Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1847-10-29 · Heft 44 (29.10.1847) · p. Seite 346

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 44 (29.10.1847)
Date
1847-10-29
Page
Seite 346 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2360092-2360472-2360517--6128-3533604
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Hudctartiket keineswcges vom Monde hcnührt. Herr Stein fühlt-es so klar , wie schon' es ist, dem Monde zu, gleichen', er geizt nach - deur Ruhm des ruhigen, schweigenden Fortwandelus ohne Rücksicht ans den Tadel der y/6(cincu , und dennoch geizt er, wie man offenbar'sieht, noch weit mehr nach dem diametral entgegengesetzten Ruhme des geißelnden Epigrammatikers f des, gefürchteten Raufbolds, der „seinen Gegnern vollkommen gewachsen" und ihnen an bissigen Redensartcn und Anspielungen sogar noch überlegen ist! Das heißt, nach der midraschischeu Metapher, das Seil an beiden Enden zugleich anfassen und gänzlich übersehen, daß, sowie nach dem Talmud der Mond, als er mit der Sonne zusammen das himmlische Nabbinat angetragen erhielt, dem lieben Gott die Einwendung machte, es sei nicht passend,, daß zwe i Könige sich zusammen mit Einer Krone begnüglen — worauf er dann voll Rechtswegen zmn zweiten Rabbiner degradirt ward — es auch gleich unthnnlich ist, auf Ein Haupt zwei Diademe zu sehen, die Lorbeerkrone des siegreicher! K.uupses undden Palmzweig des erhabenen, selbstbewußten Dulders! .Lesen Sie, Herr Redakteur, und urtheiten Sie selbst, ob das die Sprache des schönen, ruhigen, stillen, blassen Gestirns ist, das man tsnpD 1)1,' ober ob Sie darin nicht, auch ohne die Unterschrift zu erblicken, sofort einen Mann erkennen, dessen Geschäft es ist, tsnpQ zu ftm! . „Fra )r kfur t a. M., 11. Oktbr. Eine kleine Reise, die. mich einige Tage von hier entfernt hielt, verhinderte mich, früher aus ein in Nr. 275 d. Bl. erschienenes, mich betreffendes Artikelchen zurück zu kommen , d a § i ch i n T o n ll u d I n halt dur ch a n s^ rn i ß b it li g e und^ hiernut öffentlich zu tadeln tut Herzen mich gedrungen fühle. Ich mißbillige es vor Allem, daß das größere Publikum mit strittigen Angelegenheiten, welche dem. engeren Kreise einer Reiigionsgemeinde angehören, durch deren eigene Angehörige behelligt werde. Eine Gemeinde ist eine Familie, und der Fannlienhader soll wenigstens nicht durch ehrenhaftes Familienmitglieder vom Hause aus die. Straße gebracht werden. Dann bedauere ich es insbesondere, daß die Einsender des in Rede stehenden Aussatzes/von wohlgcmeintem Eifer verleitet, durch die Erwähnung von Schmähartiketn^ die Kolumnen eines s) Daß die Gegner des Hrn> Stein keine ehrenhaft e Mitglieder sind, ist ihm, besonders da er selbst es zu verstehen gibt, ebenso auf sein Wort hin zu glauben, als daß seine, jedenfalls sehr ungeschickten Vertheidigcr bei ihrem von ihrm selbst desavouirten Schritte nur „von wohlgemeintem Eifer" angetrieben waren. Das also möge auf sich beruhen. Aber nur die Frage: ist das die Sprache des parteilosen/kalten Mondes? 2) Schwähartikel, Schmutz, befleckt, Obwürdigen VlatteS b e fleckt^ haben. Sch in u tz muß man nicht berühren und der. O bfknri tci 1* 2\ nie den Gefallen thun, sie an daS Tageslicht zu ziehen. Endlich mißbillige ich es ganz vorzüglich, daß in dem betr. Artikel das wahrlich nicht beleidigen könnende Benehmen eines nnzirrcchnurlgsfähigen Greises V i e le n zur Last gelegt-wird. Wer da will, daß man gegen ihn gerecht sei, der muß vor Allem vcCt'ft gerecht gegen seine Gegner sein., weshalb ich zur Steuer der 'Wahrheit und ebenfalls besonders um der christlichen Leser willen hiermit öffentlich versichern muß, daß überall, wo Loben und Amt mich init Angehörigen meiner Genleinde zusanunenstthren , ich in ich stets der entgegenkounnendsten und freundlichsten Aufnahme zu erfreuen habe, was namentlich von den sogenannten Orthodoxen gilt. Meine Freunde aber mögen sich beruhigen; ich fü h l e m i ch, umgeben von so vielen wackeren Männern, die meine Absichten nicht verkennen, meinen G eg n e r n v o l l k v m m e n g e w achsen.3 4; ,mit des Allinachtigen Hilfe wird eS mir ferner gelingen, den allen Schult, den freilich Jahrhunderte vor unserem Heiligthnrne aufgehänft, hinwegräumen zu helfen und zur Wiederherstellung einer geläuterten Goltesverehrung inein Scherflein beizutragen. Und was die bösen Anfein dun gen ^betrifft, so mögen sich auch meine Freunde gegen dieselben an einem schönen Worte stärken , an welchem ich mich , o h n e so u n b e sch e i d en z u sc in, de n I n h a l t a u f m i ch z u b e z i e h e n doch immer erbaut und ge kräftigt habe, nälnil'ch an dem herrlichen Worte unseres vortrefflichen Herder, der in einem seiner Gedichte , überschrieben: „der Mond" also spricht: Und grämt dich, E d l er V noch ein Wort Der kleinen A e i d g e s e l l e n?- — Der hohe Mond, er leuchtet dort, Und läßt die H a n d e b e l l e n , Und schweigt und wandelt ruhig fort. Was Nacht ist, anfzuhellcn. L e o p o l d S te in, Rabbiner." s k u r i tat, u n z u r e ch n u n g s f ä h r g, b ö f c A n'f e t n d u ngen.' Wie zart, wie lieblich, u)t\ sanft, wie mondartig! 3) Ganz ü j 4) Sie sind denn aber auch in der That allzu bescheiden! . 5) Edler! erlauben Sie mir hier noch einige Fragen! hoher Mond, unbefleckte, ruhige, erhabene Dichterseete, haben Sie doch auf einen Augenblick, die Güte, sich herabzulaffen auf diesen sublunarischen Erdball und mir gefälligst zu antworten: Wann hat je der Mond so vielen, vielen Koth auf die „Hunde" herabgeschmiffen, als nur blos in Ihrem vorliegenden Artikel enthalten ist? Er, der in seiner gloriosen Erhabenheit nie von dem ihm geltenden Gebelle Notiz genommen, weil er wirk!i ch darüber erhaben ist, er sollte es je mit seiner. Würde vereinbar gefunden haben, einen Vers aus Herder zu eitiren, worin er , der hohe Mond" titulict, sie aber als bellende Hunde und „kleine Neidgesellen" traktirt werden? Nimmermehr! Wann, ich frage die ältesten Greise und die gelehrtesten Geschichtekenner, wann hat man je erfahren, daß der treue Trabant unserer Erde sich, selbst in

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.