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Der Orient · 1847-10-15 · 42 (15.10.1847) · p. Spalte 665-666

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
42 (15.10.1847)
Date
1847-10-15
Page
Spalte 665-666 (sequence 5)
Language
German
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665 Studien. Hypothese zw Erklärung der hebr. Buchstaben-Namen v. H. Ph. Ree. 666 unddie erwähnten Mißbräuche sind streng verboten. Darum dürfen wir auch nicht aus Zorn oder Haß unfern Nebenmenschen Böses anwünschen, ganz besonders aber den Namen Gottes nicht zum. Fluchen entweihen, denn dieses widerspräche dem Begriff des Gottes der Liebe. Ebensowenig sollen wir uns auf Gott berufen, tim eine Aussage als Wahrheit zu betheuern, wenn sie unwahr ist, denn dieses widerspräche dem Begriffe des Gottes der Gerechtigkeit, wie es heißt: Gott wird nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Exod. 20, 7,* Aach. 7, 9. Haltet wahrhaftiges Gericht, Liebe und Barmherzigkeit thut. Den Namen Gottes nicht mißbrauchen, vielmehr in seiner Milde und Wahrheit ein Vorbild verehren, dem man so weit der Mensch es vermag in unfern Lhaten nachstreben, das ist die wahre Aufgabe des Volkes, das seinen Gott den Gott Israels nennt. , Hypothese zur Erklärung der Namen der hebräischen Buchstaben von H. Ph. Ree in Aarhus. Bekanntlich hat man immer gesucht, die Figuren der verschiedenen semitischen Buchstaben an die hebräischen Namen anzupassen, mit andern Worten, die Ge statt der Buchstaben als Basis für die Erklärung der Namen zu betrachten. Obgleich die etymologischen.Erklärungen auf diesem Wege oft sehr weit hergeholt worden sind, kam man dennoch damit nicht durch. Für das n hatte man keine Erklärung, auch nicht für das tj.* 1 Diese Umstände veranlagten mich, an folgende Hypothese zu denken: Man hat den Buchstaben kurze, einfache und dabei zweckmäßige Namen gegeben, ganz *) Die Römer und Griechen, denen es an dem wahren Begriffe Gottes fehlte, hatten weder einen Gott der Milde, einen Fürsorger der Waisen und Witwen, noch einen Gott -der Gerechtigkeit. Die Nemesis war mehr Dämon der Rachsucht als Gott der Gerechtigkeit. 1) Die Bedeutung des Namens „He" ist unbekannt und keine der verschiedenen Vermuthungen als: siehe! hat Wahrscheinlichkeit". Gesenius im HWB. Wir sehen auch nicht ein, wie so z. B. das die Ähnlichkeit einer Lhüre hat; dos ß die Ähnlichkeit von Wasser. Bei dem Buchstaben „Nun" mußte man seine Zuflucht zu dem langen Finalzeichen nehmen um „Nun" chaldäisch als Fisch zu erklären. Wie gestaltet sich denn aber das finale q zu Wasser? — Bei v heißt es, daß die runde Gestalt eine S Lützens yy — bedarf. Aehnlichkeit mit einer Stütze konnte da^ nicht hergeholt werden. — ohn e Rücksicht auf die Schriftzüge oder auf die F i g u r d e r B u ch st a b e n. So wie die altern Hebräer keine Namen für die Monate hatten, es hieß: „der erste, der zweite u. s. w. bis der zwölfte Monat"! das Volk sich aber später ausländische Namen bediente, wahrscheinlich weil dies ihm im Verkehr bequemer war — so war dies auch der Fall mit den Buchstaben, daß diese nämlich keine Namen hatten. Es hieß: „das erste Zeichen; das zweite u. s. w. bis das zweiundzwanzigste". Die Schriftsteller, wenn es bei ihnen, wie sie es gewohnt waren, z. B. „der zehnte Monat" Jfchhil hieß, fügten, um es recht deutlich zu geben, hinzu Z sie sagten gleichsam: „am zehnten Monat — den man j-etzt Lebet nennt". — Ester 2, 16. — Der erstere Ausdruck „am zehnten" war bei den Schriftstellern aber der richtige: Die Namen waren ja auch ausländische; — Lebet ist egyptisch — und darunter waren sogar Namen von ausländischen Idolen, welche Benennungen den hebräischen „Schriftgelehrten" sogar zuwider sein mußten.— Nun siel es bei zwei und zwanzig Buchstaben, besonders den Kindern in den Schulen, natürlich zu schwer, alle diese Buchstaben herzusagen ohne Namen. Sie mußten sich die Benennung eines. Buchstaben gleichsam an den Fingern aufzählen bevor si«e sich verständlich machen konnten, welchen Buchstaben sie meinten. Statt eines kurzen Namens, der auch leichter zu behalten ist, statt „Ales" war der Ausdruck in Analogie mit den Monaten p&'KTTl IPiHJ statt äara'Gnte$3 üyiafr irjn- — so willfahrten die Schriftgelehrten ihnen; kamen in die Schulen — der gewöhnliche Ort der Zusammenkünfte dieser Männer — und. gaben den „Zeichen" Namen. Um so lieber thaten sie dies, damit daß es ihnen nicht ergehen wie es'bei den Monaten ging. — Weislich wählten sie nun lauter hebräische Wörter, die jedem aus dem Pentateuch bekannt waren, den sie in früher Jugend den Kindern lehrten, und was noch bekannter war, waren die Benennungen der Glied-er am menschlichen Körper; Wörter in denen — ohne an dessen Bedeutung zu denken — der fragliche Buchstabe gleich am Anfänge des Worts zur 2( nwendung kommt und kommen muß; denn man kann nicht „Atef" aussprechen ohne gleich „das erste Zeichen" anzuwenden. Sagt man z. B. Amen e r i n n e r t mansich auch gleich bei dem Laute a an den Namen „Ales"; bei dem Laute m e des Worts Amen an „Mem" u. s. w. — Wo es ihnen möglich war, wählten sie auch Wörter, in denen der fragliche Buchstabe zugleich am Ende-vorkommt, als: Waw, Nun, Mem, Let. Vergl. bei uns „ei, em, en“ statt le, me, ne. Waren nun jedem, der mir lesen konnte, folgende Wörter aus dem Pentateuch sehr bekannt, so waren ihnen, im Leben, der Sprache noch mehr die Benennungen der Glieder am Körper bekannt, als jad, pe, ajm u. s. w. Daß man ohne Punkte oder Vokale schrieb, gab Veranlassung zu einigen Abänderungen und Erweichungen im Leben der Sprache, am meisten Segol für Chirek, wie THEK für

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