page
Seite 348 (sequence 7)
Language
German
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— 348 — homiletischen Gedanken und Zeinen bewättigttiden Vortrag mit .sich fortreißt, ist Prediger an hl Leipzig- Berliner Synagoge, die nur für die Meßsremden bestimmt ist. Das Gemeindeleben ist in Leipzig erst im Werden begriffen, obwohl eingeräumt wcAden muß, daß Hr. Jellinek das religiöse Leben in Leipzig sehr gehoben hat. Was nun den Bau einer reuen Synagoge betrifft, so haben alte vier Predigten.,- die Hr. I. über dieses Thema mit vielem und nicht erfolglosem Anfwande von Beredsamkeit, Kombination und Schärfe hielt, sich blos an die Fremden gewandt, welche den Kern der Messe bilden. Ueberhaupt glauben wir, daß erst eine Annäherung der Parteien den Bcm einer gemeinsamen Synagoge ermöglichen kann, und dies wäre eine leichte Aufgabe für den Oberrabbiner Sachsens, der eine bedeutende Autorität in religiösen Dingen ist. Wir kommen noch einmal darauf zurück. O e st e r reich. Prag, 17. Oktbr. (Berichtigung.) Wir finden uns zu der Bemerkung veranlaßt, daß die in der soeben erschienenen Culturg eschich te der neuern Geschichte der Israeliten von Dr. I. M. Jost in mehrfach abweichender Schreibart (S. 40, 65, 113, 140, 165) erwähnten Namen M. Letteris identisch sind, und daß demnach die mannigfaltigen Schriften in hebräischer und deutscher Sprache, die Hr. Jost diesem zuschreibt und mit lobender Auszeichnung m seinem Buche bespricht, sämmtlich den gegenwärtig in Prag lebenden Dr. M. Letteris züm Verfasser haben. — Wir würden dieses kleinen Verstoßes keine -öffentliche Erwähnung gethan haben, wenn nicht Hr. Jlpst selbst oft die richtige Schreibart der Eigennamen einiger Zeitgenossen in eben seiner Kulturgeschichte ausführlich zu berichtigen für nothwendig erachtet. — Auch ist — wie G ö t h e gegen Herders Entstellung feines Namens eifert — ,,der Name kein zufälliges Gewalld, an dem mau nach Wittkühr zerret!, und zupfen kann; sondern wie die mit unserm Fleisch und Bein genau verwebte Haut." -- Bei dieser Gelegenheit können wir nicht umhin zu bemerken, daß die auf Mittheitnngen des KreiSrabbiners CHajes beruhende Nachricht, ,,Letteris der Vater" hätte Herrn N.. Kr och mal Vieles zu verdanken (S. 109 Anmerk.) auf einem Jrrthume beruhe. -M. Letteris, der vieljährige Schüler und Freund dieses Gelehrten hat ihm Vieles zu verdanken; nicht aber Lettens der Vater, dessen Richtung vom Standpunkte der Orchodorie eine ganz andere war, und der mit ihm in keinem sonderlichen Verkehre stand, selbst zur Zeit, als ffe noch zusammen Vorsteher ihrer israel. Gemeinde waren; zu welchen Thatsachen wir Belege zu liefern im Staude sind. — Auch fmb M. Letter is hebr. lyrische Gedichte (erste Sammlung) nicht S olkiew, im Jahre 1812 (wie es S. 40 Amn. 2 heißt), sondern Zolkiew 1822 zuerst erschienen; die dritte Auflage dieser Sammlung aber erschien Minsk 1832. Pesth, 8. Okibr. Wer seine Forderung nicht zu hoch hinaufschraubt, wird auch in den leisem Bewegungen, in dem wohl zu bedächtigen Aufschwung unserer, religiösen und politischem Verhältnisse beziehungsweise Befriedigung finden; er wird die, wenn auch krankhaften Zuckungen einer völligen Lethargie, ein leuchtendes Blitzen einer düsten, dunklen Nacht vorziehen. Diese gemäßigten Fortschrittsmänner dürste es interessircu, daß wir am verflossenen Vcrsöhnungstcrge, in einem gottesdienstlichen Vortrage, zur Einführung eines Gottesdienstes in der Landessprache aufgefordert worden sind; und da die Anregung hierzu von unserem strebsamen Vorsteher Hrn. Kunewalder ausgegangen, so läßt sich ein baldiges Zustandekommen erhoffen. Hrn. Oberrabbiner S ch w ab wurde von Seite des dasigen Magistrates, ob seiner Weigerung einen Eid mv?e juclaico abzunehmen, eine Aeußernng abgefordcrt und stellt seine, den fraglichen Gegenstand sowohl vom rechtlichen als wissenschaftlichen Standpunkte beleuchtende Rechtfertigung, eine völlige Abschaffung dieser Eidesweise in Aussicht. Der Pesther Gmieindevorstand hat im Namen sämmllicher hierländischeu Israeliten bei den einzelnen Comllcttm petitionirt, sie möchten ihre Ablegaten zr,r Befürwortung der Jndenftage instmiren. Dieses Gesuch, in der Pesther Zeitung abgedruckt, vereinigt in semer Fassung Bescheidenheit mit edlem Setbstbewußtsein; möge cs verdienten Anklang und richtige Würdigung finden. Es wurde demselben auch das treffliche, von unserem Rabbiner verfaßte Religionsbuch, gleichsam als Glaubensbekeuntniß, beigelegt, um>für die Lauterkeit unserer religiösen Denkweise zu zeugen, welcher Umstand, wenn auch an und für sich höchst demüthrgend, daß die Mutter der Tochter sich erst ebenbürtig beweisen muß, doch, weil beim letzten Landtage angeregt, zweckdienlich. Herr Daniel Pilitz, weiland Rabbiner zu Szegediu, wohnt hier und beabsichtigt eine Talmud-Schule zu errichten, versteht sich unter seiner obersten Leitung; was wird aber Theodor Bürger sagen? — Dieser Tage ist von der Statthaltern ein sehr günstiger Bericht über die Löw-Papaer Streitsache an die Hofkanzlei erstattet worden, und unter anderem auch bemerkt, daß, da Löw ' bereits in einer andern, gleichfalls bedeutenden Gemeinde, laut eingeholtcm Berichte, zur allgemeinen Zufriedenheit das. Amt verwaltet, er also auch für Papa fähig sei und da als wissenschaftlicher Rabbiner um so mehr an seinen, Platze, da die Beschwerdeführer selbst äußern, daß sie ihn nicht recht verstehen,' demnach nothig sei für deren Ausbildung und Befähigung ein geeignetes Individuum. Neuigkeiten vom Lande bieten wenig Erquickliches; höchstens daß Herr Peter Singer, nachdem er eine von

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